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Datum/Zeit
Datum - 14.11.2015
20:00 - 22:00

Veranstaltungsort
Haidhauser Literaturbox1 im KiM Kino

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Drei Jahre HAIDHAUSER LITERATURBOX1

In der 31. Haidhauser Literaturbox1 im KiM Kino im Einstein Kultur, Einsteinstr. 42 lesen
Cornelia Koepsell und Wolfgang Knittel.

Cornelia Koepsell stellt ihren Debütroman “Das Buch Emma” vor. Er ist 2013 im Geest-Verlag erschienen.

Wolfgang Knittel liest aus “Fermate – Ausgewählte Gedichte”.

Koepsell, Cornelia, Foto privat

Cornelia Koepsell, Foto privat

Cornelia Koepsell wird den Anfang des Romans lesen, wie das Kind Emma die Spinne Richard kennenlernt, wie sich Emma mitten im Wirtschaftswunder und in den Wohlstandsjahren in und außerhalb ihres religiös orientierten Elternhauses behauptet und sich dann einer K-Gruppe anschließt, was sie dort erlebt, wie sie gegen den Kadergehorsam der Partei rebelliert und schließlich im Gefängnis endet, was nicht das Ende des Buches ist.

 

 

Knittel, Wolfgang, Foto privat

Wolfgang Knittel, Foto privat

Wolfgang Knittel liest aus “Fermate – Ausgewählte Gedichte”. Fermate ist in der Musik ein Begriff für Ruhepunkt, Aushalten, Ausklingen, Innehalten, optisch gekennzeichnet durch das Fermate-Halbkreissymbol. Es steht als Sinnbild für den vorliegenden Gedichtband. Fermate lädt zum Verweilen ein, zur Auffindung der musikalischen Strukturen, die Lyrik im Wesentlichen ausmachen: der Wort- und Textrhythmen. Sie werden hier mit der durchgängigen Einhaltung von Versmaß und Reim besonders akzentuiert.

Cornelia Koepsells “Emma” wächst in der Zeit des Wiederaufbaus und der Wohlstandsjahre nach dem 2. Weltkrieg zusammen mit ihren Eltern und dem Bruder Paul auf. Der Vater wäre gerne Pfarrer geworden, doch dafür reicht das Geld nicht. Er wird Buchhalter und lebt seine Religiosität in der Familie aus. Über die Kriegszeit wird wie in fast allen Familien nicht gesprochen. Emma ist seltsam. Sie spricht mit Spinnen und vermischt gerne mal Geschichten von Robinson Crusoe mit Jesus Christus. Doch irgendwann wird es ernst, und als die Eltern ihr mit dem Heim drohen, tut sie so, als sei sie ein normales junges Mädchen.
Ihr geliebter Bruder verlässt das Haus und schickt aus einer fernen Stadt Flugblätter gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Emma folgt ihm. Sie wird Mitglied einer K-Gruppe, passt sich an, bis sie der Kadergehorsam nervt. Wieder meldet sich der Rebell in ihr. Sie veralbert die Politsprüche und tritt schließlich aus der Partei, ist aber schon in so viele Straftaten verstrickt, dass sie ins Gefängnis muss.
Erst das Sterben des Vaters führt Emma und ihren Bruder zurück zur Familie. Der Vater stirbt mit den weißen Tennissocken seines Sohns, und Emma betrachtet lange das Lächeln des Vaters, das sie in seinem Leben nie so gesehen hatte.

Wolfgang Knittels Fermate-texte sind formal streng ausgefeilt. Dennoch wirken sie ungekünstelt und natürlich. In ihrer unmittelbar verständlichen Sprache vermögen sie den Leser zu fesseln und verführen zum Memorieren.
Inhaltlich spiegeln sie die Sehnsucht nach Ganzheit, nach dem Schließen des Kreises: Jahreskreis, Lebenskreis, der Kreis der Gefühle. Zum Thema werden dabei auch Hinderliches, wie Grenzerfahrungen und Dünkel, sowie Lustiges, gerne auch ironisch verpackt. Die Spannweite reicht von lebensphilosophischer Gedankenlyrik bis hin zur Naturpoesie – ein breites Spektrum für Geist und Gemüt.
Der Band enthält neben einem guten Dutzend neuer Gedichte eine Auswahl aus den beiden Vorläuferbänden beiZeiten und Borkenrisse. Viele der daraus entnommenen Texte erscheinen hier in überarbeiteter Form erstmals neu.

Cornelia Koepsell wurde 1955 in Scharnebeck geboren. Sie studierte Germanistik, Betriebswirtschaft und Geschichte. Sie hat in verschiedenen Literaturzeitschriften und -anthologien veröffentlicht. Meist schreibt sie Kurzgeschichten. Im September 2013 erschien beim Geest Verlag der Debütroman von Cornelia Koepsell (Das Buch Emma). Heute lebt die Autorin in Augsburg und arbeitet im Finanzwesen.

Wolfgang Knittel ist ein Münchner Autor. Er war in seiner Heimatstadt lange als Philologe, Romanist und Latinist, tätig. Spätere Berufsjahre führten ihn ins europäische Ausland. Bereits dort trat er mit Lesungen seiner Lyrik vor deutschem Publikum in Erscheinung.

Die Haidhauser Literaturbox1 ist eine Bühne für Autoren, Kleinverlage und Literaturzeitschriften, die Prosa, Lyrik, Experimentelles, Theatralisches vortragen wollen. Jeden zweiten Samstag im Monat treten zwei Autorinnen und Autoren pro Abend auf und überzeugen durch ihren Vortrag.
Alle Bewerbungen mit Textproben – max. 20 Normseiten – an Petra Lang,  hlb1@maliku.de.

Eintritt: 5,00 € , Programmänderungen vorbehalten.

Haidhauser Literaturbox1 im KiM Kino im “Einstein Kultur”, Einsteinstr. 42, UG

81675 München, U4/U5 Max-Weber-Platz, Tram 15, 18, 19, 25, N17, N19, X30

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der Stadt München