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Datum/Zeit
Datum - 13.01.2019
20:00 - 23:00

Veranstaltungsort
Münchner Kammerspiele

Kategorien


Etwa 300.000 psychisch kranke Menschen und Menschen mit Behinderungen wurden zwischen 1939 und 1945 von Ärzt*innen und Pflegepersonal in Deutschland und Osteuropa ermordet. Initiiert von Adolf Hitlers „Euthanasie“-Erlass vom 01. September 1939 und zentral von Berlin aus gesteuert, wurden die als „lebensunwert“ eingestuften Menschen, Erwachsene und Kinder, mit Gas, überdosierten Medikamenten, durch gezieltes verhungern lassen oder aktive Vernachlässigung ermordet. Die erste Verlegung von Patient*innen in eine Tötungsanstalt fand vor 80 Jahren, am 18. Januar 1940 statt, es waren Patient*innen der Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar. Über 2.000 Münchner*innen wurden in Tötungsanstalten von ärztlichem Personal ermordet. Aus ihren Briefen rekonstruieren wir ein Bild der damaligen Geschehnisse.

Nach einer kurzen Zeit der Auseinandersetzung durch die Alliierten zur Vorbereitung der Nürnberger Ärzteprozesse gerieten diese Verbrechen in Vergessenheit, sie wurden verdrängt und geleugnet. Erst Jahrzehnte später begann zaghaft die systematische Erforschung der Gewaltverbrechen. Allmählich werden die Opfer in das familiäre und kollektive Gedächtnis zurückgeholt. Im Anschluss findet ein Gespräch mit dem Psychiater Prof. Dr. Michael von Cranach und der Historikerin Dr. Sibylle von Tiedemann statt. Es besteht die Möglichkeit für Angehörige, Unterstützung bei ihren Recherchen zu erhalten.