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Datum/Zeit
Datum - 21.01.2020
19:30 - 22:00

Veranstaltungsort
Seidlvilla

Kategorien


Lesung mit dem Tukan-Preisträger 2019, Moderation: Georg M. Oswald

1919, Deutschland unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkrieg: Aufstände, Räterepubliken, Freikorpskämpfe, Versailler Vertrag, Dolchstoßlegende, politischer Mord, Revanche und Nazismus: Hätte Geschichte anders verlaufen können?

Soldaten, Rückkehrer, Revolutionäre, Minister, Freikorpskämpfer, Gymnasiasten, Matrosen, Monarchisten, Vertriebene, Verliebte, ein Vagabund, eine Zeitungsverkäuferin: In ihren Geschichten präsentieren sich die tausendfachen Probleme einer Zeit, die von den Explosionen des Krieges erschüttert und von der katastrophalen Niederlage geprägt ist, von Hunger, Massenelend und Kriegsgewinnlern, von fanatischem Nationalismus und sozialrevolutionären Ideen, von militärischer Gewalt und Fantasien freier Liebe. In „1919“ fließen Hunderte von Splittern, Szenen und Handlungsverläufen aus zeitgenössischen Romanen, Berichten und Aufsätzen zusammen, ein Erzählstrom in 123 Kapiteln, der aus den Ideen und Kämpfen der Zeit schöpft, aus trivialen, völkischen, utopischen, dadaistischen, reaktionären, politischen, literarischen und fotografischen Quellen; eine Fiktion, die extreme Positionen vorführt und die Widersprüche der Weimarer Republik zuspitzt. Ein kühnes Werk wider Geschichtsvergessenheit, Fatalismus und blinden Gehorsam, für das Herbert Kapfer mit dem Tukan-Preis 2019 für die beste belletristische Neuerscheinung des Jahres ausgezeichnet wurde.

Herbert Kapfer, 1954 in Ingolstadt geboren, ist Autor und Publizist. Von 1996 bis 2017 leitete er die Abteilung Hörspiel und Medienkunst im BR. 2017 erschienen die Bücher „Verborgene Chronik 1915 – 1918“ (mit Lisbeth Exner) und die Essaysammlung „sounds like hörspiel“.

Kartenreservierung: 089 129 06 77

Eintritt 5/7 Euro