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SUMMARY:Vortrag: Zwischen Heimat und Herrschaft – Trachtenkulturen der De
 utschen im östlichen Europa\, 1918–1945
DESCRIPTION:Veranstaltungstermin: Donnerstag\, 30. Juli 2026\, 19.00 Uhr\n\
 nVeranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens\, Am Lilienberg 5\, 81669 M
 ünchen\n\nReferentin: Dr. Lilia Antipow (HDO)\n\nSeit dem 19. Jahrhundert
  setzte ein Prozess der Ethnisierung von Trachten ein\, der sich in den 19
 20er Jahren und später unter der NS Herrschaft verstärkte. Trachten wurd
 en nicht länger nur als regionale oder dörfliche Kleidung wahrgenommen\,
  sondern dienten zunehmend als sichtbares Bekenntnis zu „Volk“ und „
 Nation“ – als sogenanntes „Gesinnungskleid“. In den 1930er Jahren 
 war Trachtenkult ein elementarer Bestandteil nationalistischen Selbstverst
 ändnisses bei deutschen Minderheiten in Osteuropa.\nDie Praktiken der Tra
 chtenpolitik variierten regional: In der Wischauer Sprachinsel übernahmen
  völkische und NS Akteure überlieferte Bauerntrachten\, luden sie jedoch
  mit neuen\, politischen Bedeutungen auf und instrumentaliserten sie für 
 ihre Ziele. Bei den Donauschwaben existierte ein Spannungsverhältnis von 
 Erhalt lokaler Trachtenvielfalt und gezielter Erneuerung hin zu „Gemeins
 chaftstrachten“ und ab 1935 zur angestrebten „deutschen Einheitstracht
 “. In Ostpreußen dagegen wurde bewusst eine neue\, künstliche Tracht 
 – das „Ostpreußenkleid“ – geschaffen\, um ein einheitliches regio
 nales Gruppenkleid zu etablieren\, obwohl eine solche traditionelle Tracht
  kaum je existiert hatte.\nDie öffentliche Präsentation der Trachten rei
 chte von traditionellen Kirchweihen und Hochzeiten über Schwabenbälle bi
 s zu groß inszenierten NS-Propagandaveranstaltungen wie dem „Grenzlandt
 reffen“ der Deutschen „aus dem Reich“ und aus Mittel- und Südeuropa
  in Theben/Devín zu Pfingsten 1939. Diese Vielfalt zeigt eine Dualität: 
 Alte\, lokal verankerte Funktionen der Tracht bestanden zeitgleich mit neu
 en\, politisch aufgeladenen Repräsentationsformen. Durch politische und 
 öffentliche Nutzung wurden Trachten außerdem aus der Peripherie in das Z
 entrum kultureller Aufmerksamkeit geholt und als Phänomen der Moderne eta
 bliert. Die Untersuchung dieser Prozesse verdeutlicht\, wie Kleidung zu ei
 nem wirksamen Instrument nationalistischer Identitätsbildung und kulturel
 ler Politik wurde.
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