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Datum/Zeit
Datum - 31.05.2021
19:00 - 21:30
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Veranstaltungsort
Seidlvilla

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Sören Kierkegaard hat die Verzweiflung als Krankheit zum Tode bezeichnet; zum Tode, da die Verzweiflung ein Ende ist. Sie symbolisiert den Verlust der Zukunft, genauer den Verlust der Zukunft als Möglichkeit, als Offenheit, als Raum der Gestaltung. Insofern ist Verzweiflung ein Zustand der Ohnmacht, da in ihr jede Wirkungskraft des Menschen, die notwendig auf Zukunft bezogen ist, entzogen ist. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft werden eingeebnet – sie verschwimmen, insofern sie sich dem gestalterischen Zugriff des Menschen entziehen und zum Immergleichen werden. Zugespitzt formuliert: Verzweiflung ist die Absenz von Freiheit im Sinne einer Offenheit der Zukunft; Verzweiflung ist Bestimmt-Sein vom Immergleichen ohne Hoffnung auf Veränderung. Verzweiflung ist Tod im Leben, da sie die Absenz von „Lebendigkeit“ ist – der Verzweifelte ist „untot“.

In ihrem Vortrag widmet sich Christina Kast der Rolle der Verzweiflung im Werk Friedrich Nietzsches. Mag die Verzweiflung auch kein philosophischer Grundbegriff in Nietzsches Philosophie sein, ist sie dennoch – so die These – allpräsent. Sie ist bei Nietzsche im Zusammenhang von Verhältnissen zu denken: im Verhältnis zum eigenen Selbst, zur Welt, zu den Menschen, zu Gott.

Anmeldung erforderlich unter 0176 41754062 oder info@nietzsche-forum-muenchen.de

Eintritt 4/8 Euro

 

Veranstalter: Nietzsche-Forum München e.V.