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Datum/Zeit
Datum - 28.11.2016
19:00

Veranstaltungsort
Seidlvilla

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Dr. Robert J. Kozljanic (München)

Helene Stöcker (13.11.1869 in Elberfeld – 24.2.1943 in New York) war nicht nur Dilthey-Schülerin, nicht nur die erste promovierte Philosophin Deutschlands, nicht nur eine große Gestalt der frühen Frauenbewegung, nicht nur demokratische Sexual- und Lebensreformerin, nicht nur überzeugte Pazifistin – sie war auch die erste kompromisslose Linksnietzscheanerin. Wie sie in ihren erst 2015 postum erschienen „Lebenserinnerungen“ schrieb, sei „Nietzsche und der Sozialismus“ ihr Motto gewesen. Der Lebens-Begriff und der soziale Gedanke bilden das Kernstück ihrer Philosophie der Liebe und der Selbstbestimmung. Sie ist eine Lebensphilosophin, die Philosophie nicht nur vereinseitigt als akademische Disziplin und Wissenschaft, sondern ganzheitlich als Lebensweisheit, Lebenspolitik und Lebenskunst praktizierte. Helene Stöcker kam in diesem Sinne dem Ideal eines ganzheitlichen Lebensphilosophierens bisher wohl am nächsten.
Sie gründete und leitete ab 1905 den „Bund für Mutterschutz und Sexualreform“ und gab als dessen Publikationsorgan bis zu Ihrer Emigration 1933 die Zeitschrift „Die Neue Generation“ heraus. In dieser Zeitschrift erschienen Beiträge namhafter Persönlichkeiten. Zu nennen wären etwa Lou Andreas-Salomé, Iwan Bloch, Sigmund Freud, Ernst Haeckel, Ricarda Huch, Ellen Key, Käthe Kollwitz, Max Weber – die zugleich Mitglieder in Stöckers Mutterschutz-Bund waren. Aber auch Nicht-Mitglieder wie Albert Einstein, Gustav Landauer, Theodor Lessing, Romain Rolland oder Kurt Tucholsky publizierten dort.

Bitte bringen Sie interessierte Freunde und Bekannte mit!
Unkostenbeitrag € 8.–/ 6.– / Studenten frei
Mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München

http://www.nietzsche-forum-muenchen.de/aktuelles.html