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Datum/Zeit
Datum - 07.10.2017
10:00 - 18:30

Veranstaltungsort
Monacensia

Kategorien


Auf Visitenkarten nannte er sich „Provinzschriftsteller“, einen „Spezialisten für ländliche Sachen”. Doch Oskar Maria Graf (1894-1967) war weit mehr als ein Dichter der Provinz. Jüngst wertete Tilman Spengler „Das Leben meiner Mutter“ als einen „Klassiker der Weltliteratur“. Grafs Erfolgsbuch „Wir sind Gefangene“ (1927) wurde bereits ein Jahr nach Erscheinen in Amerika als repräsentatives Nachkriegswerk übersetzt. Graf suchte seinen Weg durch ein zerstörerisches Jahrhundert, pazifistisch, authentisch und widersprüchlich. Sein spontaner Protest gegen die Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 wurde weltweit gelesen: „Ein verjagter Dichter, einer der Besten“ urteilte Bertolt Brecht. Im US-Exil war er einer der Wortführer der aus Deutschland vertriebenen Autoren.

Anlässlich des 50. Todestages sollen auf der Tagung anhand von markanten Stationen in Leben und Werk Grafs mit dem nun möglich gewordenen historischem Abstand neue Funde, Quellen und Kontexte analysiert werden, die eine neue Perspektive auf das Werk ermöglichen.