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Datum/Zeit
Datum - 20.09.2022
19:00 - 20:30
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Veranstaltungsort
Sudetendeutsches Haus

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Lesung und Gespräch mit Anna Fodorová und ihrer Übersetzerin Christina Frankenberg

Sie war die letzte deutschsprachige Autorin Prags, sie war Jüdin und bis zu ihrem Tod 2008 in Prag hat sie alle überlebt: Anna Seghers, Egon Erwin Kisch, Max Brod. Vor den Nazis flüchtet sie über Paris, Marseille und Casablanca bis nach Mexiko-City, nach ihrer Rückkehr wird sie im Zuge der stalinistischen Säuberungen in der Tschechoslowakei inhaftiert – Lenka Reinerová lebte ohne Zweifel eine der bewegendsten Biografien des vergangenen Jahrhunderts.

In ihrem so poetischen wie persönlichen Buch nimmt ihre Tochter Anna Fodorova, die heute als Psychotherapeutin in London lebt, Abschied von der berühmten Mutter. Es ist die Geschichte der letzten Jahre von Lenka Reinerová, es ist eine neue Begegnung mit der großen Dame der deutsch-tschechischen Literatur, und es ist der Blick einer erwachsenen Tochter auf das Leben mit ihrer Mutter – persönlich, poetisch und tief berührend.

Anna Fodorová wurde 1946 in Belgrad geboren und wuchs in Prag auf. Seit der Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 lebt sie in London, wo sie damals ein Filmstudium am Royal College of Art absolvierte. In London ist sie noch immer zu Hause, inzwischen arbeitet sie als Psychotherapeutin und hat sich auf transgenerationale Traumata spezialisiert. 2020 veröffentlichte sie im Prager Verlag Labyrint ihr auf Tschechisch verfasstes Buch Lenka Reinerová – Abschied von meiner Mutter, dessen deutsche Übersetzung im April bei btb erschien.

Christina Frankenberg ist Bohemistin und stellvertretende Leiterin des Tschechischen Zentrums Berlin, für das sie u. a. die literarischen Programme kuratiert. Sie übersetzt sie zeitgenössische Prosa und Texte zu Literatur, Kunst und Geschichte.

Moderation: Zuzana Jürgens (Adalbert Stifter Verein)

Eintritt frei

Eine Veranstaltung des Adalbert Stifter Vereins in Kooperation mit dem Tschechischen Zentrum München