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Datum/Zeit
Datum - 22.10.2019
19:00 - 21:00

Veranstaltungsort
Lyrik Kabinett

Kategorien


mit Juri Andruchowytsch, Nancy Hünger, Esther Kinsky, Oleh Kozarew, Marion Poschmann und Serhij Zhadan

Moderation: Chrystyna Nazarkewytsch und Jurko Prochasko, beide Lwiw, Verena Nolte, München

Eine Kooperation mit Kulturallmende – Eine Brücke aus Papier,
im Rahmen des Fünften Deutsch-Ukrainischen Schriftstellertreffens, München 21.-25. Oktober 2019
Mit freundlicher Unterstützung von: Auswärtiges Amt, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und Kulturreferat der LH München

Wildheit, Wut und Melancholie, Klage, Sanftmut, Verzweiflung und Naturvernarrtheit sprechen aus den Gedichten dieses Abends. Deren Autoren kennen sich zumeist von den deutsch-ukrainischen Schriftstellertreffen, die Eine Brücke aus Papier seit 2015 in den ukrainischen Städten Lwiw, Dnipro, Charkiw und Mariupol veranstaltete. In diesem Jahr kommt das Literatur- und Kunstprojekt erstmals nach Deutschland, um für das Publikum hierzulande die literarischen Begegnungen zu spiegeln. Die Stimmen der Dichter aus der Ukraine – Juri Andruchowytsch (geboren 1960) aus Iwano-Frankiwsk, Oleh Kozarew (geboren 1981) aus Kiew und Serhij Zhadan (geboren 1974) aus Charkiw – treten in einen anregenden Austausch mit denen der deutschen Dichterinnen Nancy Hünger (geboren 1981) aus Erfurt, Esther Kinsky (geboren 1956) und Marion Poschmann (geboren 1969) beide aus Berlin. Gemeinsamkeit und Gegensatz der lyrischen Äußerungen, die aus sehr unterschiedlicher Weltwahrnehmung entstammen, verheißen eine denkwürdige Lyriknacht dieser grenzüberschreitenden poetischen Dialoge.


[…]

Als würden wir die Höhe uns untertan machen.
Mit Worten füllen die Leere der Sprachen.
Als würden die Dinge wieder beim Namen genannt
Ziegel als Ziegel, Nagel als Nagel, Wand als Wand.

Die Stimme reicht Starken zum Singen, Schwachen zum Beten.
Sprache schwindet, wenn sie nicht von Liebe redet.
Ohne Finsternis hat die Nacht keinen Sinn.
Leucht über mir, schwarze Sonne, leucht hin.

Serhij Zhadan, aus: „Marienleben“, wie in: Warum ich nicht im Netz bin. Gedichte und Prosa aus dem Krieg. Aus dem Ukrainischen von Claudia Dathe (Übersetzung) und Esther Kinsky (Reimform). Suhrkamp Verlag 2016, S. 60