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Datum/Zeit
Datum - 16.01.2015
19:00

Veranstaltungsort
Seidlvilla

Kategorien


Vortrag von Prof. Dr. Susanne Gödde, München

Die Rede von den ‚kultischen Wurzeln’ des europäischen Theaters im antiken Griechenland verleiht der Institution des Theaters eine Aura des Geheimnisvollen, des Tabuisierten oder Transgressiven, und noch heute (oder heute wieder?) gehen wir ins Theater, um dort Erfahrungen der ganz anderen Art zu machen, uns mit einer besonders machtvollen Präsenz zu konfrontieren.
Die genaue Rolle, die Dionysos und sein Kult bei der Entstehung des Theaters im antiken Griechenland gespielt haben, wird viel diskutiert. Unumstritten ist, dass die Feste zu Ehren des Dionysos, allen voran die jährlich stattfindenden Großen Dionysien, seit dem letzten Drittel des 6. Jh.s v. Chr. den institutionellen Rahmen der Athener Theateraufführungen abgaben, und dies ganz sicher deshalb, weil man in Dionysos nicht zuletzt den Patron des Tanzes, der Musik und der Verwandlung sah.
Moderne Interpreten des antiken Theaters gingen weiter und glaubten an dessen Ursprung die – dionysische ? – Gewalt des Opfers oder das Leiden des Dionysos ausmachen zu können. So auch Friedrich Nietzsche, der den von den Titanen zerstückelten Dionysos zur Hauptfigur des tragischen Spiels machte und den Satyrchor zum Subjekt dieser Vision.
Der Vortrag zeichnet die kultische, affektive und intellektuelle Gemengelage nach, die das antike Theaterfest ausmachte, und fragt – mit einem Seitenblick auf Nietzsches Geburt der Tragödie –, welche Spielarten des Dionysischen sich darin ausdrücken.

Unkostenbeitrag € 8.– / 6.– erm. / Studenten frei

Mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München

Mehr Info im Web: http://www.nietzsche-forum-muenchen.de