[LiSe 04/25] „Münchner Schiene“ Die literarische Szene der Stadt

Die „Münchner Schiene“, diesmal kuratiert von Lisa Jay Jeschke und Chris Reitz, unter Federführung des Lyrik Kabinetts, zeigt erneut, wie innovativ die freie literarische Szene der Stadt ist. Auch das Münchner Literaturbüro präsentiert sich mit einem Info-Stand am 5. April beim „Open House“ in der Monacensia.  Red.

5. April 2025, 15:00 – 18:00 Uhr
Monacensia im Hildebrandhaus
Maria-Theresia-Str. 23

[LiSe 04/25] Kurzgeschichte: Haltestelle

Von Marc Richter

Die Geschwindigkeit des Zugs ließ die Tropfen horizontal über die Fensterscheibe laufen und der dickste Tropfen, dachte Sebastian, war Vater. Immer schneller als alle anderen, unaufhaltsam – bei einer Kollision mit einem kleineren Tropfen: einnehmend und unbeeindruckt. Er raste einfach an allem vorbei zum Rand der Scheibe und das war’s dann. (mehr …)

[LiSe 04/25] Empfehlungen: Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat April diese Neuerscheinungen:

Nicolas Mathieu:
Jede Sekunde
Hanser Berlin

Ein Mann und eine Frau, nicht mehr ganz jung, angekratzt von den zermürbenden Routinen des Alltags – Arbeit, Familie, etwas Urlaub, so könnte das Leben dahingehen. Doch sie begegnen einander und Liebe erfasst sie mit der Kraft einer Naturgewalt. Sie sind zu überrascht, zu hungrig, um auch nur einen Moment zu zögern, und ab jetzt zählt jede Sekunde, in der sie zusammen sein können. Mit rückhaltloser Intensität schreibt Nicolas Mathieu die Chronik einer Leidenschaft, die alles andere in den Hintergrund drängt, und findet eine Sprache für das Begehren, die Eifersucht auf die „anderen“ im Leben der Geliebten und schließlich auch für den Schmerz der Trennung. (mehr …)

[LiSe 03/25] Glitch – jetzt erst recht!

Ein queerfeministischer Buchladen in schweren Zeiten gibt Kraft.

Von Sevda Cakir

Das Erbe des ersten Frauenbuchladens in Deutschland (1975-2023) anzutreten, ist und bleibt eine Herausforderung für den im Kollektiv geführten, neu ausgerichteten, queerfeministischen „Glitch Bookstore“. Das ehemalige Schild „Lillemor’s“ sowie einige Regale erinnern noch an historische Zeiten. Auch liegt ein Blatt aus, in dem sich Interessierte mit ihren Anliegen oder Sorgen an das Kollektiv wenden können – die ehemaligen Besitzerinnen berieten Frauen, die z. B. Gewalt erfahren hatten und halfen ihnen, auf die eigenen Beine zu kommen. (mehr …)

[LiSe 03/25] Kolumne: Übers Blättern

Wie journalistisch über ein Buch reden/schreiben, das man nicht gelesen hat? Tschuldigung …, war halt grad viel los. Oder: Tschuldigung, die Brille war weg. Genau, die Brille war weg. Noch doofer: Die Brille war da, aber das Buch war weg. Noch, noch doofer: Das Buch war da, aber seine Seiten waren verklebt, weil in der Tasche, in der das Buch steckte, steckte auch eine Cola, allerdings eine mit losem Deckel. Flasche leer, Buch versaut. (mehr …)

[LiSe 03/25] Festival: Wortspiele 25

München, 12. März bis zum 14. März 2025

Zum 25. Mal findet in diesem Jahr das internationale Literaturfestival WORTSPIELE vom 12. März bis zum 14. März 2025 im Muffatwerk München statt. Insgesamt 18 junge deutschsprachige Autor*innen aus Deutschland und Österreich werden in diesem Jahr ihre neuen Bücher vorstellen. (mehr …)

[LiSe 03/25] Empfehlungen: Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat März diese Neuerscheinungen:

Annegret Liepold: Unter Grund
Blessing

Inmitten des Schweigens ihrer Familie hat Franka sich schon immer verloren gefühlt. Als Franka mit Ende Zwanzig in die fränkische Provinz zurückfährt, sieht sie endlich hin: Wie das war in den Nullerjahren, als Deutschland Weltmeister im eigenen Land werden wollte. Als ihr Vater starb und sie in Patrick und Janna Gleichgesinnte fand, die Unsicherheit mit Krawall, Frustration mit Faustschlägen übertünchten. Als sie immer tiefer in die rechte Szene einstieg. Sie beginnt, Fragen zu stellen, und sucht nach einer Haltung zur Vergangenheit. Ein hochaktuelles Debüt über eine Jugend auf dem Land zwischen der Sehnsucht nach Zugehörigkeit, radikaler Wut und den blinden Flecken in der eigenen Familie. (mehr …)