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Datum/Zeit
Datum - 24.01.2020
20:00 - 22:00

Veranstaltungsort
Bürgersaal Oberhaching

Kategorien


“Liebe mich nicht so, wie ich es verdiene!”

Die Romantiker und die Liebe –
literarisch-musikalischer Abend mit Julia Stemberger & Stefan Wilkening

Romantik ist einer der am häufigsten missbrauchten Begriffe. Fern von jedweder Kerzen- und Blümchen-Idylle ist die “echte” Romantik eine wahrhaft revolutionäre Zeit, die mehr verändert hat als die rebellischen 1968er. Dies gilt nicht zuletzt für neue Formen des Zusammenlebens und der Liebe. Das Ideal der “romantischen Liebe” stellt die Weichen für jene Form der Beziehung, die heute als erstrebenswert gilt: die vollkommene Harmonie zwischen zwei Menschen in Geist, Seele und Körper. Vorreiter dieser ganz individuellen Suche nach Liebe, Glück und Erfüllung waren die Künstler der Romantik. In kurzen Einzelporträts von Romantikern aus Musik, Literatur und Philosophie zeichnet dieser Abend (Textkonzept: Eva Hofmann) ein abwechslungsreiches Bild einer aufregenden Ära: vom Frauenheld und “Popstar” der Romantik Lord Byron über Franz Liszts schwindende Leidenschaft für Marie d’Agoult bis zur überaus schwärmerisch veranlagten Bettina Brentano, die schließlich auch das Glück der Schweinezucht entdeckt. Die im eigentlichen Sinn “romantischste aller romantischen Liebesgeschichten”, die verzweifelte Sehnsucht von John Keats nach Fanny Brawne, endet nicht so glücklich wie das Leben der Dichterin Elizabeth Barrett, die sich erst durch die Liebe zu Robert Browning staunend “von ihrem Leichentuch” erhebt.

Die beiden Schauspieler Julia Stemberger und Stefan Wilkening sind die Idealbesetzung für diesen abwechslungsreichen Abend: “Lesung allein beschreibt Stembergers Kunst nicht erschöpfend. Geradezu magnetisch wirkt die Schauspielerin auf ihr Publikum. Sie offenbart beeindruckende emotionale Tiefe und schlüpft im Sekundentakt von einer Rolle in die nächste.” (Münchner Merkur) Stefan Wilkening liest “mit derart viel Liebe und Einfühlung, mit Witz und Pointierung, mit gleichsam sprechenden Pausen und kluger Gestik, dass es die reine Freude ist.” (DrehPunktKultur)

Analog zum frischen Blick, den die Texte auf die Romantik werfen, sucht auch die musikalische Gestaltung des Abends nach neuen Blickwinkeln – in Paarform: Festivalleiterin Isabel Lhotzky lässt sich mit der Pianistin Cristina Marton, die u.a. auch als Klavierduo-Partnerin von Martha Argerich von sich reden macht, in der sehr intimen Form des vierhändigen Spiels auf einen spannenden Dialog ein.