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Datum/Zeit
Datum - 07.02.2019
19:00 - 21:00

Veranstaltungsort
München Monacensia

Kategorien


Wolfgang Bächler

Foto © Vera Botterbusch

“Wolfgang Bächler gehört zu den ganz wenigen Lyrikern, die mich interessieren, an deren Weg ich glaube.” Was Gottfried Benn 1950 über den ersten Gedichtband Bächlers, “Die Zisterne”, schrieb, hat sich bewahrheitet. In der Tat gehört der 1925 in Augsburg geborene Dichter zu den bedeutenden deutschen Nachkriegsdichtern. Bächlers Gedichte – wie “Lichtwechsel” (1955), “Türklingel” (1962), “Ausbrechen” (1976) und “Nachtleben” (1982) – verbinden die Tradition der Naturlyrik mit Einflüssen des Surrealismus, spiegeln seine individuellen und gesellschaftlichen Hoffnungen und Einbrüche.

Wolfgang Bächler, der zu den Gründern der legendären “Gruppe 47” gehörte, hat nie die Augen verschlossen vor der Wirklichkeit, in der er lebte. Er hat sich ihr poetisch genähert, und auch satirisch, in den Prosatexten von “Stadtbesetzung” (1979), in seinen beiden Romanen “Der nächtliche Gast” und “Einer, der auszog, sich köpfen zu lassen” (1990). Er hat sie mit den Augen eines Kranken, eines Manisch-Depressiven gesehen und in den “Traumprotokollen” (1972 und 1988) zu “Nachrichten aus einem beschädigten Leben” verdichtet. “Schräg im Nichts” heißt bezeichnenderweise ein frühes Gedicht von Wolfgang Bächler.

“Schräg im Nichts” ist deshalb auch der Titel dieses Films von Vera Botterbusch über einen Dichter, dem die Einsamkeit, die Unzugehörigkeit zur zentralen Lebenserfahrung wurde. Im Zentrum stehen neben zahlreichen Gedichtlesungen des Autors ein Gespräch mit Wolfgang Bächler und eine gemeinsame Reise nach Frankreich, nach Paris, das für den Dichter der Ort seiner Sehnsucht war und ist.