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Datum/Zeit
Datum - 07.11.2019
19:00 - 21:00

Veranstaltungsort
Haus des Deutschen Ostens München

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Referent: Harald Jähner, Berlin

Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2019

„Über die Hälfte der Menschen in Deutschland waren nach dem Krieg nicht dort, wo sie hingehörten oder hinwollten, darunter neun Millionen Ausgebombte und Evakuierte, vierzehn Millionen Flüchtlinge und Vertriebene, zehn Millionen entlassene Zwangsarbeiter und Häftlinge, Abermillionen nach und nach zurückkehrende Kriegsgefangene. Wie sich dieses Gemenge von Versprengten, Verschleppten, Entkommenen und Übriggebliebenen entflocht und neu zusammenfand und wie aus Volksgenossen allmählich wieder Bürger wurden, davon handelt dieses Buch.“ (Harald Jähner, Wolfszeit).

Harald Jähners große Mentalitätsgeschichte entwirft zeittypische und schillernde Portraits der Deutschen in der Nachkriegszeit. Beate Uhse (geb. in Cranz, Ostpreußen), die mit ihrem „Versandgeschäft für Ehehygiene“ alle Vorstellungen von Sittlichkeit infrage stellte, kommt darin ebenso vor wie die Vertriebenen aus dem östlichen Europa, die namenlosen Schwarzmarkthändler, in den Taschen die mythisch aufgeladenen Lucky Strikes, oder die stilsicheren Hausfrauen am nicht weniger symbolhaften Nierentisch der anbrechenden Fünfziger. Das gesellschaftliche Panorama eines Jahrzehnts, das entscheidend war für die Deutschen und in vielem ganz anders, als man oft glaubt.

Harald Jähner ist Autor, Journalist und seit 2011 Honorarprofessor für Kulturjournalismus an der Universität der Künste Berlin. Er schrieb für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Berliner Zeitung, bei der er bis 2015 das Feuilleton leitete.