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Datum/Zeit
Datum - 09.07.2023
15:00 - 16:30
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Lesung und Gespräch

Er hat keinen Vater, keinen Job, keine Freunde – in einem kleinen tschechischen Grenzdorf lebt Zdeněk mit seiner Mutter und der pflegebedürftigen Großmutter. Schulden, Mobbing und Spott prägen seinen Alltag. Alles Fremde und Andersartige lehnt er radikal ab, sein Anker ist sein Glaube an Gott und die Gebote der Kirche. Doch was ist real und was findet nur in Zdeněks Kopf, dem „heiligen Haupt“, statt?

Mit sprachlicher Bravour sperrt Hana Lehečková ihre Leser*innen in den Kopf eines psychisch kranken jungen Mannes und lässt sie an seiner Lebenswelt teilhaben. Der psychotische Roman erhielt in Tschechien den prestigeträchtigen Jiří-Orten-Preis und ist Anfang Oktober 2022 im homunculus Verlag auf Deutsch erschienen.

Hana Lehečková (*1990) studierte Theorie und Kritik an der Theaterfakultät der Akademie der Musischen Künste in Prag. Neben der Theaterarbeit arbeitet sie hauptsächlich für den Rundfunk und als Literaturredakteurin. Ihr Buchdebüt gab sie 2018 mit einem Kinderbuch. Im Jahr 2019 folgte Svatá hlava (dt. „Das heilige Haupt“, übers. von Hana Hadas), 2021 erschien der Missbrauchsroman Poupátka (dt. „Sprösslinge“).

Eintritt frei, Anmeldung per E-Mail an ccmunich@czech.cz erforderlich

Über die Reihe:

Wie duftet es in einem Roman, dessen Protagonistin wie besessen Heilkräuter sammelt? Wie klingt ein Text, den ein psychisch Kranker erzählt? Und wie schmeckt eine Liebeserklärung an die Großmutter? In ihrer neuen Lesereihe möchten die Münchner Übersetzerinnen Hana Hadas und Veronika Siska eben dies herausfinden und stellen dem Münchner Publikum drei preisgekrönte Texte samt ihren tschechischen Autor*innen vor. Das Besondere: Jeder Text wird in seinem natürlichen Lebensraum präsentiert, um auf diese Weise einen sensuellen Bezug zu dem Raum zu schaffen, in dem er gelesen wird.