Der Münchner Autor Herbert Klocke hat für seinen Vater Hans einen Band mit Geschichten und Gedichte aus dessen Nachlass veröffentlicht.
Leicht sei sein Verhältnis zu seinem Vater nie gewesen, so Herbert Klocke, heute jedoch sehe er seinen Vater – 18 Jahre nach dessen Tod – in gänzlich anderem Licht. Seine in spärlicher Freizeit verfassten Werke hätten in vielerlei Hinsicht – ob wegen mangelndem Glauben, aufkommender Kälte oder der Kriegsgefahr – an Aktualität gewonnen.
Nachtwache 1945.
Der helle Mond scheint kalt und stumm,
um ihn sind tausend Sterne.
Ich steh allein, um mich herum,
die Nacht, die blaue Ferne.
Ich steh allein in kalter Nacht,
mein Blick geht in die Runde.
Wo magst du sein bei meiner Wacht?
Du schläfst zu dieser Stunde.
Schläfst still in deinem Kämmerlein,
ein Traum erfüllt dein Herz:
Einst werd ich wieder bei dir sein,
ich fühl es, mit freudigem Schmerz!
Schläfst du noch nicht zu dieser Stund,
so siehst auch du die Sterne.
Dein Herz tut mir der Himmel kund,
die Nacht, die blaue Ferne.
Hans Klocke:
An einem schönen Sommerabend
Gedichte und Geschichten
Herausgegeber: Herbert Klocke
Illustrationen: Ulrike Spang
112 Seiten, Softcover
Ulli Verlag, Schwabach 2026
20 Euro
Zuletzt vom Herausgeber erschienen:
Herbert Klocke:
Tor für Chuma – Für Mutige und Mutlose
Kurze Kurzgeschichten
Illustrationen: Hartmut Spang
180 Seiten, Softcover
Ulli Verlag, Schwabach 2026
22 Euro
