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Datum/Zeit
Datum - 06.02.2020
19:00 - 21:00

Veranstaltungsort
Sendlinger Kulturschmiede

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“Wolfgang Bächler gehört zu den ganz wenigen Lyrikern, die mich interessieren, an deren Weg ich glaube.” Was Gottfried Benn 1950 über den ersten Gedichtband Bäch-lers, “Die Zisterne”, schrieb, hat sich bewahrheitet. In der Tat gehört der 1925 in Augsburg geborene Dichter zu den bedeutenden deutschen Nachkriegsdichtern. Bächlers Gedichte – wie “Lichtwechsel” (1955), “Türklingel” (1962), “Ausbrechen” (1976) und “Nachtleben” (1982) – verbinden die Tradition der Naturlyrik mit Ein-flüssen des Surrealismus, spiegeln seine individuellen und gesellschaftlichen Hoff-nungen und Einbrüche.

Wolfgang Bächler, der zu den Gründern der legendären “Gruppe 47” gehörte, hat nie die Augen verschlossen vor der Wirklichkeit, in der er lebte. Er hat sich ihr poetisch genähert, und auch satirisch, in den Prosatexten von “Stadtbesetzung” (1979), in sei-nen beiden Romanen “Der nächtliche Gast” und “Einer, der auszog, sich köpfen zu lassen” (1990). Er hat sie mit den Augen eines Kranken, eines Manisch-Depressiven gesehen und in den “Traumprokollen” (1972 und 1988) zu “Nachrichten aus einem beschädigten Leben” verdichtet. “Schräg im Nichts” heißt bezeichnenderweise ein frühes Gedicht von Wolfgang Bächler.

“Schräg im Nichts” ist deshalb auch der Titel dieses Films über einen Dichter, dem die Einsamkeit, die Unzugehörigkeit zur zentralen Lebenserfahrung wurde. Im Zen-trum stehen neben zahlreichen Gedichtlesungen des Autors ein Gespräch mit Wolfgang Bächler und eine gemeinsame Reise nach Frankreich, nach Paris, das für den Dichter der Ort seiner Sehnsucht war und ist.