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Datum/Zeit
Datum - 27.10.2019
11:00 - 12:30

Veranstaltungsort
Evangelische Stadtakademie

Kategorien


Es ist ein Zeichen der höchsten Anerkennung, wenn es von jemandem heißt, sie sei integer, sie zeichne sich durch Integrität aus. Ein integrer Mensch ist nicht korrumpierbar, weder durch Menschen noch durch Situationen. Und wie oft trifft man auf so jemand?

In der akademischen Philosophie gibt es eine lebhafte und auch ziemlich komplizierte Diskussion darüber, was Integrität genau sei. Davon sind für uns vielleicht drei Aspekte wichtig – und sinnvoll. Erstens ist der integre Mensch sich selbst treu, zweitens ist er nicht nur sich selbst als Person treu, sondern vor allem seinen moralischen Prinzipien und Werten, und drittens – aber um diesen Aspekt kümmern sich die Universitätsphilosoph*innen nicht – besitzt der integre Mensch Mut, eine von den großen Philosophen gekannte und anerkannte Tugend. Es braucht nämlich Mut, nach seinen moralischen Prinzipien zu handeln und die eigenen Überzeugungen öffentlich zu vertreten, ohne sich und seinen Charakter von der Aussicht auf Vorteile oder von der Angst durch Drohung verderben zu lassen.

Am schönsten ist es aber, dass Integrität Freude und Wohlbefinden bereitet. Wenn wir Mut besitzen und ihn in einer bestimmten Situation gezeigt haben, schnellt unsere Lust am Leben nach oben. Wer hat das nicht erlebt – insbesondere, wenn es um unsere moralische Integrität ging!

Wir möchten uns ja nicht selbst wegen vergangener Schwächeanfälle quälen, und noch weniger möchten wir uns von den moralinsauren Mitmenschen die Stimmung verderben lassen. Deshalb schauen wir uns am letzten Sonntag im Oktober die Integrität genauer an und versuchen, darin die Aspekte zu entdecken, die uns vielleicht entgangen sind und mehr Glanz in unser Alltag bringen. Zu viel verlangt? Spinoza, der ethische Philosoph der Freude, wäre dabei.