[LiSe 09/21] Von Vilnius in die Welt: Litauisches Kulturjahr in Bayern 2021

Von Michael Berwanger

Rimantas Kmita, Rasa Aškinytė, Jurga Ivanauskaitė? Nie gehört? Dabei sind das drei wichtige Autor*innen der Literaturszene Litauens. Ist es nicht seltsam, dass Schreibende aus dem Osten – selbst 30 Jahre nach der Öffnung des Eisernen Vorhangs – bei uns immer noch fast unbekannt sind, während uns die Literaten aus Frankreich, Italien oder gar Amerika beinahe selbstverständlich präsent sind? Dabei hat Litauen seit seiner Unabhängigkeit wieder eine vitale Literaturszene. (mehr …)

[LiSe 09/21] Kolumne: Quanten-Sprüche

Felix Krull kommt ins Kino, na endlich! Thomas Manns „Bekenntnisse“ wurden zwar schon mal mit Horst Buchholz als Hochstapler und später in einer TV-Serie auf Leinwand und Bildschirm geworfen. Aber die Zeiten rufen nach neuer Version. Polit-Darsteller mit narzisstischem Rufzeichen bevölkern die Szene, wir brauchen den tiefen Blick ins Literarische, um Quelle und Folgen dieses ergötzlichen Charaktermodells scharf zu erkennen. Zumal in Bayern. (mehr …)

[LiSe 09/21] Lyrische Kostprobe

Tier und Sprache

Mara-Daria Cojocaru ist Schriftstellerin und Philosophiedozentin. Sie hat bislang vier eigenständige Gedichtbände, einen Band poetischer Korrespondenzen mit Ron Winkler und zwei Sachbücher publiziert. 2015 war sie Finalistin beim Literarischen März. Neben dem Bayerischen Kunstförderpreis Literatur 2017 erhielt sie den Alfred-Gruber-Preis beim Lyrikpreis Meran, den Deutschen Preis für Nature Writing 2021 sowie den Lyrikpreis des Mondseelandes 2021. Am liebsten schreibt sie in der Gesellschaft von Tieren. (mehr …)

[LiSe 09/21] Jung und schreibend (Folge 1): Lyrik als Performance: Lisa Jeschke

Nach unserer Serie über literarische Funde „Aus den Archiven“ beginnen wir mit dieser Nummer der LiteraturSeiten eine neue Folge mit dem Titel „Jung und schreibend“. Die Porträts Münchner Autorinnen und Autoren sollen einen Einblick geben in die junge Literaturszene der Stadt.

Von Katrin Diehl

Etwas bannt. Etwas oder jemand? Und wenn jemand, dann wer? Der? Die? Das? Also doch etwas? Die Lyrikerin und Performerin Lisa Jeschke liefert Beeindruckendes und wenn das jetzt nach laut und hämmernd klingt, dann ist da was dran. Viel meat, viel Fleisch. Aber auch die Knochen darunter zählen. (mehr …)

[LiSe 09/21] Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat September diese Neuerscheinungen:

Ljudmila Ulitzkaja: Eine Seuche in der Stadt
Carl Hanser Verlag

1939, Moskau. Ein Wissenschaftler reist zu einer Konferenz – und bringt, ohne es zu ahnen, die Pest in die Stadt. Bevor eine tödliche Epidemie ausbrechen kann, reagiert der autokratische Staat – aber zu welchem Preis? Auf 110 Seiten hat Ulitzkaja einen mitreißenden Kurzroman geschaffen, der sich wie ein Film Noir liest. Der erste Entwurf stammt aus dem Jahr 1978 und war tatsächlich eine Drehbuchvorlage – die allerdings nie verfilmt wurde. Heute ist die Geschichte, die von wahren Ereignissen erzählt, wieder hoch aktuell. (mehr …)

[LiSe 09/21] Kurzgeschichte: Gottfried ist unsterblich

Von Gabriele Eichl

Anfangs sprachen Herrmann und Fausthild S. nicht darüber. Darüber zu sprechen hätte bedeutet, zuzugeben, dass man beunruhigt war. Hätte als eine Art Eingeständnis einer Schuld gedeutet werden können. Und das wollten beide unbedingt vermeiden. So wie sie seit jenem Tag nie wieder seinen Namen ausgesprochen hatten. Und doch hatte Gottfried nie aufgehört, im Haus anwesend zu sein. (mehr …)