[LiSe 01/20] Vera Doppelfeld Preis

Neuer Preis aus München

Literarische Debüts von Autoren oder Autorinnen bis zu 35 Jahren bei Erscheinen des Werks haben die Chance, einen Hauptpreis von 6.000 Euro oder einen der beiden Förderpreise von jeweils 3.000 Euro zu gewinnen. Der „Vera Doppelfeld Preis“ zeichnet deutschsprachige Erstlinge in den Genres Erzählung, Novelle oder Roman aus. Alle Verlage können Bücher einsenden, die im Herbst 2019 erschienen sind oder Manuskripte von Werken, die im Frühjahr 2020 erscheinen werden. Einsendeschluss ist der 28. Januar 2020. (mehr …)

[LiSe 01/20] Literarische Archive (Folge 11)

„Wir haben alles Leben in der Hand …“ 

Aus dem Vorlass von Dagmar Nick in der Monacensia

Von Katrin Diehl

Das lässt sich doch vielleicht herausfinden. Heute jedenfalls eher als noch vor 30 Jahren. Im März 1988 nämlich bekam Dagmar Nick, die man mit Fug und Recht als eine der wichtigsten deutschsprachigen Lyrikerinnen (Lyriker eingeschlossen) nach 1945 bezeichnen kann, da bekam die Dame also einen Anruf aus dem „Deutschen Museum“. Ein Ralf Bülow war dran, Mathematiker, Informatiker, im Forschungsinstitut des Museums mit dem Thema „Datenverarbeitung“ beschäftigt. Und der wollte wissen – besser gesagt – meinte bereits zu wissen, dass Nicks Gedicht „Wir“, das aus den 50er Jahren stammte, dass dieses „Wir“ das erste deutsche Gedicht sei, in dem das Wort „Roboter“ vorkomme („Wir haben Mut. Wir glauben an die Macht/des Robotergehirns./Wir gehen blindlings in die letzte Nacht/des sterbenden Gestirns./Wir haben alles Leben in der Hand“). Dagmar Nick weiß nicht so recht. Könnte das Wort nicht vielleicht schon früher, vielleicht in einem Gedicht von Benn gefallen sein? Bülow verspricht das zu prüfen, möchte aber trotzdem von ihr wissen, ob sie „ein sehr technisch interessierter Mensch sei“. „Nein, um Gotteswillen“, sagt Nick, und erzählt von ihrem Schock, als der erste Sputnik mit Hund „auf den Mond … oder in eine Umlaufbahn um die Erde geschossen wurde“. (mehr …)

[LiSe 01/20] Buchtipps aus erster Hand

Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für Januar diese beiden Neuerscheinungen:

Gabriel Katz: Der Klavierspieler vom Gare du Nord
Fischer

Am öffentlichen Klavier in Paris kreuzen sich die Wege von Mathieu, der mit Mutter und kleinem Bruder in der Banlieue wohnt, und Pierre, dem Direktor des Konservatoriums. Später wird Mathieu bei einem Einbruch erwischt, und Pierre setzt sich dafür ein, dass er die Sozialstunden als Putzkraft im Konservatorium ableistet. Mathieu ist zunächst wenig begeistert, als Pierre ihn dann noch zur besten Lehrerin des Konservatoriums schickt … Der Protagonist muss viele Hindernisse überwinden, ehe es zu einem guten Ende kommt. Klar ist das Kitsch, aber den braucht man auch ab und zu. Für alle, die „Ziemlich beste Freunde“ liebten. (mehr …)

Stadtbibliothek Fürstenried wieder eröffnet

Die Stadtbibliothek Fürstenried wurde am Freitag den 13. Dezember nach dreimonatiger Umzugspause neu eröffnet. Sie ist von ihrem altenStandort in der Forstenrieder Allee in das neue Gebäude in der Berner Straße 4 gezogen.
Damit haben die Bürgerinnen und Bürger im Quartier nicht nur „ihre“ Bibliothek mit einem eingespielten Bibliotheksteam wieder zu Verfügung. Sie haben zusätzlich eine Bibliothek, die neue Wege Richtung Zukunft beschreitet:

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Verleihung des Tukan-Preises an Herbert Kapfer

Herbert Kapfer, langjähriger Hörspielleiter des Bayerischen Rundfunks, wird am Dienstag, 17. Dezember, für sein Buch „1919. Fiktion“ mit dem Tukan-Preis 2019 ausgezeichnet. Mit dem mit 6.000 Euro dotierten Preis würdigt die Stadt München jährlich eine sprachlich, formal und inhaltlich herausragende literarische Neuerscheinung einer Münchner Autorin oder eines Münchner Autoren. (mehr …)

[LiSe 12/19] Literarische Archive (Folge 10): Carossa und Kubin

Aus dem Nachlass Hans Carossas in der Monacensia

Von Hans-Karl Fischer

Was ich mir bestellen wolle, fragt die Frau hinter der Theke. Ich bestelle mir die Rede Hans Carossas über Alfred Kubin, gehalten in der Galerie Günther Franke im Jahr 1930. Schon immer hatte ich es für ungerecht gehalten, daß der Dichter den Zeichner ein „Mondgesicht“ genannt hat, genauer gesagt, er spricht in seinem Erinnerungsbuch „Führung und Geleit“ von einem „Gesicht, das eher dem Reich des Mondes als dem der Sonne anzugehören schien“. (mehr …)