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Datum/Zeit
Datum - 17.05.2017
19:00 - 21:00

Veranstaltungsort
Tschechisches Zentrum München

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Der Chefredakteur der tschechischen Wochenzeitung Respekt, die zu den wichtigsten meinungspolitischen Medien in Tschechien gehört, über seine Sicht auf das deutsch-tschechische Verhältnis vor dem Hintergrund eines geeinten Europas.

Im Rahmen der Reihe „Mein Weg zu unseren Deutschen“.

„Es war mehr als offensichtlich, dass dieses Thema nur bei der ältesten Generation Widerhall findet, welche die meiste Zeit ihres Lebens unter der kommunistischen Propaganda verbracht hat. Diese verkündete, dass die Deutschen nach wie vor von einer Rückkehr der Nazizeit und die Sudetendeutschen von einer Rückkehr in die einstige Heimat sowie von Rache (Revanche) träumten. Diese Wahrnehmung unserer deutschen Nachbarn gehört zum Glück offenkundig der Vergangenheit an. Für die jüngere Generation sind die Deutschen mehr oder weniger angenehme Nachbarn, von denen höchstens die Bedrohung ausgeht, dass sie in einer Kneipe mehr Bier trinken als wir.“ (Erik Tabery in einem Vorwort in Respekt vom 19. 4. 2015 über die tschechische Diskussion im Hinblick auf die (Sudeten-)Deutschen)

Erik Tabery (* 1977) ist Journalist und seit dem Jahr 2009 Chefredakteur der tschechischen Wochenzeitschrift Respekt. In der dortigen Redaktion arbeitet er seit 1997, seit 1999 als festangestellter Redakteur. Er schreibt hauptsächlich Kommentare zur tschechischen Innenpolitik. Im Februar 2009 erhielt Tabery für seine journalistische Arbeit den renommierten Ferdinand-Peroutka-Preis. Zu den von ihm herausgegebenen Publikationen gehört unter anderem „Hledá se prezident – Zákulisí voleb hlavy státu“ (Gesucht wird ein Präsident – Hintergründe der Wahlen zum Staatsoberhaupt) aus dem Jahr 2008, in der sich Tabery mit den tschechischen bzw. tschechoslowakischen Präsidentschaftswahlen seit 1918 beschäftigt.

Die Wochenzeitschrift Respekt wurde im November 1989 von Samizdat-Journalisten in Prag gegründet. Ursprünglich erschien sie im Zeitungsformat, seit 2007 als farbig gestaltetes Magazin. Artikel und Kommentare widmen sich der tschechischen Innen-, Außen- und Europapolitik sowie Fragen der Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft. Durch deutlich geäußerte Kritik und die Enthüllung von Polit-Skandalen sah sich die Zeitschrift immer wieder harschen Beschimpfungen von Vertretern der Politik ausgesetzt. Wiederholt thematisierte sie auch das (sudeten)deutsch-tschechische Verhältnis. Die Auflage betrug 2016 circa 35.000 Stück pro Ausgabe. Respekt, zu deren Eigentümern nach 1996 auch Fürst Karel Schwarzenberg zählte, gehört zu den wichtigsten meinungspolitischen Medien in der Tschechischen Republik. Im Rahmen der Reihe RespektTour veranstaltet die Zeitschrift zudem seit 2016 regelmäßig Podiumsdiskussionen in großen tschechischen Städten zum Beispiel zur Europapolitik oder zur Flüchtlings- und Migrationskrise.

Veranstalter ist der Kulturreferent für die böhmischen Länder des Adalbert-Stifter-Vereins mit Unterstützung durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und in Kooperation mit dem Tschechischen Zentrum München.