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Datum/Zeit
Datum - 22.09.2019
11:00 - 13:30

Veranstaltungsort
Langes Haus der Stiftung Nantesbuch

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Lyrik-Matinee mit John Burnside; Axel Milberg liest Vladimir Nabokov

Der Gruß der Philosophen untereinander sollte sein: „Lass dir Zeit.“ Diese Einsicht von Ludwig Wittgenstein sollte eigentlich für alle Menschen zutreffen, auf jeden Fall aber für alle Künstler. Denn es braucht Zeit, die vorhandene Welt im Kunstwerk nicht nur neu zu kombinieren, sondern sie neu zu erschaffen. Dazu jedoch sollte der Künstler die vorhandene Welt kennen, das braucht Langmut, Geduld, Genauigkeit. Ganz im Gegensatz zur Ungeduld, die mehr und mehr um sich greift, hervorgerufen durch die Beschleunigung aller Arbeitsprozesse, der Kommunikationswege und damit der Lebenswelt. Wo einst der Rhythmus der Natur die Kultur beeinflusste, ist es heute der Stress der Geschwindigkeit, der drohende Kollaps.

Zeit im Überfluss ist in der Kindheit vorhanden. Alle Eindrücke können sich dann tief ins Gedächtnis senken: der Duft des Grases, der Blick aus dem Zimmer, das Bild über dem Bett. Die Kindheit kann ein Paradies sein, so wie es Vladimir Nabokov erlebte.

Die Kindheit kann eine Hölle sein, so wie sie John Burnside durchmachte, von der er sich schreibend befreite. Beides ist die Quelle, von der aus sich ihr Schreiben entwickelt. Beide versuchen ein wenig Licht in das Dunkel zu beiden Seiten des Lebens zu bringen, um von dort aus das menschliche Dasein zu erhellen. Vielleicht rührt daher auch ihr Interesse an Geisterkunde. Beide sind Sammler, Nabokov sammelt Sonnenuntergänge, Schmetterlinge, Worte. Burnside sammelt das helle Licht, beobachtet Bienen, findet Verse.

Programm:
11.00 Uhr – Eingangshalle
Lesung
John Burnside: „In the Name of the Bee“
Einführung und Lesung der deutschen Übersetzung
„Im Namen der Biene“: Iain Galbraith

12.00 Uhr – Eingangshalle
Lesung mit Musik
Axel Milberg liest Vladimir Nabokov: „Erinnerung, sprich“
Klenke Quartett mit Werken von Germaine Tailleferre und Erwin Schulhoff
Annegret Klenke, Violine
Beate Hartmann, Violine
Yvonne Uhlemann, Viola
Ruth Kaltenhäuser, Violoncello

Vor und nach der Veranstaltung werden Getränke und Speisen angeboten.

Shuttle ab München und Penzberg
Zu der Veranstaltungen besteht ein Bus-Shuttle-Angebot ab München und Penzberg. Beim Kauf der Eintrittskarte kann ein Shuttle-Ticket dazu erworben werden (3 €).
Shuttle ab München: P&R Aidenbachstraße (Gmunder Str. 40, 81379 München) um 09.20 Uhr / Rückfahrt ab Langes Haus um 14.30 Uhr (Fahrzeit von ca. 60 Minuten)
Shuttle ab Bhf. Penzberg um 10.05 Uhr / Rückfahrt ab Langes Haus um 14.30 Uhr (Fahrzeit ca. 15 Minuten)

Informationen und Karten: https://stiftung-nantesbuch.de/veranstaltungen/formate/moosbrand