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Datum/Zeit
Datum - 26.05.2019
15:00 - 17:00

Veranstaltungsort
Kulturzentrum Mohr-Villa Freimann

Kategorien


Prominente Gäste aus Kunst und Musik erzählen aus ihrem Leben und lesen Texte bekannter Autor*innen – mal in schriftdeutsch, mal in Mundart – dazu gibt es Flügelmusik und Gesang. Die „Sonntags-G’schichten“ finden seit 2017 im Landkreis Straubing statt und dürfen nun zum ersten Mal ein Gastspiel in der Landeshauptstadt geben!

Zu Gast

Gesprächsgast in der Mohr-Villa ist die Sängerin und Malerin Bibi Johns. Das Multitalent feierte kürzlich 90. Geburtstag und blickt auf eine bewegte Karriere zurück: Nach ihren musikalischen Anfängen in ihrer Heimat Schweden erhielt sie Anfang der 1950er Jahre in Deutschland einen Plattenvertrag. Zahlreiche Kinofilme mit Partnern wie Karlheinz Böhm, Peter Alexander oder Gustav Knuth sowie TV-Auftritte und eigene Fernsehshows folgten. Ein weiterer Höhepunkt in ihrem Künstlerleben war die Co-Moderation der „Rolf Harris-Show” für BBC und ZDF Anfang der 1970er Jahre. Als Malerin startete sie zur gleichen Zeit eine weitere Karriere.

Das Team

Der Talk in der Mohr-Villa am 26. Mai wird vom Leiter der Kreismusikschule Andreas Friedländer am Flügel begleitet. Der ausgebildete Musiker studierte in Augsburg Klavier und Klarinette, gibt an diesen Instrumenten Unterricht und leitet seit über 25 Jahren die Musikschule als kommunale Einrichtung. Der Organisator und Moderator Gaetano De Martino rief die „Sonntags-G’schichten“ 2017 ins Leben und betreut sie seitdem regelmäßig. Das Konzept entstand in Zusammenarbeit mit der Kreismusikschule Straubing-Bogen. Der ausgebildete Mediengestalter sammelte erste Erfahrungen beim lokalen Hörfunk und moderiert seit einigen Jahren Konzerte und Galaveranstaltungen in regelmäßigen Abständen. Musikalisch begleitet er als Gesangssolist das Salonorchester der Kreismusikschule und steuert auch bei den „Sonntags-G’schichten“ als Sänger bekannte und beliebte Melodien bei.

Interview von De Martino mit Johns

  1. Frau Johns, für viele Ihrer Fans und Kollegen sind Sie seit Jahrzehnten die Frau mit den vielen Talenten: Sängerin, Musikerin, Schauspielerin, Moderatorin, Texterin, Malerin. In welcher dieser Sparten drücken Sie sich am liebsten aus und warum?

Die Musik war für mich immer das wichtigste, ich hatte aber wenig Gelegenheit mit guten Texten etwas sagen zu können. Als Sängerin ist man auch von der Begleitung abhängig. Man ist so gut oder so schlecht wie die Begleitung. Mit der Malerei konnte ich mehr sagen, als Malerin war ich alleine und selbst für das Produkt verantwortlich. 

  1. In Ihrem Heimatland Schweden veröffentlichte man bereits in den 1940er Jahren erste Musikproduktionen mit Ihnen. Nach einer Stippvisite in Amerika wurden Sie Anfang der 1950er Jahre zu Plattenaufnahmen in Deutschland eingeladen. Wie haben Sie dieses Land und seine Menschen in den Jahren des Aufschwungs erlebt?

Ich kam zum ersten Mal 1951 nach Deutschland. Als ich die Löcher in den Hauswänden sah, bekam ich eine Ahnung von dem schrecklichen Kriegsgeschehen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich Deutschland in dieser Aufbau-Zeit erleben durfte. Die dankbaren Menschen mit ihren Träumen von besseren Zeiten haben mich sehr beeindruckt, mit welcher Energie sie alles wieder aufgebaut haben!

  1. Die Fünfziger waren ja musikalisch vor allem von der Rock’n Roll-Ära geprägt. Ihre Leidenschaft galt immer schon mehr den swingenden und jazzigen Melodien. Wer Ihr Repertoire kennt, entdeckt allerdings auch immer wieder besonders reizvolle Aufnahmen bekannter Traditionals. Warum begeistert Sie das Volkslied so?

Volkslieder sagen so viel über die Menschen und es ist ja Musik, die alle Musik-Mode-Trends überlebt hat.

  1. Als Malerin machten Sie vor allem durch surreale Darstellungen auf sich aufmerksam. Dabei blieben die Motive nie vordergründig und offenbarten stets Tiefgang. Wie kamen die Ideen zu Ihren Gemälden zustande?

Die meisten Motiv-Ideen kamen mir in dem Halbschlaf, wo man einen direkteren Kontakt mit dem Unterbewusstsein hat. Aber es hat sicher mit verarbeiteten Erlebnissen zu tun.

  1. Ein etwas verqueres Berliner Sprichwort sagt: „Defizit ist, was du hast, wenn du weniger hast, wie du hättest, wenn du nichts hast.“ Wie sind Sie – trotz einer erfüllten und erfolgreichen Karriere – mit Defiziten umgegangen bzw. was denken Sie, wie man am besten mit Defiziten in seinem Leben umgehen sollte?

Ich hatte das Glück von bescheidenen Eltern erzogen zu werden. Ich denke, wir sollten vom Leben nicht so viel erwarten, dann wären die Enttäuschungen nicht so schwer zu verkraften.

 

Eintritt 10€, ermäßigt 8€.

Info: Gaetano De Martino, info@gaetano.eu, www.gaetano.eu;

Mohr-Villa, 089 324 32 64, treffpunkt@mohr-villa.de, www.mohr-villa.de