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Datum/Zeit
Datum - 16.11.2021
19:30 - 21:00
Termin im Kalender eintragen: iCal

Veranstaltungsort
Instituto Cervantes Múnich

Kategorien


Lyrische Stimmen aus Galicien, Asturien und Andalusien zu Gast in München:
Alba Cid, Xuan Bello und María Sánchez
Moderation:
Horst Weich

Eine Kooperation mit: Instituto Cervantes und Villa Waldberta, im Rahmen der Reihe „Der Sprachreichtum in der Romania. Spanien, sein Zentrum und seine Peripherie“


Eine Reise in den Sprachkosmos der iberischen Halbinsel: Die Idiome Galiciens und Asturiens, der nördlichen Regionen, bewegen sich zwischen dem Spanischen und Portugiesischen und wurden schon im Mittelalter intensiv gepflegt (das Galicische, das Einflüsse der Troubadourlyrik aufnahm, gilt als eine der ersten modernen europäische Kulturhochsprache des spanischen Raums). Die Reihe des Instituto Cervantes „Spanien, sein Zentrum und seine Peripherie“ erschließt diesen Sprachreichtum in seinen faszinierenden Facetten. Stimmen der galicischen, asturischen und andalusischen Lyrik sind derzeit Gäste der Villa Waldberta: Die Galicierin Alba Cid, geboren 1989, zuletzt für die Universität Oxford tätig, erhielt für ihren Gedichtband Atlas (2019) den Premio Nacional de Poesía Joven Miguel Hernández.  Xuan Bello, geboren 1965, veröffentlichte bereits mit sechzehn Jahren seinen ersten asturisch-sprachigen Gedichtband; 1995 erschien eine zweisprachige Anthologie (asturisch-spanisch) seiner Dichtung. Die spanische Übersetzung seines Romans Hestoria Universal de Paniceiros trug ihm breite Bekanntheit ein. María Sánchez, in ihrem Brotberuf Veterinärmedizinerin, die sich vom Aussterben bedrohten Spezies widmet, leitet die Online-Projekte entrañas del texto sowie Almáciga, ein offenes international ausgerichtetes Projekt zur Sprachpflege im ländlichen Raum. Sowohl als Dichterin (ihr Debutband erschien 2017) als auch als Aktivistin wurde sie in den letzten Jahren mehrfach ausgezeichnet. Als eine Spezialausgabe der Lyrik-Residency der Villa Waldberta und des Lyrik Kabinetts, haben die Drei einen Tag lang die Lyrik-Bibliothek erkundet und präsentieren nun die Projekte, an denen sie in Feldafing arbeiten. Durch den Abend führt Horst Weich, Professor für Romanistik an der LMU.


Spanisch/Asturisch/Galicisch/Deutsch
Eintritt frei mit Reservierung unter: 089/ 29 07 18 – 13
Bitte informieren Sie sich über die gültigen Einlassbedingungen.


CORONAVIRUS

De repente la muerte como esa vecina
qu’esperabes finalmente nun viniera
cola tarta d’arándanos per casa.
¿Por delicadeza perdiesti la vida?
Y la cabeza, tantes veces.
Sabes agora que ta equí carpiendo
na tos unánime de la parroquia,
nel ronquiellu sordu del miedu
y hasta —sospeches— naquellos que más quieres.

¿Nun viesti esa elástica sombra atrecida
nel abrazu que te fai resfolgar?
Llegó la muerte p’allugase en ti
y esperar nel ángulu escuru
contigo’l to destín.

Llegó

ensin priesa. Nun hai remediu.
Si llograres falar con ella diba ‚icite:
«Toi contigo desque tienes vida
y yá taba contigo muncho enantes».

CORONAVIRUS

Plötzlich der Tod, wie diese Nachbarin,
von der du hofftest, dass sie nicht mehr vorbeikommen würde
mit ihrem Heidelbeerkuchen.
Hast dein Leben verloren, weil du zu empfindlich bist?
Und deinen Kopf, wie sooft.
Du weisst jetzt, wer hier lauert
in diesem einstimmigen Husten der Gemeinde,
in dem tauben Schnarchen der Angst
sogar —verdächtig— bei denen, die du am meisten liebst.

Hast du seinen geschmeidigen Schatten nicht erstarren sehen
in der Umarmung, die dir ein Atmen gab?
Der Tod ist gekommen, um zu bleiben,
wartend in einer dunklen Ecke
deines Schicksals.

Er ist da.

Er hat keine Eile, keine Kur.
Wenn Du mit ihm sprechen könntest, würde er dir nur sagen:
„Ich bin bei dir, seit du da bist,
und ich war schon lange vorher bei dir.“

Xuan Bello, übersetzt von Manfred Bös