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Datum/Zeit
Datum - 23.05.2019
20:00 - 21:30

Veranstaltungsort
Alte Utting

Kategorien


Das Münchner Schauspielerinnen-Duo Monika Manz (Kammerspiele, Residenztheater, Deutscher Film) & Ines Hollinger (Residenztheater, HochX) liest aus den Werken der “überflüssigen” Autorin Lena Christ. Der Abend im Hecksalon der Alten Utting zeigt, wie wichtig und aktuell die fast vergessene Stimme der bayrischen Schriftstellerin heute noch ist. Und, wie Recht der Literaturkritiker Josef Hofmiller hatte, als er 1931 Lena Christ die „kraftvollste unserer süddeutschen Erzählerinnen“ rühmte.

“Heute bieten ihre Werke einen geradezu volkskundlich anmutenden Blick auf die Lebensumstände der „kleinen Leute“ um die vorletzte Jahrhundertwende. Zu jener Zeit war dies ein ganz neues Genre in der Literatur. So sehr die Kritiker ihre Werke auch lobten – selbst im fernen Berlin – große Verkaufsschlager wurden die meisten nicht. Vermutlich erschien dem leseinteressierten Publikum die Welt der Armen und Elenden doch zu fremd und abstoßend. Dabei verarbeitete Lena Christ vor allem ihre eigenen Erfahrungen und Beobachtungen literarisch: Fast ihr ganzes Leben litt sie unter Misshandlungen, Demütigungen, Ausbeutung, Armut und Verzweiflung.” (Christine Schmidt für fembio.org)

Einlass: 19 Uhr
Beginn: 20 Uhr

Eintritt: 10 €
Bitte Karten vorbestellen unter: reservierung@alte-utting.de
oder im Online VVK: https://alteutting.ticket.io/t4jkggg9/?

Lesung aus den Werken
• “Erinnerungen einer Überflüssigen” (1912)
• “Madame Bäuerin” (1919)
• “Bauern” (1919)

LENA CHRIST (eigentlich Magdalena Pichler)
Geboren am 30.10.1881 in Glonn/Oberbayern ; gestorben am 30.06.1920 in München.
Das uneheliche Kind verlebte eine heitere Kindheit beim Großvater in Glonn, bis sie mit acht Jahren zu ihrer Mutter nach München kam. Dort musste sie in deren Gastwirtschaft mithelfen, wurde ausgebeutet und reagierte mit Krankheit und vergeblichen Fluchtversuchen.
Mit 19 Jahren heiratete sie einen Alkoholiker, gebar in acht Jahren sechs Kinder, dann trennte sie sich von ihrem Mann. 1911 lernte sie den Schriftsteller Peter Jerusalem (Peter Benedix) kennen, der sie zu einer Autobiographie ermunterte, die mit Hilfe von Ludwig Thoma 1912 als “Erinnerungen einer Überflüssigen” erschien. Sie heiratete Benedix und schrieb in schneller Folge weitere Werke. Gegen Ende des Krieges löste sie sich von ihrem Mann, erkrankt an Tuberkulose und geriet in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Um diesen zu entkommen, versuchte sie durch ungeschicktes Fälschen von Bildern zu Geld zu kommen.
Der drohenden Gefängnisstrafe entging sie durch Selbstmord.

DIE LESENDEN:
Monika Manz
geboren in Niederbayern, lebt und arbeitet seit vielen Jahren in München. Sie spielte während der “heißen Jahre” im Off-Theater von Kelle Riedl und war zwei Jahre Ensemblemitglied des experimentellen Off-Broadway in New York.
Nach zahlreichen festen Engagements, unter anderem in Freiburg, Konstanz, Hannover und Nürnberg, ist sie seit 1986 hauptsächlich an den Münchner Bühnen zu sehen, wie z.B. den Münchner Kammerspielen, dem Residenztheater, dem Teamtheater und dem TamS. Außerdem wirkte sie bei zahlreichen Film- und Fernsehspielen mit, u. a. in “Und keiner weint mir nach” (Regie: Joseph Vilsmaier), Matula, Dampfnudelblues und Wackersdorf. Aktuell ist sie gemeinsam mit Ines Hollinger im Hauptcast der neuen Familienserie “Racko – ein Hund für alle Fälle” auf ARD zu sehen. Manz gehört zum kleinen Kreis von Schauspieler*innen, denen es gelungen ist, ein ganz eigenes Profl zu entwickeln.

Ines Hollinger
geboren und aufgewachsen in München, studierte dort Schauspiel an der Bayrischen Theaterakademie August Everding. Seit ihrem Abschluss gastierte sie unter anderem am Residenztheater, Metropoltheater, Theater Konstanz, Theater Ingolstadt und am Theaterhaus Jena. Ines Hollinger ist gern gesehener Gast in der
freien Münchner Theaterszene, zum Beispiel in der
Eröffnungsproduktion “Audiogramm” (Regie: Clara Hinterberger) des Hoch X Theaters. Besonders am Herzen liegt ihr “InesHo”, eine mit Jochen Strodthoff gemeinsam entwickelten
Kinderperformance, mit der sie in München und Umgebung zu sehen ist. Aktuell spielt sie in “Für immer schön” am Residenztheater zu sehen, sowie bald am Volkstheater in “Alles Weitere kennen Sie aus dem Kino”. Gemeinsam mit Monika Manz ist sie Teil des Hauptcasts der neuen Familienserie “Racko – ein Hund für alle © Daniela Pfeil Fälle” und hat im Kinofilm “FrauMutterTier” mitgewirkt.
2012 erhielt sie das Stipendium des deutschen Bühnenvereins