[LiSe 01/22] Rezension: Senioren-WG?

Von Marie Türcke

Gesagt wird es eigentlich öfter, Udo Jürgens hat es besungen, das Leben wird nicht zwingend weniger mit dem Alter. Vielleicht wird es sogar mehr. Oder ganz neu.

Nach ihrem ersten gemeinsamen Buch, „Das Schönste an uns sind wir“, in dem sich die beiden Autorinnen mit den Jahren zwischen 50 und 60 auseinandersetzen, stellen Christiane Hastrich und Barbara Lueg die nur logische nächste Frage: Was dann? (mehr …)

[LiSe 12/21] „Das literarische München … hat sich bis jetzt nicht viel um mich gekümmert …“

Erinnerungen an die Schriftstellerin und Dichterin Emma Bonn

Von Katrin Diehl

So ganz heimelig will es einem nicht werden bei diesem Weihnachtsgedicht. Wirklich originell ist es auch nicht. Aber anhören sollte man es sich trotzdem, nicht weil sich in ihm ungeahnte Interpretationsüberraschungen verbergen, sondern weil sich entlang dieser „Weihnachtskerzen“-Verse ganz gut eine Geschichte, eine Lebensgeschichte erzählen lässt. „Jedes Licht, das sich verzehrt / An dem Tannenbaum, / Im Verglühn die Wärme nährt / Rings im Weltenraum.// Jede Frucht, die unbegehrt / Faulend niedersinkt, / Tausend Keime unversehrt / Heim zur Erde bringt.// Alles Sterben schürt den Herd / Zeugungs-Ueberschwang, /  Noch aus letzter Fäulnis gärt / Neuer Lebensdrang.“ Da geht es sehr schnell vom wärmenden Lichtzauber hinein in den kompostigen Kreislauf der unsentimentalen Natur, besser gesagt, der planerfüllenden Biologie. Das Gedicht stammt von Emma Bonn und ist eines der wenigen, dessen Typoskript die Dichterin handschriftlich unterzeichnet hat und zwar dicht unter der Datumszeile „Weihnachten 1933“. Das erste Weihnachten unter Hitler also. (mehr …)

[LiSe 12/21] Kolumne: Codes und Etikette

Ey Alter, guck mal hier“ – wenn Du, geneigter Leser, etwa in der U-Bahn, erstaunt wahrnimmst, dass sich zwei Teenager mit diesen Worten angeregt über ihre Telefone beugen, vergiss es sofort! Komm bloß nicht auf die Idee, als Ü20er den mega-krass-Wortschatz nachzuahmen oder mit zerrissenen Jeans aufzukreuzen, das wäre echt cringe, also oberpeinlich. Womit wir beim „Jugendwort 2021“ wären, durch Umfragen unter Hundertausenden von Jugendlichen gesichert (der Baum des Jahres übrigens ist die Rotbuche , aber das führte jetzt auf einen anderen Zweig). (mehr …)

[LiSe 12/21] Jung und schreibend (Folge 4): Katharina Adler „Eine Frau von heute eben“

Von Inge Pröll

Katharina Adler ist 41 Jahre alt. Und sie hat es geschafft. Die Münchnerin kann von der Schriftstellerei leben. Das ist außergewöhnlich in einer Zeit, in der Verlage mit Buchangeboten überschüttet werden. Zu verdanken hat die junge Autorin den Erfolg „Ida“, ihrem großartigen ersten Buch, das 2018 bei Rowohlt erschienen ist. Ihr zweites Werk „Iglhaut“ ist auch schon fertig und wird im kommenden Sommer (ebenfalls bei Rowohlt) herauskommen. (mehr …)

[LiSe 12/21] Hochdotiert – Lyrikpreis München 2021

Nach kurzer Pause kommt der 2010 gegründete Lyrikpreis München in neuem Gewand zurück: Von 2021 an wird er vom Aphaia-Verlag zusammen mit dem Signaturen-Magazin und dem Lyrikpreis München e.V. vergeben. Als Preisgeld sind nunmehr 15.000 Euro ausgeschrieben. Das Thema dieses Mal – zur 500-jährigen Wiederkehr des Beginns von Luthers Bibelübersetzung ins Deutsche – heißt „Luthers Beitrag zur Mündigkeit des Menschen und das Krisen-Bewusstsein unserer Zeit“. (mehr …)