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Datum - 19.03.2021
19:00 - 19:45
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Zoom-Vortrag
Künstlerpaare: Gabriele Münter (1877-1962) und Wassily Kandinsky (1866-1944)

Donnerstag, 18.03.2021, 19.00 Uhr, 45 min

Der Vortrag beleuchtet den gemeinsamen Lebensweg des Künstlerpaares in der Zeit von 1902 bis 1914 und stellt anhand ausgewählter Werke sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede in der künstlerischen Entwicklung heraus.

Tickets sind im Vorfeld über den Veranstaltungskalender auf tolstoi.de verfügbar. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an tolstoi@tolstoi.de oder telefonisch unter +49/89/299 775

Die gebürtige Berlinerin Gabriele Münter kam 1901 zum Kunststudium nach München und wurde 1902 Schülerin an der neu gegründeten Phalanx-Schule des in Moskau geborenen Wassily Kandinsky.

Den Beginn ihrer engen künstlerischen und menschlichen Beziehung markieren die von Kandinsky in den Jahren 1902/1903 geleiteten Sommermalkurse im bayerischen Kochel und Kallmünz. Münter, deren künstlerische Laufbahn mit der Technik der Fotografie begann, setzte sich hier erstmals mit dem Medium Malerei in der freien Natur auseinander. Unterwegs mit dem Fahrrad, Kamera und mobile Malutensilien stets griffbereit, erkundete sie mit Kandinsky über mehrere Wochen hinweg die bayerischen Landschaftspanoramen. Als Paar verbündeten sich die Beiden zu einer Arbeits- und Lebensgemeinschaft und begaben sich für die nächsten vier Jahre auf ausgedehnte Reisen.

Angefertigt in der Natur, direkt vor dem Motiv, schufen Münter und Kandinsky in dieser Zeit zahlreiche Ölskizzen, Fotografien, Zeichnungen und kleinformatige Ölgemälde. In besonderem Masse dokumentieren diese Arbeiten die künstlerische Nähe des Paares, die sich in der gemeinsamen Auseinandersetzung mit denselben Motiven und in der Experimentierfreudigkeit mit den künstlerischen Techniken widerspiegelt.

Waren die ersten gemeinsamen Jahre geprägt von großer Mobilität, fasste das Paar im Frühsommer 1908 den Entschluss, sich dauerhaft in München niederzulassen. Die Bekanntschaft zu den russischen Künstlerkollegen Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin ließ sie gleichzeitig das südlich von München gelegene, von einer unberührten Voralpenlandschaft umgebene Dorf Murnau als ihren bevorzugten Malort entdecken. Hier erwarb Münter im August 1909 ein Haus, das als „Münter-“, bzw. als „Russen-Haus“ in die Geschichte eingehen sollte. Der Name ist Programm, war dieses Haus nicht allein Wohn- und Arbeitsort des Künstlerpaares, sondern vor allem ein lebendiger Ort der Begegnung sowie des kreativen Austausches. Künstler, Freunde, Verwandte gingen hier ein und aus!

In München und im oberbayerischen Murnau fand das Künstlerpaar zu einem neuen, expressiven Malstil, der unter dem Namen der 1911 gegründeten Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ Kunstgeschichte schreiben sollte.

Gemeinsam und individuell zugleich, fanden Gabriele Münter und Wassily Kandinsky in dieser Zeit den Weg zu einer eigenen Bildsprache.

Referentin: Dorothee Beckmann, Jg. 1963, studierte Kunstgeschichte, Neuere Deutsche Literatur, Philosophie und promovierte im Fach Kunstgeschichte an der Fakultät für Geschichtswissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum.

Als freie Kunsthistorikerin mit Schwerpunkt Kunstvermittlung ist sie seitdem selbständig tätig. Dorothee Beckmann ist akkreditierte Gästeführerin der Landeshauptstadt München und führt als Reiseleiterin mit dem Schwerpunkt Kunstgeschichte, Besuchergruppen für verschiedene Reiseveranstalter in Bayern.