[LiSe 11/21] Jung und schreibend (Folge 3)

„ein elch gehorcht dem labyrinth (und andersrum)“
Daniel Bayerstorfer

Von Marie Türcke

Mit Daniel Bayerstorfer zu telefonieren, ist in vielerlei Hinsicht eine Freude. Nicht nur wegen seines vergnügt-verlegenen Lachens zwischendurch, sondern vor allem wegen der Breite an Themen und der Fülle an Gedanken, denen man begegnet. Fließend kommt das Gespräch von einer Einführung in die chinesische Sprache und Dichtkunst, über Bayerstorfers eigene Gedichte, die Frage der Fiktion in Lyrik und Lyrikunterricht an Schulen, zum Prozess des Älterwerdens im Schreiben. (mehr …)

Verleihung der Literaturstipendien

Die Landeshauptstadt München zeichnet (Nachwuchs-) Autorinnen und Autoren für vielversprechende literarische Projekte aus. Bürgermeisterin Katrin Habenschaden überreicht am Freitag, 29. Oktober, die mit jeweils 6.000 Euro dotierten Preise an: Daniel Bayerstorfer für sein Lyrikprojekt „Neulich starb Antigone“, Christian Hödl für sein Romanprojekt „Wie man barfuß auf Kies stolziert“, Jan Hoffmann für sein Romanprojekt „Monte Serpente“ und Fabienne Imlinger für ihr Romanprojekt „Alles über meine Eltern“. Mit dem Stipendium für Übersetzungsprojekte wird Maximilian Murmann für seine Übersetzung von Eeva-Liisa Manners „Das Mädchen auf der Himmelsbrücke“ geehrt. Die beiden Stipendien im Bereich Kinder- und Jugendbuch gehen an Benita Berge für ihr Kinderbuchprojekt „Emma und die verrückte Weihnachtsnacht“ und an Yasmin Shakarami für ihr Jugendbuchprojekt „Die Perfekten“. Zusätzlich wird der Leonhard und Ida Wolf-Gedächtnispreis in Höhe von 3.000 Euro an Louise Kenn für ihr Projekt „Wir bauen Gehege und wundern uns dann“ vergeben. Die Verleihung findet mit geladenen Gästen und unter Einhaltung der erforderlichen Hygienemaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie im Saal des Literaturhauses statt. Ausführliche Informationen und Jurybegründungen unter www.muenchen.de/literatur.

Quelle: Rathaus Umschau 206 / 2021 vom 26.10.2021

[LiSe 10/21] Jung und schreibend (Folge 2): Unterwegs

Leander Steinkopf

Von Ursula Sautmann

Drei Tage lang schlendert der Protagonist durch Berlin – ziellos, einsam, wachsam und allzeit bereit zum gnadenlosen Urteil. Unterwegs macht er immer nur kurz Halt. Der Ich-Erzähler in „Stadt der Feen und Wünsche“ (Hanser Berlin), ein junger Mann, konfrontiert die Menschen (und die Leser*innen) mit seiner Bitterkeit, seiner Überheblichkeit und seiner Empfindsamkeit. „Die Radfahrer verpesten die Umwelt mit ihrer Vorbildlichkeit“, mosert es der Leserin entgegen. Aber da klingt auch viel Sehnsucht an im Debüt von Leander Steinkopf. Und Komik. (mehr …)