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Datum/Zeit
Datum - 08.07.2021
19:00 - 21:00
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Veranstaltungsort
Haus des Deutschen Ostens

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Selten war ein Verhältnis von Vater und Sohn so innig und so komplex – obwohl sich die Lebenszeiten beider kaum überschnitten: Heinrich George (geb. 1893 in Stettin / Szczecin in Pommern) war seit den 1920ern der ungekrönte König der Berliner Theaterbühnen, wirkte bei den Aufführungen von Bertolt Brecht mit, spielte in Starfilmen wie „Metropolis“ und „Berlin Alexanderplatz“. Im Dritten Reich führte er seine Karriere zu neuen Höhen und ließ sich sogar für Propagandastreifen einspannen. Er starb 1946 im sowjetischen Speziallager Sachsenhausen.

Der Sohn Götz George (geb. 1938 in Berlin) war damals acht Jahre alt. Doch die Figur seines Vaters beschäftigte ihn Zeit seines Lebens – der widersprüchliche Künstler, dem er auf eigene Weise nachfolgte.

Götz George spielte in Karl-May-Streifen, dann in „Schtonk“ und „Rossini“, in denen sich die Republik wiedererkannte. Er glänzte in zahlreichen Charakterrollen, so wie im Film „Der Totmacher“. Als „Schimanski“ wurde er zum beliebtesten deutschen Fern­sehkommissar – und zum Prototyp des neuen Mannes, der auch verletzlich sein durfte. Bei aller Verschiedenheit haben Vater und Sohn eines gemeinsam: Beide Georges waren ungemein populär, echte Volksschauspieler. Ihre Lebensgeschichten erzählen ein Jahrhundert deutscher Geschichte.

Thomas Medicus versteht es wie kaum ein anderer, seine Figuren lebendig zu zeichnen und zugleich ein großes Zeitpanorama zu entwerfen. Eine außergewöhnliche, bewegende Vater-Sohn-Geschichte – und die große Doppelbiografie zweier prägender Schauspielkünstler des 20. Jahrhunderts.

Dr. Thomas Medicus (geb. 1953) studierte Germanistik, Politikwissenschaften und Kunstgeschichte in Marburg. Er schrieb u.a. für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und war stellvertretender Feuilletonchef der Frankfurter Rundschau. Viele Jahre arbeitete er zudem für das Hamburger Institut für Sozialforschung. Heute lebt Thomas Medicus als freier Publizist in Berlin. Von ihm liegen u.a. vor „Melitta von Stauffenberg. Ein deutsches Leben“ (2012) und „Heimat. Eine Suche“ (2014).