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Datum/Zeit
Datum - 19.05.2015
19:00 - 21:00

Veranstaltungsort
Rroom Lothringer 13

Kategorien


Beatriz Bracher verarbeitet in ihrem Roman “Die Verdächtigung” (erschienen 2015 bei Assoziation A) das Trauma der brasilianischen Militärdiktatur von 1964 bis 1985. Der Protagonist, ein ehemaliger Lehrer, jetzt pensioniert, zieht in eine Kleinstadt um. Das Aufräumen des alten Elternhauses bietet ihm Gelegenheit, sein eigenes Leben bis hin zur Jugendzeit Revue passieren zu lassen. Er engagierte sich damals politisch und bekam mit dem Militärregime Schwierigkeiten. Er war sich sicher, auch unter Folter niemanden verraten zu haben und doch wurde er ein Leben lang verdächtigt und für den Tod seines Freundes und Schwagers verantwortlich gemacht.

Der Autorin gelingt es mit diesem komplexen und assoziativ konstruierten Roman, persönliche und gesellschaftliche Tragödien zusammenzubringen. Der Ich-Erzähler reflektiert nicht nur über Begebenheiten und Begegnungen, sondern versucht vor allem, die eigenen Erinnerungen zu ordnen und sie in den größeren gesellschaftlichen Zusammenhang brasilianischer Zeitgeschichte zu stellen.

Der Roman, eine Reflexion über persönliches und kollektives Gedächtnis, über Erkenntnis und Schweigen, kann auch als eine leidvolle Absage an Utopien und Träume gelesen werden.

Darüber wollen wir gemeinsam mit der brasilianischen Autorin Beatriz Bracher und Prof. Dr. Ursula Prutsch, LMU, Lehrstuhl für Amerikanische Kulturgeschichte und Ihnen nachdenken und diskutieren.

Die Veranstaltung wird portugiesisch-deutsch konsekutiv gedolmetscht.

Eine Veranstaltung von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kooperation mit LUSOFONIA e.V.