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Datum/Zeit
Datum - 01.06.2015
19:00

Veranstaltungsort
Seidlvilla

Kategorien


Votrag von Prof. Iso Camartin (Zürich)

Auch Musik greift Grundfragen des Daseins auf: Warum ist nicht einfach nichts? Warum ist überhaupt etwas? Und dieses Etwas in so unterschiedlicher Gestalt: tote Materie, Pflanzen, Tiere und Menschen, Engel und Gott sogar? Es ist die Ur-Frage nach der Entstehung des Kosmos und des menschlichen Lebens. Die Bibel hat eine, sogar mehrere Antworten darauf. Auch Künstler wollen die Daseinsfrage stellen und beantworten. In ihrer Art und Weise. Gustav Mahler macht sich in den Jahren 1895 und 1896 an diese Frage. Er will – wie ein apokalyptischer Engel – den Schöpfungsteppich neu ausrollen. Die gesamte Kreatur soll musikalisch zur Darstellung kommen. In fortschreitender Entwicklung will sich das Dasein uns erschließen: „Was mir der Wald erzählt – Was mir die Dämmerung erzählt – Was mir der Kuckuck erzählt – Was mir die Liebe erzählt – Was mir das Kind erzählt.“ Bei diesem „Erzählprogramm“ Mahlers spielen am Ende der Gott Dionysos und der Philosoph Nietzsche eine entscheidende Rolle. Der Dionysos-Mythos ist ein Vitalitätstraum der Moderne um 1900. Wie bringt man das Ornamentale und das abgerückt Symbolische einer bürgerlichen Gesellschaft wieder ins Natürlich-Lebendige zurück? Kann das die Musik? Etwa mit Hilfe von Dionysos?

Unkostenbeitrag € 8.–/ 6.– / Studenten frei

Mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München

Kontakt +49 176 41754062

mehr Info im Web: http://www.nietzsche-forum-muenchen.de