[LiSe 10/19] Literarische Archive (Folge 8): Eine Dame von Welt

Die fast vergessene Autorin Mechtilde Lichnowsky 

Von Katrin Diehl

Manche Briefpapierseiten haben etwas von Schmetterlingsflügeln. Seidig, leicht, verletzlich, so dass man sie nur mit Fingerspitzen berühren möchte. Sie nahmen den Weg übers Meer. Manchmal kommt das Papier auch grob und handfest daher, hat eine Reise auf dem beschwerlichen Landweg hinter sich. Doch immer findet sich ein feiner Briefkopf am linken oberen Rand, der von einem schon wieder neuen Domizil, einer edlen Adresse kündet. Darunter eine mehr oder weniger leserliche, verschwenderische, schwungvolle wie impulsive Handschrift. Mechtilde Lichnowsky geht frei um mit ihren Gedanken, hält nicht hinterm Berg („Was sie über mich schrieb war so schleimig“), hat ein dem Leben wie der Sprache zugewandtes Selbstbewusstsein. Dass sie sich immer schnell mit dem neuen, nächsten Ort arrangierte, hatte wohl mit ihrer Herkunft, der damit verbundenen Weltläufigkeit zu tun, auch mit ihren zwei Ehen. Dennoch, gestorben ist Lichnowsky 1958 ziemlich vergessen und in äußerst bescheidenen Verhältnissen in London. (mehr …)

[LiSe 10/19] Ausschreibung: Artificial Intelligent Writing

Das Münchner Literaturbüro veranstaltet im Dezember 2019 eine Lesereihe zum Thema „künstliche Intelligenz und Literatur“. Gesucht werden Texte, die sich literarisch (die Form ist offen) mit den bekannten Problemen wie: Verhältnis Mensch-Maschine, Macht der Algorithmen, Roboter, künstliches Bewusstsein, künstliche Menschen, künstliche Literatur ohne Urheber u. s. w., auseinandersetzen. Die Autoren sollen bereit sein, ihre Texte selbst vorzutragen.

Die erbetenen Arbeiten sollen 5 bis 7 Normseiten nicht überschreiten. Einsendungen bitte ausschließlich digital bis zum 15. 11. 2019 an: lesung@muenchner-literaturbuero.de

Weitere Informationen: www.muenchner-literaturbuero.de

[LiSe 10/19] Ausstellung: Von Marrakesch bis Bagdad

Illustrationen aus der arabischen Welt

Die Ausstellung lädt zu einer Bilderreise ein, die von Ägypten und dem Sudan über Syrien bis in den Libanon und den Irak führt.

Gezeigt werden Arbeiten von acht arabischen Illustratorinnen und Illustratoren aus den letzten 15 Jahren, die einen lebendigen Eindruck von dem Traditionsbewusstsein, aber auch der Modernität und der Kinderbuchillustration in der arabischen Welt vermitteln.

10. Oktober 2019 bis 1. März 2020, Wehrgang-Galerie der IJB, Schloss Blutenburg.

Ausstellungseröffnung: 9. Oktober, 19 Uhr, Foyer des Herrenhauses

[LiSe 10/19] Empfehlungen: Buchtipps aus erster Hand

Die Internationale Jugendbibliothek empfiehlt für Oktober diese beiden Neuerscheinungen:

Tanja Fabsits: Der Goldfisch ist unschuldig

Tyrolia 

Henris Vater liegt seit Wochen schweigend auf dem Sofa und starrt den blöden Goldfisch an. Das macht Henri so wütend, dass er kurzerhand den Goldfisch aus dem Fenster schmeißt und versucht seinen Vater samt Sofa im Internet zu verkaufen. Dabei will er doch eigentlich nur, dass sein Vater wieder normal wird! Gottseidank gibt es den Hausmeister, der früher Geheimagent war und einen Haufen Notfallpläne auf Lager hat. Und einen Notfallplan braucht Henri dringend, wenn er es schaffen will, seinen Vater dazu zu bringen wieder so zu sein wie früher. Ein Buch das gleichzeitig Spaß und Mut macht. (mehr …)

[LiSe 10/19] Tagung: International Feuchtwanger Society

Obwohl Lion Feuchtwanger mehr als die Hälfte seines Lebens in seiner Vaterstadt München verbrachte und ihr mit dem Roman „Erfolg“ ein literarisches Denkmal setzte, sind die Werke, die er während der Münchner Jahre schuf, heute weitgehend vergessen. Diesem Missstand abzuhelfen, hat sich die diesjährige Tagung der „International Feuchtwanger Society“ zum Ziel gesetzt. Sie konzentriert sich ganz auf Feuchtwangers Münchner Jahre und widmet sich drei Tage Texten, die es erst noch zu entdecken gilt.

Ihr Auftakt findet am 17.10. um 19:00 Uhr mit einem Empfang in der Israelitischen Kultusgemeinde statt. An den drei Folgetagen sind diverse Vorträge zu Feuchtwanger und München zu hören.

Das Tagungsprogramm findet sich unter www.muenchen.de

Der Eintritt ist frei. Anmeldung unter: ifs.muenchen.2019@gmail.com

Arbeitsstipendien für Münchner Autorinnen und Autoren

Andrea Heuser und Norbert Niemann erhalten die diesjährigen Arbeitsstipendien für Münchner Autorinnen und Autoren der Landeshauptstadt München. Mit den seit 2015 vergebenen Arbeitsstipendien in Höhe von jeweils 6.000 Euro werden literarische Projekte von Münchner Autorinnen und Autoren gefördert, die sich mit ihrem Werk bereits literarisch ausgewiesen haben und im Literaturbetrieb in Erscheinung getreten sind. Andrea Heuser erhält das Stipendium zur Weiterführung ihres Familienromans „Das Winkelhaus“, Norbert Niemann für sein neues Romanprojekt „Dianoia“ (Arbeitstitel).

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