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Datum/Zeit
Datum - 07.11.2017
20:00 - 21:30

Veranstaltungsort
Kunstforum Arabellapark / Stadtbibliothek Bogenhausen

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Lesung mit Luiz Ruffato und Michael Kegler aus “Teilansicht der Nacht”*

Die Lesung in portugiesischer Sprache wird moderiert, übersetzt und in deutsch gelesen von Ruffatos Übersetzer Michael Kegler. In Kooperation mit dem Verein Lusofonia München e. V.

Der Eintritt ist frei. Kostenlose Eintrittskarten können in der Stadtbibliothek Bogenhausen unter Tel. 089/9287810 oder stb.bogenhausen.kult@muenchen.de reserviert werden.
Luiz Ruffato erzählt in seinem Romanzyklus „Vorläufige Hölle“ die Geschichte der Arbeiter in Brasilien und die Auswirkungen der schnellen und gewaltigen Industrialisierung auf das Leben der Menschen. In seinem Roman “Teilansicht der Nacht” entfaltet Luiz Ruffato schon nach wenigen Seiten einen Kosmos der kleinen Leute und ihre Träume, erzählt von Krankheiten und Verbrechen, von Alkoholismus und einem bigotten Katholizismus.

Luiz Ruffato kennt das Leben der einfachen Arbeiter ganz genau. Er stammt aus einer Migrantenfamilie. Sein Vater kam aus Italien, versuchte als Popcornverkäufer die Familie zu ernähren, seine Mutter arbeitete als Waschfrau, konnte weder lesen noch schreiben. Luiz Ruffato wurde in Cataguases geboren, in der selben Stadt, in der sein Roman spielt. Nach der Schule machte er eine Lehre, arbeitete als Mechaniker, Verkäufer und studierte nebenbei Journalismus, über den er später zur Literatur kam.
Luiz Ruffato gewann die wichtigsten Literaturpreise Brasiliens. Mit seine Rede zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse, deren Ehrengast 2013 Brasilien war, erregte Ruffato international Aufsehen weil er nicht die Postkartenseite Brasiliens und das Wirtschaftswachstum lobte, sondern all die Miseren der Nation vergegenwärtigte. Mit seinem kongenialen Übersetzer Michael Kegler erhielt er 2016 den “Internationalen Hermann-Hesse-Preis”. Gewürdigt wurde „seine schriftstellerische Leistung von internationalem Rang in Verbindung mit ihrer Übersetzung”.

Michael Kegler hat ein sehr enges Verhältnis zu Brasilien und zum Portugiesischen. Alphabetisiert in Brasilien begeisterte er sich später in Deutschland als Mitarbeiter des Zentrums für Bücher und Schallplatten in portugiesischer Sprache für portugiesischsprachige Literatur. „Diese Welt hat mich gepackt, und nun versuche ich mich seit Anfang der 1990er Jahre hier für Literatur in portugiesischer Sprache einzusetzen. Die Übersetzungen sind nur ein Teil dieses Einsatzes und der Begeisterung“, sagt der Übersetzer, der unter dem Titel Nova Cultura auch eine Website zum Thema betreibt.

www.assoziation-a.de/autoren/Ruffato
novacultura.de
www.lusofonia-muenchen.de