Crespo Foundation: Wortmeldungen von Nachwuchsautor*innen gesucht!

Die Crespo Foundation ruft junge Autor*innen dazu auf, sich für den mit insgesamt 15.000 Euro dotierten WORTMELDUNGEN-Förderpreis zu bewerben. „Vom Unsichtbaren schreiben, die Gegenwart sehen. Wie tritt der Klimawandel in Erscheinung?“ lautet die Fragestellung, die in diesem Jahr von Marion Poschmann, Trägerin des WORTMELDUNGEN-Literaturpreises 2021, formuliert wurde. (mehr …)

[LiSe 04/21] Literarische Archive (Folge 22): Nur da sein

Der Nachlass Grete Weils in der Monacensia

Von Katrin Diehl

Eines der „Objekte“, das zu dem in der Monacensia aufbewahrten Nachlass der Schriftstellerin Grete Weil (1906-1999) gehört, schiebt die wunderbaren Jahre, die sie hatte, weit, weit weg, die „unglaublich glückliche“ Kinderzeit, das viele Spielzeug, die lieben Menschen, die Tage in Egern am Tegernsee… „Ein Ort, in dem man zu Hause ist, wirklich zu Hause, auch dann noch, als über dem Ortsschild ein Transparent mit der Aufschrift hängt: ‚Juden betreten den Ort auf eigene Gefahr‘ “, schrieb Grete Weil 1998 in ihrer Autobiografie „Leb ich denn, wenn andere leben“. Wolken zogen da auf, aber schön war es immer noch. Auch in der Stadt, in München, in der herzeigbaren Stadtvilla. Der Herr Vater, Siegfried Dispeker, ein angesehener „Geheimer Justizrat“, und seine Frau Bella empfingen gerne Gäste und auch der elf Jahre ältere Bruder Fritz war durchaus präsentabel, ein Frontkämpfer des Ersten Weltkriegs mit Verdiensten. Der Grete geht es so richtig gut. „Ich war wahnsinnig verwöhnt. Ich brauchte nichts zu tun, brauchte nur da zu sein, wurde geliebt“, sollte sie später einmal sagen. (mehr …)

[LiSe 04/21] Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat April diese Neuerscheinungen:

Alena Schröder: Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid
dtv

In diesem Debütroman geht es um vier Generationen von Müttern und Töchtern, es geht um mütterliche Liebe, die nie genug ist, um Verletzungen und Kränkungen und es geht ums Überleben – das alles verpackt in 100 Jahre Familiengeschichte und Zeitgeschichte. Alena Schröder schafft es, darüber wunderbar frisch und mitreißend zu schreiben, und angenehm witzig wird es sogar streckenweise, wenn die 27-jahrige Hannah auf der Suche nach einem verschollenen Bild ihre Familiengeschichte begreifen will, während sie ihre eigene verkorkste Beziehung zu Männern durchlebt. (mehr …)

[LiSe 03/21] Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat März diese Neuerscheinungen:

Brian Moore:
Schwarzrock
Diogenes

Historischer Hintergrund des eher schmalen, aber ungeheuer dicht erzählten Romans ist die Missionierung von Irokesen und Huronen durch Jesuiten, die schon Mitte des 17. Jahrhunderts, also rund 200 Jahre vor der Eroberung des „Wilden Westens“, tief in die Wildnis Nordkanadas vordrangen. Moore erzählt vom „Cultural Clash“: Mit tiefem Verständnis und warmem Blick für beide Seiten beschreibt er das totale Unvermögen sowohl der Indianer als auch der durchaus gutwilligen jesuitischen Patres, sich in der völlig fremden Gedankenwelt der jeweils anderen zurechtzufinden … mit dramatischen Konsequenzen für alle … (mehr …)

[LiSe 03/21] Literarische Archive (Folge 21): Sie wollte nur zum Theater

Therese Giehses Nachlass in der Monacensia erzählt von einem Leben, das sich vorwiegend auf der Bühne abspielte.

Von Katrina Behrend Lesch

In München in der Herzog-Rudolf-Straße 1898 geboren, in der Wurzerstraße 1975 gestorben, beides in unmittelbarer Nähe der Kammerspiele, ihrer künstlerischen Heimat, dazwischen an vielen Orten gewesen – Therese Giehse wäre imstande, ihr Leben auf diesen lapidaren Nenner zu bringen. „Ich hab nichts zum Sagen“, warf sie ihrer Biografin Monika Sperr bei ihrer ersten Begegnung entgegen. Sie war frei von Äußerlichkeiten, trat nicht geschminkt auf, aber mit ihr zu arbeiten war für jeden Regisseur eine Bereicherung. Brecht hielt sie für die größte Schauspielerin Europas, Peter Stein beschrieb ihre Fähigkeit, sich die Texte der Autoren ganz zu eigen zu machen und damit ihrem Spiel ein unglaubliches Relief zu verleihen, als etwas Einmaliges. (mehr …)

[LiSe 03/21] Nachruf: Mit allen Sinnen zugewandt

Erinnerungen an Ursula Haeusgen. Ein Gespräch mit Holger Pils, Geschäftsführer des Lyrik Kabinetts

Von Michael Berwanger

Wochen nach dem Tod von Ursula Haeusgen sind die Mitarbeiter*innen des Lyrik Kabinetts immer noch erschüttert. Bis zuletzt war die Gründerin und Mäzenin im Vorstand tätig und für alle eine Ansprechpartnerin. Die Stiftung, die sie ins Leben gerufen hat, ist geprägt von der Kraft ihrer Gründerin und lässt den Geist, in dem sie erschaffen worden ist, spüren. (mehr …)