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Datum/Zeit
Datum - 28.04.2019
20:00 - 22:00

Veranstaltungsort
Kulturzentrum Mohr-Villa Freimann

Kategorien


Im Mai 1903 eröffnet die Traunsteiner Wirtin Kathi Kobus in der Münchner Türkenstraße 57 die legendäre Künstlerkneipe „Simplizissimus“. Mit ihr ziehen auch ihre Stammgäste Frank Wedekind, Olaf Gulbransson und andere im Dunstkreis der gleichnamigen Satirezeitschrift in das neue Lokal ein. Kobus beschäftigt fortan ihre „Hausdichter“ Karl Valentin und Joachim Ringelnatz auf der Brettlbühne der Kneipe. Der mittellose Schriftsteller und Maler Ringelnatz verdient sich hier jeden Abend seinen Unterhalt mit dem Vortrag seiner Turn-, Tier- und Seemannsgedichte. Hin- und hergeworfen zwischen obskuren Geschäftsideen, Dichtelei und Broterwerb landet Ringelnatz schließlich mit der Malerin Leonharda „Muschelkalk“ Pieper in Berlin. In einer poetischen Kombination aus szenischem Dialog, Musik und Gesang spürt der Salon dem spannungsreichen Verhältnis des bekannten Dichters und der Wirtin des Schwabinger Simpls nach. Den musikalischen Rahmen bildet Kammermusik, unter anderem von Alexander Gretchaninow, Darius Milhaud, Cyril Scott, Erwin Schulhoff und Jacque Ibert.

Die Rolle der Kathi Kobus übernimmt Anna Sutyagina, Joachim Ringelnatz wird verkörpert von Robert Gregor Kühn. Jörn Mensching ist sowohl für den Text als auch für die Dramaturgie und Regie verantwortlich.

Musik und Regie

Anna Sutyagina ist Konzertpianistin und künstlerische Leiterin der neuen Internetplattform für zeitgenössische Musik „Moving Classics TV” (www.movingclassics.tv). Die in Russland geborene Pianistin lebt und arbeitet seit dem Jahr 2005 in München. Träumen und etwas Neues erkunden sind die Leitmotive des künstlerischen Schaffens von Sutyagina. Noch geprägt von der traditionellen Ausbildung der russischen Schule öffnete sich die Pianistin schnell neuen Richtungen, um der Phantasie in ihrer Arbeit mehr Platz einzuräumen. In dem von ihr gegründeten Münchner Klassik-Salon verbindet sie Musik und Literatur in theatralischer Form und verarbeitet das Schaffen starker Frauen wie Sappho, Martha Gellhorn, Madame Pompadour oder Anais Nin. Seit drei Jahren gilt die große Leidenschaft von Anna Sutyagina der Einspielung von Werken zeitgenössischer Komponist*innen.

Schon immer liebt Robert Gregor Kühn Sprache, Musik und die Bühne und war bereits im pepper-Theater, dem Teamtheater Tankstelle und im Theater Neusäß zu sehen. Kühn gab sein Operndebüt 2016 in der Pasinger Fabrik als Menelas in „Die schöne Helena“ und stand daraufhin bei den Musicals „Ein Sommernachtstraum“ und „Ludwig²“ im Ludwigs Festspielhaus Füssen auf der Bühne. 2017 gab er den Warren in „Ordinary Days“ in der Black Box im Gasteig und ist seit November 2018 im Hoftheater Bergkirchen engagiert. Seit 2019 arbeitet Kühn als Stimmbildner in der Musikschule im Lukashaus in Ingolstadt.

Jörn Mensching arbeitet als Regisseur, Dramaturg und Autor. Er ist Gründer und Leiter der freien Theatergruppe „post it – productions“. Mensching war in zahlreichen Theaterinszenierungen involviert, unter anderem im Theater Oberhausen, im Kleinen Theater Salzburg, im Altstadttheater Ingolstadt und am Giesinger Bahnhof in München. Er ist Mitglied im Bundesverband Freier Theater.

 

Eintritt 12€.

Info: Robert Gregor Kühn, www.robertgregorkuehn.com; Mohr-Villa, Tel. 089 324 32 64, treffpunkt@mohr-villa.de, www.mohr-villa.de