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Datum/Zeit
Datum - 11.04.2015
20:00 - 22:00

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München, Haidhauser Literaturbox1 im KiM Kino im “Einstein Kultur”, UG, Einsteinstr. 42 mit János Stefan Buchwardt und Arthur Feldmann, gelesen von Christiane Wyrwa.
Dieser Abend wird präsentiert in Zusammenarbeit mit dem scaneg Verlag München.

Der deutsch-schweizerische Literat János Stefan Buchwardt ist ein „Text- und Spracharbeiter“. Er setzt der Hektik der bewegten Bilder im Medienzeitalter das Wort entgegen. Buchwardt wird aus der „Ankündigung der Sterblichkeit“ lesen. Es sind geschliffene Gedichte eines sprachbewussten Verseschmieds. „Was rüttelt mich auf?“ fragt der Autor. Und kann „ein Gedicht / meine Herkunft /“ prägen?

 Janós Stefan Buchwardt Foro: privat


Janós Stefan Buchwardt
Foro: privat

Als Sprecher, Lyriker und Textberater pflegt er die Kunst des Vortrags. „Das Wort muss bei der heutigen Bilderversessenheit wieder mehr Gewicht erhalten, das Vorlesen an kulturellem Stellenwert gewinnen“, sagt Buchwardt. Buchwardt arbeitet auch als Souffleur und Einflüsterer am Schauspielhaus Zürich.

Die „Kurznachrichten aus der Mördergrube“ ist eine Anthologie feinster Aphorismen und Epigramme, notiert vom Sonderberichterstatter Arthur Feldmann, dem zweiten Autor des Abends in der LitBox1.

„Alle seine Luftschlösser“ hat er „mit Papier untermauert.“ Ironisch, lakonisch, bitter und sehr menschlich berichtet Feldmann über Herzen und Mördergruben und ist dabei merkwürdig aktuell.  Aus dieser Sammlung von Aphorismen wird Christiane Wyrwa vorlesen, denn Arthur Feldmann ist 2012 in Paris gestorben.

A.Feldmann 1993  Foto: Wilschewski

A.Feldmann 1993
Foto: Wilschewski

Der 1926 in Wien geborene und 2012 in Paris gestorbene Arthur Feldmann nannte sich selbst einen „Schriftsteller abgeschnittener deutscher Zunge“. 1938 wurde ihm sein Name entzogen, denn die Ehe seiner Eltern war vor dem Rabbi geschlossen und galt den Nazis als ungültig. Als uneheliches Kind hieß er Arthur Israel Scherz. 1939 gelang es der Familie, nach Palästina zu entkommen. Der Junge hieß dort nach der hebräischen Version seines väterlichen Namens Aron Shadmony. 1947 ging er nach Paris, studierte Literatur, wurde Franzose und schließlich Deutschlehrer. Nun hieß er André Chademony. Doch die abgeschnittene deutsche Zunge ließ ihn nicht los. Er begann mit kurzen Texten zu experimentieren und veröffentlichte unter seinem Geburtsnamen Arthur Feldmann im scaneg Verlag sein erstes Buch mit dem programmatischen Titel „Kurznachrichten aus der Mördergrube“.

Die Haidhauser Literaturbox1 ist eine neue Bühne für Autoren, Kleinverlage und Literaturzeitschriften, die Prosa, Lyrik, Experimentelles, Theatralisches vortragen wollen. Jeden zweiten Samstag im Monat treten zwei Autorinnen und Autoren pro Abend auf und überzeugen durch ihren Vortrag.
Alle Bewerbungen mit Textproben – max. 20 Normseiten – an Petra Lang,  hlb1@maliku.de.
Eintritt:  5,00 €
Programmmänderungen vorbehalten.
Haidhauser Literaturbox1 im KiM Kino im “Einstein Kultur”, UG, 81675 München, Einsteinstr. 42, U4/U5 Max-Weber-Platz, Tram 15, 18, 19, 25, N17, N19, X30

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der Stadt München

Petra Ina Lang