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Datum/Zeit
Datum - 31.01.2019
19:00 - 21:00

Veranstaltungsort
Haus des Deutschen Ostens München

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Seit September 1945 durchliefen das Grenzdurchgangslager Friedland rund eine Million Menschen. Sie kamen aus dem deutschen Osten oder aus der sowjetischen Kriegsgefangenschaft, waren gezeichnet durch Krieg und Gewalt, Erniedrigung und Elend. Sie waren Entwurzelte, suchten in einem neuen Staats- und Gesellschaftssystem, in einer für sie fremden Umgebung neu Fuß zu fassen. Friedland wurde zum Topos der westdeutschen Medien in den ersten beiden Nachkriegsjahrzehnten. Dabei reagierten die Alteingesessenen auf die Neuankömmlinge widersprüchlich: mit Mitgefühl und Solidarität, aber auch nicht selten mit Ablehnung und Ausgrenzung. Christopher Spatz widmet sich in seinem Buch dieser Welt der Heimkehrer, Vertriebenen und Aussiedler während der 1950–1960er Jahre. Die Aufnahmen des Fotoreporters Fritz Paul dokumentieren ihren Alltag im Bild.

Dr. Christopher Spatz (geb. 1982 in Bremen) promovierte 2015 an der Humboldt-Universität Berlin mit einer Arbeit über Erfahrung und Identität der ostpreußischen „Wolfskinder“. Anschließend war er für die „Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ tätig. Zu seinem sozialen Engagement als Wissenschaftler gehörte der Einsatz für die Entschädigung der „Wolfskinder“ durch die Bundesrepublik. Zuletzt ist von ihm der Sammelband „Nur der Himmel blieb derselbe. Ostpreußens Hungerkinder erzählen vom Überleben“ (2018) mit biographischen Interviews erschienen.

In Kooperation mit: BdV-Landesverband Bayern e.V.