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Datum/Zeit
Datum - 21.04.2022
18:30 - 20:00
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Ausstellungseröffnung und Filmvorführung

Als Adelige aus Böhmen und Mähren nach 1945 Brücken über politische, nationale und gesellschaftliche Grenzen hinweg schlugen, war ihr Wirken von Kultur, Menschlichkeit und christlichem Glauben geprägt. Dank ihrer familiären Verbindungen sowie der Zugehörigkeit zu europäischen und christlichen Netzwerken und geleitet von einem ererbten Verantwortungsgefühl trugen auch sie schließlich zur politischen Wende im Jahr 1989 bei.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts verlor der Adel in den böhmischen Ländern nach und nach seine zentrale Rolle in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Adelige, die als Deutsche galten, enteignet und vertrieben. Von denjenigen, die sich als Tschechen betrachteten, flohen viele nach dem kommunistischen Umsturz 1948 aus dem Land.

Wie ihre Landsleute mussten sie im Exil aus dem Nichts neue Existenzen aufbauen. Trotzdem halfen auch sie materiell und finanziell, auf offiziellen und heimlichen Wegen, gründeten Hilfswerke und informierten in den Medien über das Geschehen diesseits und jenseits der Grenzen. Sie hielten das Bewusstsein für die gemeinsamen kulturellen Wurzeln wach, obwohl ihr engagierter Einsatz oft abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit stattfand.

In Erinnerung an die langjährige Geschäftsführerin des Adalbert Stifter Vereins Johanna von Herzogenberg, die 2021 ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte, möchten wir die Wahrnehmung für diesen Abschnitt unserer gemeinsamen Vergangenheit schärfen. Er bildet einen bedeutenden Mosaikstein der mitteleuropäischen Geschichte im 20. Jahrhundert.

Im Rahmen der Ausstellungsvorbereitung wurden auch Zeitzeugeninterviews aufgenommen. Aus diesen Interviews entstand der Film Adel im Exil, der an diesem Abend seine Premiere feiert.

Grußworte: Peter Becher (Adalbert Stifter Verein), Zdeněk Hazdra (Ústav pro studium totalitních režimů)

Festrede: Jaroslav Lobkowicz (Unternehmer, Politiker und Oberhaupt des Hauses Lobkowicz)

Adel im Exil, D/CZ 2022. Drehbuch Jan Blažek (Post Bellum), 30 Min.

Anmeldung erforderlich unter eveeno.com/kulturelle-bruecken

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Institut zur Erforschung totalitärer Regime [Ústav pro studium totalitních režimů], Prag