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Datum/Zeit
Datum - 12.05.2016
19:00 - 20:15

Veranstaltungsort
Teamtheater SALON

Kategorien


Unter W@sser 
von Andréanne Joubert und Jean-François Guilbault

übersetzt von Frank Weigand im Auftrag des Saarländischen Rundfunks,
Aufführungsrechte: Verlag Felix Bloch Erben, Berlin

Szenische Lesung im TEAMTHEATER
im Rahmen der neuen Reihe TEAMTHEATER.GLOBAL.

Einrichtung: Frank Weigand
Mit Arno Friedrich, Sophie Meinecke

Vorstellungen am Do., 12.05. um 11 Uhr und um 19 Uhr (ab 14 Jahren)

“Narzissus ist wie ein USB-Schlüssel, den ich ihnen ins Ohr schieben könnte. Eine direkte Verbindung zu ihren Gehirnen. Den Gehirnen der ganzen Schule.” 

Louis, 16, hat eine Schwester namens Eko und Eltern, die zu Hause mit dem Mittagessen auf ihn warten. Alles ganz normal, zu normal. Als Louis’ Lehrerin vergisst, sich im Computerraum aus dem schulinternen Intranet auszuloggen, ist Schluss mit der Normalität. Louis hat plötzlich Einblick in Notenlisten, kann andere nachsitzen lassen, und das Beste ist: Er hat alle Klausurunterlagen.
Unter dem Pseudonym »Narzissus« bastelt Louis sich ein anonymes Profil mit Wolfskopf im Internet und fordert seine Mitschüler auf, ihm ihre Wünsche zu schicken – Erfüllung garantiert. Skeptisch schicken sie ihm kleine Tests, wollen prüfen, wie viel Wahrheit hinter seinen Worten steckt.
»Narzissus« lässt tatsächlich die Schule ausfallen, verschickt Lösungen für die Prüfungen und verbessert Noten. Es beginnt ein regelrechter Hype um ihn. Louis‘ eigene Schwester verliebt sich in ihn, aber auch eine Unbekannte namens Sedna, die den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten hat. Sie kämpfen bis zur Selbstaufgabe um seine Aufmerksamkeit und Liebe, und für alle drei wird aus einem Spiel plötzlich Ernst.
Was lässig beginnt, gerät langsam aber sicher außer Kontrolle. Denn was passiert, wenn man ein virtuelles Heer um sich schart, das dann real zuschlägt?

Ein aufwühlendes Stück über eine rastlose Generation, die bis in die letzten Winkel ihres Lebens Kameras mitnimmt und sich im Internet vermeintliche Nähe schafft, um die real existierende Einsamkeit auszugleichen. Die Sprache, eine Mischung aus ernüchternder Direktheit und Metaphern aus der Mythologie, lässt Raum zum Fantasieren und holt knallhart auf den Boden der Tatsachen zurück. Faszinierend und schockierend zugleich.

Prix Louise Lahaye für das beste Jugendstück aus Québec 2014

Uraufgeführt beim RTA Festival in Laval (Prod. Samsara Théâtre, Montréal), April 2014
(Fotos und Video der UA auf 
http://samsaratheatre.com/noyades)

Übersetzt ins Englische von Mishka Lavigne und ins Deutsche von Frank Weigand

November 2015 Aufführung der deutschen Übersetzung als Live-Hörspiel  im Rahmen des französischen Autorenfestivals PRIMEURS am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken (Regie Anouschka Trocker).  

April 2016 Erstausstrahlung der Studiofassung dieses Hörspiels
(Koproduktion Saarländischer Rundfunk/DeutschlandradioKultur)

Nähere Informationen unter www.teamtheater.de oder unter 089 – 260 4333.