[LiSe 01/19] Auszeichnung: Die Themen müssen Spaß machen

Der diesjährige Kleinverlagspreis geht an den Büro Wilhelm Verlag aus Amberg.

Von Katrina Behrend Lesch

Von München aus gesehen ist Amberg in der Oberpfalz Provinz, was seine Vorzüge hat. Die Stadt bietet Einzigartiges, das Luftmuseum etwa oder die Glaskathedrale, ein wunderschöner Industriebau von Walter Gropius. Und nun den besten bayerischen Kleinverlag. den Büro Wilhelm Verlag. Das Bayerische Kunstministerium zeichnete ihn mit dem diesjährigen Kleinverlagspreis aus, der heuer zum zehnten Mal verliehen wurde. Hinter dem etwas trockenen Namen stehen die drei Grafiker, Künstler, Individualisten Wilhelm Koch, Gerhard Wilhelm H. Schmidt-Schönenberg und Manfred Wilhelm. Vor 16 Jahren fingen sie an mit dem Büchermachen, neben ihrer Designagentur, deren Schwerpunkt die Darstellung und Vermittlung von Architektur ist. Folgerichtig mit einem Architekturführer über die Oberpfalz. „Wir wollten zeigen, was hat die Region an hochwertiger Architektur zu bieten, und brachten einige Bücher  dazu heraus. Zuerst noch ohne Verlag, den Vertrieb besorgte ein anderer. Dass wir das auch selber machen können hat sich dann so ergeben“, sagt Wilhelm Koch. Wobei das Selbermachen wortwörtlich zu nehmen ist, denn tatsächlich entstehen die Bücher komplett bei ihnen, sowohl was den Inhalt als auch die Umsetzung anbelangt, Text, Gestaltung, Produktion, zumindest begleitend, und Vertrieb. Wenig Arbeit ist das nicht, auch wenn Koch den Verlag mit einigem Understatement als „Nebenschauplatz“ bezeichnet. Mittlerweile sind auf diesem Nebenschauplatz an die 50 Bücher erschienen, dazu 120 Baukulturführer, Monographien zu moderner Architektur. (mehr …)

[LiSe 01/19] In eigener Sache: Redakteur*in gesucht

Die LiteraturSeiten München suchen eine Verantwortliche Redakteurin, einen Verantwortlichen Redakteur, da Ina Kuegler, die diesen Posten lange Jahre inne hatte, aufhören möchte. Sie oder er sollte journalistische Erfahrung haben, schreiben und redigieren können, Themen aufgreifen und dem Team zur Bearbeitung vorschlagen. Dafür ist neben der Aufmerksamkeit für den Münchner Literaturbetrieb ein Aufwand von etwa 10 Stunden pro Monat nötig, vornehmlich zu Redaktionsschluss, um die Beiträge zu sammeln, zu überprüfen und ev. zu bearbeiten. Unser Team, das aus derzeit acht gleichberechtigten Mitarbeiter*innen besteht, trifft sich alle zwei Monate zu einer Redaktionskonferenz und legt die Themen für die nächsten Ausgaben fest. Die redaktionelle Tätigkeit erfolgt ehrenamtlich.

Wenn Sie Interesse haben, melden Sie sich bitte unter: redaktion@literaturseiten-muenchen.de

Ausschreibung von Arbeitsstipendien für Münchner Autoren

Auch 2019 schreibt die Landeshauptstadt München zwei mit je 6.000 Euro dotierte Arbeitsstipendien für Münchner Autorinnen und Autoren aus, die sich mit ihrem Werk bereits literarisch ausgewiesen haben und im Literaturbetrieb in Erscheinung getreten sind: durch Veröffentlichungen in Verlagen (mindestens zwei belletristische Werke), Lesungen, Auszeichnungen oder Rezensionen. Bewerbungen können bis Montag, 25. März, beim Kulturreferat der Stadt eingereicht werden.

Informationen unter www.muenchen.de/kulturausschreibungen.

Quelle: Rathaus Umschau 237 / 2018 vom 12.12.2018  

Stadt München schreibt Literaturstipendien für 2019 aus

Münchner Nachwuchsautorinnen und -autoren beziehungsweise Übersetzerinnen und Übersetzer (S-Bahn Einzugsbereich) können sich 2019 für sieben Literaturstipendien der Stadt in Höhe von jeweils 6.000 Euro sowie dem Leonhard- und Ida Wolf-Gedächtnispreis in Höhe von bis zu 3.000 Euro bewerben. Bis Dienstag, 12. März, können bisher unveröffentlichte deutschsprachige Texte beim Kulturreferat eingereicht werden. Mit den biennal vergebenen Literaturstipendien sollen vielversprechende literarische Projekte gefördert werden. Eines der Stipendien ist für Übersetzungen vorgesehen, zwei Stipendien werden für Kinder- und Jugendbuchprojekte vergeben, in diesem Bereich können auch illustrierte Projekte eingereicht werden.

Weitere Informationen unter www.muenchen.de/kulturausschreibungen.

Quelle: Rathaus Umschau 236 / 2018 vom 11.12.2018

[LiSe 12/18] Dichter-Denkmäler in München (Folge 12)

Immer im Schatten – Heinrich Manns halb versteckte Gedenktafel in Schwabing

Von Michael Berwanger

Im Januar 2016 entschied das Landesamt für Denkmalpflege, dass der Gebäudekomplex an der Leopoldstraße 59-61 nicht in die Denkmalschutzliste aufgenommen werden könne, da es sich um einen Neubau handle – der ursprüngliche Bau war im Krieg total zerstört worden. Seither ist unklar, wann das so genannte Mann-Haus, in dem Heinrich Mann von 1914 bis 1928 gelebt hatte, abgerissen wird. Ohnehin wird dem im Schatten stehenden Bruder von Thomas Mann wenig Ehre zuteil– nur eine kleine Tafel erinnert an die 14 Jahre von Heinrich Manns Schwabinger Zeit. Und diese Tafel hängt nicht an der Front des Hauses, sondern seitlich. So, als ob man es besser nicht sehen solle. (mehr …)