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Datum/Zeit
Datum - 15.07.2019
19:00 - 22:00

Veranstaltungsort
Seidlvilla

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Vortrag von Dr. Andreas Ay, Giessen

Heinrich Wölfflin gehörte gemeinsam mit Ernst Bertram, Hugo von Hofmannsthal, Thomas Mann, Richard Oehler und Friedrich Würzbach dem Vorstand der neu gegründeten Gesellschaft an. Dieses ehrenamtliche Engagement des Kunsthistorikers lässt demzufolge auf ein Interesse für Friedrich Nietzsches Leben und Werk schließen. Allerdings ist in Wölfflins Hauptwerken Renaissance und Barock, Die Klassische Kunst und den Kunstgeschichtlichen Grundbegriffen der Name Nietzsche nicht zu finden. Dennoch wird wiederholt in der kaum noch zu überblickenden Wölfflin-Forschung beiläufig auf eine Nähe Wölfflins zu Friedrich Nietzsches begrifflichem Denken verwiesen: Vor allem Nietzsches Begriffspaar apollinisch und dionysisch ließe sich mit Wölfflins Begriffspaar des linearen und malerischen in Verbindung, die er in seinen Kunstgeschichtlichen Grundbegriffen entwickelt. Wie verhält es sich nun mit Wölfflins Nietzsche-Lektüre? Handelt es sich bei den von der Forschung konstatierten Nietzsche-Anleihen in Wölfflins Schriften schlicht um eine „Vagabondage eines Begriffspaares“, wie Hennig Ottmann es allgemein formulierte? Lassen sich andere offenkundige oder verborgende Lesefrüchte im Werk des Kunsthistorikers finden oder sind Hinweise in Wölfflins handschriftlichem Nachlass in Basel zu entdecken? Trifft am Ende Goethes an Eckermann gerichtetes Wort über Immanuel Kant zu: „Er hat auch auf Sie gewirkt, ohne daß Sie ihn gelesen haben“? Der Vortragende wird sich auf die Spurensuche begeben.

Unkostenbeitrag € 8.– / 4.– (Mitglieder) / Studenten frei
Mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München

mehr: https://www.nietzsche-forum-muenchen.de