[LiSe 03/19] Junge Literatur: The winner is …

Die PULS-Lesereihe 2019 des Bayerischen Rundfunks hat ihren Sieger im „Bahnwärter Thiel“ (Schlachthof-Quartier) ermittelt. Zum Motto „Habt ihr keine anderen Probleme“ präsentierten fünf Autor*innen unter 30 Jahren aus ganz Bayern vor etwa 250 Zuhörern zwischen Schiffswracks und Jahrmarktschaukeln im großen Finale ihre Storys. Dazwischen donnerte die bayerische Rapgruppe Bavarian Squad ihre Verse, die viele Besucher auswendig mitsangen. Zum Sieger wählte das jugendliche Publikum den Münchner Max Slowioczek, 28, dessen Text Männer-Freundschaft, Flüchtlingskrise und Fußball geschickt montiert und das Recht auf Privatheit betont. Er wird mit einer Reise zur Leipziger Buchmesse und einem „exklusiven Schreibworkshop“ am Deutschen Literaturinstitut belohnt. Zu hören sind alle Texte als Podcast unter www.br.de. Im kommenden Dezember folgt die nächste Ausschreibung!

Wolfram Hirche

[LiSe 03/19] Literarische Archive (Folge 2): Ich fühle mich so am Ende, dass es mir geradezu gut geht

Herbert Achternbuschs literarisches Archiv in der Monacensia

Von Katrina Behrend Lesch

Sätze wie diesen hat er drauf, der bajuwarische Universalkünstler Herbert Achternbusch. Da muss man erstmal lachen, verliert sich aber dann in der dissonanten Melancholie, die jedem Komiker eigen ist. Achternbusch ist ein weiser Sprachspieler, ein Wort- und Witz-Jongleur, der mit seinem Widerborst und Eigenwillen alle Grenzen sprengt oder, wie er selbst sagt, „zerdeppert“ und dabei den „Deppen“ bewusst in Kauf nimmt. Bekannt ist er ja vor allem durch seine Filme, aber die kamen später. Angefangen hat er als Bildender Künstler, dann verlegte er sich auf Anraten von Kollegen und Freunden wie Hans Erich Nossack, Günter Eich und Martin Walser aufs Schreiben. Vieles hat dieser kreative Geist zu Papier gebracht, dieser unermüdlich kreative Geist, muss man sagen, Lyrik und Prosa und natürlich die Drehbücher für seine Filme. 2005 kaufte die Monacensia Achternbuschs literarisches Archiv an, und wer will, kann Einsicht nehmen in Original–Typoskripte, in Skizzen, illustrierte Briefe oder Aquarelle und Kleinplastiken bewundern wie zum Beispiel einen aus gebrauchten Teebeuteln geformten Buddha.  (mehr …)

[LiSe 03/19] 13. Münchner Bücherschau junior

Vom 16. bis 24. März heißt es wieder „Neugierig auf die Welt“ und auf 5.000 Bücher, die zum Schmökern und Ausprobieren, zum Entdecken und Erkunden für Kinder und ihre Eltern im Münchner Stadtmuseum bereitstehen. Begleitet wird die Bücherschau von zahlreichen Lesungen und Workshops, von Exkursionen und Vorlesestunden in vielen Sprachen, dazu spannenden Begegnungen mit Autorinnen und Autoren, die sich all diese tollen Geschichten ausgedacht haben. „Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten.“ Diesem Satz von Aldous Huxley kann man nur zustimmen. RED

Infos unter www.muenchner-buecherschau-junior.de

[LiSe 03/19] Buchtipps aus erster Hand

Die Buchhandlung Lehmkuhl empfiehlt für März diese beiden Neuerscheinungen:

C. Boyle: Licht
Hanser Verlag

In schöner Regelmäßigkeit schreibt T. C. Boyle Romane, auf die sein Publikum mit großer Empathie wartet. Nun legt er ein Buch vor, das eloquent und einfühlsam die Geschichte des amerikanischen Psychologieprofessors Timothy Leary erzählt, der Mitte der 60er Jahre erste Selbstversuche mit dem neuen Rauschmittel LSD macht. Leary war ein Menschenfänger. Er zog viele Leute in seinen Bann, und wir sind hautnah dabei, wenn die bewußtseinserweiternde Droge allmählich den Alltag übernimmt, den sie dann so zerstört wie Beziehungen und Familien. Ein wahrer Lese-Trip! (mehr …)

[LiSe 03/19] Internationales Literaturfestival: WORTSPIELE

Eine spannende Vielfalt an Texten steht wieder im Mittelpunkt der WORTSPIELE, die heuer zum neunzehnten Mal in München stattfinden. Insgesamt 30 junge deutschsprachige Autor*innen aus Deutschland, Österreich, der Ukraine, Griechenland, der Slowakei, Russland und Weißrussland werden vom 13. bis 15. März 2019 im Muffatwerk ihre neuen Bücher vorstellen. Themen wie die Suche nach Zugehörigkeit in brüchiger werdender Gegenwart, die Welt der Bibliothek als spannend-abgründiger Schauplatz oder die Wurzeln der Familie in der Fremde und ihre Geheimnisse erwarten die Besucher. Spezielle Elemente des diesjährigen Festivals sind die Installation „Cover Shuffle“ von Nikolai Vogel und die Verleihung des Bayern 2-Wortspiele-Preis, der mit 2000 Euro dotiert ist. Darüber hinaus erwartet die Gewinnerin/den Gewinner ein einmonatiges Aufenthaltsstipendium im Goethe-Institut Peking. Der Gewinnertext wird bei einer öffentlichen Lesung in Peking präsentiert. RED

Infos unter www.festival-wortspiele.eu

[LiSe 03/19] In eigener Sache: Ina Kuegler zum Abschied

Richtig gehen tut sie ja nicht, unsere langjährige verantwortliche Redakteurin Ina Kuegler. Sie will nur nicht mehr das Sagen haben, sich um alles kümmern müssen, diese Stelle gibt sie auf. Was sie während der neun Jahre auf diesem Posten allerdings zu Wege brachte, hat die LiteraturSeiten München geprägt. Ina Kuegler ist gelernte Journalistin und war 26 Jahre für den Kulturteil der Fürstenfeldbruck-Ausgabe der SZ zuständig, bevor sie zu den LiteraturSeiten stieß. Sie gab dem Blatt die heutige Struktur, führte die Serien auf Seite 2 ein, derzeit über Dichternachlässe, beschränkte die Rezensionen auf Seite 4 auf Bücher von Autoren mit Münchenbezug, und für den Aufmacher–Artikel hielt sie immer nach Themen Ausschau, die dem Literaturbetrieb nahe stehen. Ganz müssen wir auf ihre Mitarbeit aber nicht verzichten, sie wird uns nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite stehen und auch immer wieder einen Beitrag schreiben. Darauf freuen wir uns. Red