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Datum/Zeit
Datum - 15.10.2019
19:00 - 21:30

Veranstaltungsort
NS-Dokumentationszentrum München

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In ihrem gerade erschienenen Buch erzählt Irena Veisaitė (geb. 1928 in Kaunas) in 13 Gesprächen mit Aurimas Švedas ihr bewegtes Leben in Litauen. In ihm spiegelt sich das tragische politische Schicksal ihres Landes: die aufeinander folgenden Besatzungen durch die Sowjetunion, die deutsche Wehrmacht und erneut die Sowjetunion. Als Jüdin erlebte Irena Veisaitė Ausgrenzung, Gewalt und Vernichtung. Ihre Mutter wurde 1941 von einheimischen NS-Kollaborateuren ermordet, sie selbst überlebte das Ghetto von Kaunas durch die Hilfe von litauischen Mitbürger*innen. Nach Kriegsende musste sie den Antisemitismus der Stalinära ertragen.

Irena Veisaitė erzählt von ihrem Studium in Moskau und Leningrad, von den Anwerbeversuchen der Geheimdienste, von ihren Ehen und von der schmerzlichen Trennung von der Tochter, die nach England emigrierte. Sie spricht über ihre Freundschaft mit Arvo Pärt, über ihr Engagement zur Einrichtung des Thomas-Mann-Kulturzentrums in Nida und über Begegnungen mit Menschen wie George Soros, dessen Stiftung sie beim Einsatz für eine demokratische und pluralistische Gesellschaft unterstützt. Noch in hohem Alter trägt Irena Veisaitė zur Schaffung einer solchen Gesellschaft in Nordosteuropa maßgeblich bei.

Im Gespräch mit dem Co-Autor Aurimas Švedas lässt Irena Veisaitė ihr Jahrhundertleben in Litauen erneut Revue passieren.
Moderation: Mirjam Zadoff (NS-Dokumentationszentrum München)

Der Eintritt ist frei.