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Datum/Zeit
Datum - 25.03.2019
20:00

Veranstaltungsort
Lyrik Kabinett

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Über dem Himmel unter der Erde
Der slowenische Autor Aleš Šteger präsentiert seinen neuen Gedichtband (Edition Lyrik Kabinett)

Durch den Abend führt sein Übersetzer Matthias Göritz

Im Rahmen des MünchnerStiftungsFrühling

Montag, 25. März 2019, 20 Uhr

Veranstaltungsort: Lyrik Kabinett
Eintritt: € 8 / € 6; Mitglieder: freier Eintritt
Abendkasse, freie Platzwahl

„Jedes seiner Bücher ist ein Ereignis für sich.“ So Durs Grünbein 2016 in seiner Laudatio zur Verleihung des Horst-Bienek-Preises an Aleš Šteger. Šteger, geboren 1973 in Ptuj (damals Jugoslawien), ist einer der bekanntesten Autoren Sloweniens und international gefeiert. Er hat sechs Gedichtbände veröffentlicht, arbeitet als Lektor bei einem Verlag in Ljubljana, zudem immer wieder als Festivalkurator und übersetzt aus dem Spanischen und dem Deutschen (Neruda, Vallejo, Bachmann, Benn, Huchel etc.). Seit 2014 ist er Mitglied der Akademie der Künste Berlin. Von ihm liegen bereits neun Bände in deutschen Verlagen vor, die meisten davon übersetzt von Matthias Göritz. Göritz, 1969 geboren, schreibt selbst Gedichte und Romane; seine drei anagrammatisch und thematisch verstrebten Gedichtbände Loops (2001), Pools (2006) und Tools (2011) hat er bereits im Lyrik Kabinett vorgestellt. Štegers neuer Band fasziniert durch Witz und Formbewusstsein, Farbigkeit und Präzision. Gemeinsam mit seinem Freund Matthias Göritz lässt er erleben, wie klug Lyrik sein kann, wie klar und zugleich geheimnisvoll.

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Die Löschung des Endes

Alle Vergangenheit,
Auch dein Tod,
Findet sich in mir.

Erst wenn ich sterbe,
Wirst du endgültig umziehen
Zu Hermes und zu den Parzen.

Unsere Körper verschwinden
Erst mit unseren Nachkommen
Wie Schnee von gestern.

Wenn ich dich rufe,
Wenn du mich rufst,
Sind wir hier, im Schlupfwinkel der Zeit.

Alles ist vergangen,
Und die Löschung des Endes
In der Sprache, ist Poesie.

Aleš Šteger, aus: Über dem Himmel unter der Erde. Gedichte, übersetzt von Matthias Göritz, Hanser 2019, S. 18.