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Datum/Zeit
Datum - 26.01.2022
19:00 - 20:30
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Veranstaltungsort

Online: Youtube-Kanal der Stiftung Lyrik Kabinett

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Das jüngste ‚Blaue Buch‘ des Lyrik Kabinetts
Der Übersetzer Àxel Sanjosé im Gespräch mit Susanne Lange
Die Originalgedichte rezitiert Jaume Villalba

Online-Veranstaltung auf dem youtube-Kanal des Lyrik Kabinetts und zum Nachhören: kostenfrei auf www.dichterlesen.net.

Joan Maragall (1860–1911), neben Antoni Gaudí einer der Hauptvertreter des „Modernisme“, emanzipierte das Alltags-Katalanisch für den poetischen Gebrauch. In seinem Werk treffen sich pantheistisches Weltgefühl und christlicher Glaube, liberales Bürgertum und soziales Engagement, literarischer Pioniergeist und naiv-kindliches Staunen. Bislang waren deutsche Übersetzungen seiner Gedichte nur verstreut veröffentlicht, mit dem neuen Band – übersetzt und kuratiert von Àxel Sanjosé – liegt erstmals eine zusammenhängende Auswahl vor, die einen Eindruck von der poetischen Frische und Tiefe dieses Autors vermittelt. Sanjosé, geb. 1960 in Barcelona, lebt als Lyriker, Übersetzer, Dozent für Komparatistik und Mitarbeiter eines Designerbüros in München. Für das Lyrik Kabinett übersetzte er bereits Die Spiegel. Der öde Raum von Pere Gimferrer (Edition Lyrik Kabinett bei Hanser, 2007) und die Anthologie vier nach (Lyrik Kabinett, 2007); 2021 erschien sein jüngster eigener Gedichtband Das fünfte Nichts im Rimbaud Verlag. Susanne Lange, geboren 1964, ist Philologin und literarische Übersetzerin, v.a. aus dem Spanischen. Für ihre Übersetzungen (u.v.a. Cervantes’ Don Quijote, Lorcas Theaterstücke und eine Werkauswahl Cernudas) wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Zur Zeit arbeitet sie an der Übertragung von Góngoras Soledades; die von ihr mitherausgegebene Anthologie der spanischsprachigen Lyrik von den Anfängen bis zur Gegenwart erscheint 2022. Jaume Villalba, geboren in Katalonien, ist Regisseur, Schauspieler, Choreograph und Lehrbeauftragter für Theaterwissenschaft an der LMU, leitet Theatergruppen in Deutschland, Katalonien, Italien und Malta und ist auch als Regisseur international gefragt.


III

El cel ben serè
torna el mar més blau,
d’un blau que enamora
al migdia clar:
entre pins me’l miro…
Dues coses hi ha
que el mirar-les juntes
me fa el cor més gran:
la verdor dels pins,
la blavor del mar.

III

Der Himmel, ganz heiter,
färbt blauer das Meer,
ein Blau, das verliebt macht
am Mittag so hell:
ich schau unter Pinien …
Zwei Dinge gibt’s,
seh ich sie zusammen,
wird weiter mein Herz:
der Pinien Grün,
des Meeres Blau.

Joan Maragall, aus: „Vistes al mar / Blicke aufs Meer“,  wie in: Der Pinien Grün, des Meeres Blau. Katalanisch / deutsch. Ausgewählt, übertragen und mit einer Einführung von Àxel Sanjosé, Lyrik Kabinett 2021, S. 98f.