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Datum/Zeit
Datum - 25.01.2020
19:00 - 22:00

Veranstaltungsort
Forum 2, Das Kulturzentrum im Olympiadorf

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Eine Collage von Vera Botterbusch
mit Texten von Paul Celan, Robert Merle, Patrick Modiano, Stadtarchiv München u.a.
Mit Fotografien und Filmausschnitten von Vera Botterbusch und Klaviermusik von Erwin Schulhoff
Sprecher: Konstantin Gries, Anouk Elias und Vera Botterbusch
Klavier: Laura Konjetzky

Während der Zeit der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg, von 1941 bis 1944, wurden aus Frankreich 76.000 Juden nach Auschwitz deportiert. Die Franzosen haben sich schwergetan, die „Collaboration“ des Vichy-Régimes einzugestehen bei der sogenannten „Endlösung“ und dem Abtransport der Juden aus Paris in die Konzentrationslager, wo sie vergast wurden. Aber inzwischen findet man in Paris nicht nur Erinnerungstafeln, die der im Krieg gefallenen und im Widerstand gegen die Nazis und das Vichy-Regime gestorbenen Franzosen gedenken. Man findet an den Schulen und Kindergärten Erinnerungstafeln, die an den Abtransport von Kindern, Schülern, Lehrern in die Vergasungsmaschinerie von Auschwitz erinnern.

Der französische Schriftsteller Robert Merle hat mit seinem Roman „Der Tod ist mein Beruf“ eine fiktive Autobiographie von Rudolf Höß – im Roman Rudolf Lang – dem Kommandanten von Auschwitz geschrieben, der Versuch eines Psychogramms, die in der Aussage von Rudolf Höß bei seiner Verhaftung mündet: „Ich habe nur gehorcht“. Patrick Modiano ist in seinem Roman „Dora Bruder“ in Paris den Spuren eines jüdischen Mädchens und seiner Familie gefolgt, die letztlich auch in Auschwitz enden. Die Collage beider Romane, die „Todesfuge“ von Paul Celan, verbunden mit Zeugnissen jüdischer Münchner Mitbürger, mit Fotografien und Filmausschnitten, die an die Gräueltaten der Nazis erinnern – sowie Musik von Erwin Schulhoff (1942 umgekommen) wollen ein Zeichen setzen gegen das Vergessen und damit die Erinnerung wachhalten.

„Souviens-toi: Erinnere dich“: dieser Abend gedenkt der vielen Millionen Menschen, insbesondere der rund 6 Millionen Juden, die auf Betreiben der Nationalsozialisten in die deutschen Vernichtungslager gebracht und dort ermordet wurden – allein in Auschwitz an die 1,1 Millionen.