Münchner Stadtbibliothek ab 2020 überall samstags geöffnet

Die Münchner Stadtbibliothek wird ab dem 11. Januar 2020 an allen Standorten am Samstag geöffnet sein. Nach einer erfolgreichen Pilotphase 2016/2017 in sechs Stadtteilen hatte der Stadtrat einer Ausweitung der Samstagsöffnung auf alle Stadteilbibliotheken in zwei Phasen zugestimmt. In der letzten Runde kommen nun nach aktuellem Beschluss des Stadtrats ab 2020 die Standorte Fürstenried, Hadern, Ramersdorf, Milbertshofen, Allach-Untermenzing, Westend sowie Bogenhausen hinzu. Kulturreferent Anton Biebl: „Die Münchner Stadtbibliothek wird an ihren zahlreichen Standorten insgesamt fünf Millionen mal im Jahr frequentiert. Zudem verzeichnet sie drei Millionen digitale Besuche. Sie beweist, dass sie in jeder Hinsicht ein ‚Ort für alle‘ ist. Als Treffpunkt und als Institution, die den digitalen Wandel mitgestaltet. Die Münchner Stadtbibliothek stellt sicher, dass alle Zugang zu Bildung haben.“ (mehr …)

[LiSe 11/19] Literarische Archive (Folge 9): Vermächtnisse aus Lummerland

Michael Endes Erbe auf Schloss Blutenburg

Von Katrin Diehl

Es ist ein kleiner Briefwechsel, der viel über Michael Ende erzählt. Da gab es einen 9-jährigen Jungen, den Peter, der nicht genug bekommen konnte von „Jim Knopf“ und dessen Abenteuern. Und also schrieb er an den, der das schwarze Findelkind Jim mit dem großen Knopf an der Hose auf die Lummerland-Welt gebracht hatte. Und Michael Ende antwortete, hielt dabei wie selbstverständlich an der Phantasiewelt, die er erschaffen hatte, fest in Schrift wie Schriftbild. Auf Peters Drängen hin nach Fortsetzungsgeschichten, bittet Ende das Kind um Geduld, „weil Lukas und Jim bis jetzt auf keine neue Abenteuerreise mehr gefahren sind.“ In einem zweiten Brief lässt Ende sogar die „Wilde 13“, eine Piratenbande, persönlich zur Feder greifen: „Sie haben auch mit viel Schwitzen und Buchstabieren versucht, Dir einen Antwortbrief zu schreiben. Vielleicht kannst Du ihn entziffern, ich kann es nicht.“ Beigelegt ist ein Bogen Papier auf dem in linkischer Schrift Buchstaben tanzen, sich zu so-richtig-falsch-geschriebenen Wörtern zusammentun. Das war Anfang der 60er Jahre. (mehr …)

[LiSe 11/19] Buchtipps aus erster Hand

Die Internationale Jugendbibliothek empfiehlt für November diese beiden Neuerscheinungen:

Stanislaw Wostokow: Frossja Furchtlos
Knesebeck Verlag

Da Frossjas Eltern ständig on tour sind, lebt das Mädchen bei ihrer Oma in einem traditionellen Holzbauernhaus, in dem es ziemlich turbulent zugeht. Z.B. als der Direktor eines Freilichtmuseums das Haus abtransportiert, um es im Museum wieder aufzubauen. Augenzwinkernd und mit Wortwitz entfaltet Stanislaw Wostokow, einer der besten russischen Erzähler für Kinder der Gegenwart, eine Bullerbü-Idylle, gewürzt mit kuriosen Persönlichkeiten wie dem Dorftrunkenbold Nikanor oder dem hilfsbereiten, kaffeesüchtigen Bären Gerasim und natürlich mit einer cleveren jungen Heldin. (mehr …)

[LiSe 11/19] Literaturfest München 10 – 40 – 60

Wenn drei Jubiläen zusammenfallen, dann darf auch dreifach gefeiert werden.

Von Bernd Zabel

Das Münchner Literaturfest 2019 weckt höchste Erwartungen. Nicht nur wegen der schönen Parties und Empfänge, sondern auch, weil Literaturinteressierte sich auf ein ungewöhnlich reichhaltiges Programm freuen dürfen. 120 internationale Autor*innen, 85 Lesungen und Diskussionen,  10 Buch- und Fotoausstellungen, das sind die Superlative 2019. Ingo Schulze gestaltet das 10. „forum: autoren“, naheliegender Weise (vor 30 Jahren fiel die Mauer) zum Thema: „Einübung ins Paradies. Fragen an die Welt nach 1989“. Seine Gäste lässt Schulze dabei im Duo antreten: Frank Witzel mit dem bosnischen Autor Dzevad Karahasan oder Judith Schalansky mit dem kongolesischen Autor Fiston Mwanza Mujila oder mit „Fragen an München nach 1989“ (Katja Huber, Dagmar Leupold). Auf diese Abende darf man gespannt sein. (mehr …)

[LiSe 10/19] Literarische Archive (Folge 8): Eine Dame von Welt

Die fast vergessene Autorin Mechtilde Lichnowsky 

Von Katrin Diehl

Manche Briefpapierseiten haben etwas von Schmetterlingsflügeln. Seidig, leicht, verletzlich, so dass man sie nur mit Fingerspitzen berühren möchte. Sie nahmen den Weg übers Meer. Manchmal kommt das Papier auch grob und handfest daher, hat eine Reise auf dem beschwerlichen Landweg hinter sich. Doch immer findet sich ein feiner Briefkopf am linken oberen Rand, der von einem schon wieder neuen Domizil, einer edlen Adresse kündet. Darunter eine mehr oder weniger leserliche, verschwenderische, schwungvolle wie impulsive Handschrift. Mechtilde Lichnowsky geht frei um mit ihren Gedanken, hält nicht hinterm Berg („Was sie über mich schrieb war so schleimig“), hat ein dem Leben wie der Sprache zugewandtes Selbstbewusstsein. Dass sie sich immer schnell mit dem neuen, nächsten Ort arrangierte, hatte wohl mit ihrer Herkunft, der damit verbundenen Weltläufigkeit zu tun, auch mit ihren zwei Ehen. Dennoch, gestorben ist Lichnowsky 1958 ziemlich vergessen und in äußerst bescheidenen Verhältnissen in London. (mehr …)

[LiSe 10/19] Ausschreibung: Artificial Intelligent Writing

Das Münchner Literaturbüro veranstaltet im Dezember 2019 eine Lesereihe zum Thema „künstliche Intelligenz und Literatur“. Gesucht werden Texte, die sich literarisch (die Form ist offen) mit den bekannten Problemen wie: Verhältnis Mensch-Maschine, Macht der Algorithmen, Roboter, künstliches Bewusstsein, künstliche Menschen, künstliche Literatur ohne Urheber u. s. w., auseinandersetzen. Die Autoren sollen bereit sein, ihre Texte selbst vorzutragen.

Die erbetenen Arbeiten sollen 5 bis 7 Normseiten nicht überschreiten. Einsendungen bitte ausschließlich digital bis zum 15. 11. 2019 an: lesung@muenchner-literaturbuero.de

Weitere Informationen: www.muenchner-literaturbuero.de