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Datum/Zeit
Datum - 03.12.2019
19:00 - 20:30

Veranstaltungsort
Adalbert Stifter Verein, Wissenschaftliche Bibliothek im Sudetendeutschen Haus (1. Untergeschoss)

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Wissenschaftlicher Vortrag von Alexandra Millner (Wien) über die genderspezifische Rezeption der Schriftstellerin

Die in Prag geborene Aloisia Kirschner alias Ossip Schubin (1854–1934) schrieb zwischen 1870 und 1924 45 Romane, Novellen, Erzählungen und Schauspiele. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs war sie eine breit rezipierte und anerkannte Autorin, danach wurde es still um sie, sodass sie heute völlig in Vergessenheit geraten ist. Als Tochter aus assimiliertem jüdischdeutschem Elternhaus fühlte sie sich nicht nur wegen ihres eigenen Lebensstils sondern auch thematisch von der Adelsgesellschaft fasziniert, unterzog diese jedoch zugleich einer subtilen Kritik. Auch zu den politischen Entwicklungen in Österreich-Ungarn und Europa nahm sie in manchen Werken Stellung. Wenig findet sich davon in der Literaturkritik. Der Vortrag untersucht die Ursachen der eigenwilligen Rezeption von Schubins Werk.

Alexandra Millner ist Literaturwissenschaftlerin, Literaturkritikerin sowie Dramaturgin und arbeitet als Lehrbeauftragte und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Germanistik der Universität Wien. In ihrer Habilitationsschrift befasste sie sich im Rahmen einer Elise Richter-Stelle (FWF) mit Transdifferenz in der Literatur deutschsprachiger Migrantinnen in Österreich-Ungarn; zurzeit leitet sie das FWF-Projekt „Albert Drach Werke. Studienausgabe 3“. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Literatur von Frauen der Habsburgermonarchie sowie österreichische Literatur nach 1945.

Eintritt frei