Wiggerl Greiner: Ein Meister des Münchner Humors

Ausstellung im Innenhof des Isartors vom 27. Mai bis 13. November 2020
Ludwig Greiner war der beste Freund von Karl Valentin, sein Grafiker, sein Bühnenbildner und sein Theatermaler. Zu fast allen Szenen Valentins schuf er Plakate und Zeichnungen. Greiners Humor war höchst inspirierend. Zu allen Ideen Valentins hatte er die passenden Einfälle. Ein Leben lang befruchteten sich die beiden gegenseitig.
Wiggerl Greiners große Leidenschaft war das Zeichnen und die Musik. Er arbeitete als Gastwirt, Illustrator für Zeitschriften und Werbeanzeigen, Kulissenmaler und Ausstatter für Theater und Film, gestaltete Gaststätten und entwarf und baute Faschingswägen. Daneben trat er als Unterhaltungsmusiker auf und komponierte und textete eigene Lieder. Greiners Wesen war geprägt durch einen unverwüstlicher Humor. Er verstand es allen Lebenslagen, waren sie noch so schwierig, eine komische Seite abzugewinnen.

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Stiftung Lyrik Kabinett übernimmt die Lyrik-Bibliothek aus dem Nachlass von Christoph Meckel

Der im Januar verstorbene Dichter und Graphiker Christoph Meckel (1935-2020) war dem Lyrik Kabinett und seiner Gründerin Ursula Haeusgen durch eine jahrzehntelange Freundschaft verbunden. 1990 las er zum ersten Mal im Lyrik Kabinett, 2017 zum letzten Mal. In Kooperation mit dem Carl Hanser Verlag ehrte die Stiftung den Dichter aus Anlass seines 80. Geburtstags (2015) mit einer Ausgabe seiner gesammelten Gedichte und mit einer Festlesung.

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Monacensia ist ab sofort wieder geöffnet

Nach vielen Wochen Schließung öffnet die Monacensia im Hildebrandhaus am Montag, 18. Mai, wieder ihre Türen. Literaturarchiv, Bibliothek, Dauer- und Sonderausstellungen sind – unter Einhaltung der erforderlichen Abstands- und Hygienemaßnahmen – wieder für alle Besucherinnen und Besucher zu den gewohnten Öffnungszeiten zugänglich. (mehr …)

Von der Isar nach Jerusalem – Gabriella Rosenthal (1913—1975) – Zeichnungen

Inspiriert von dem französischen Illustrator Honoré Daumier, von Wilhelm Busch und auch Walter Trier zeugen Gabriella Rosenthals Werke von einem alltagsnahen, heiteren und liebevollen Blick auf das spannungsreiche und vielfältige Leben in Jerusalem zwischen 1935 und 1955. Gleichzeitig verweist sie mit feinsinnigem Humor auf ihre bayerische Vergangenheit. Sie zeichnete Vertreterinnen und Vertreter aller Augenzwinkern beleuchten ihre Skizzen den Alltag ihres Umfelds, ohne dabei gesellschaftspolitische Probleme auszusparen oder zu beschönigen. (mehr …)

„Mit Poesie durch Pandemie“ – Lyrik-Aktion auf Facebook

Die bisherigen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben Wirkung gezeigt. Langsam schimmert ein Fünkchen Normalität in weiter Ferne. Doch der Shut-Down des öffentlichen Lebens hat schwerwiegende Folgen, vor allem für den künstlerisch-kulturellen Betrieb. Die Absage Existenzgrundlage unter den Füßen weggezogen. Um die Krise zu überstehen, müssen sie erfinderisch werden, damit sie auch in den Weiten der Digitalität präsent und sichtbar bleiben.

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Die Münchner Stadtbibliothek öffnet schrittweise ihre Türen

Die Schließungsverfügung für kommunalen Bibliotheken wird kurzfristig zum 11. Mai aufgehoben. Damit darf auch die Münchner Stadtbibliothek, die unter normalen Umständen täglich etwa 20.000 Besuche verzeichnet, unter Auflagen wieder für das Publikum geöffnet werden. Angesichts der hohen Besucherzahlen werden zunächst ausgewählte Standorte der Münchner Stadtbibliothek mit einem eingeschränktem Service-Angebot in Betrieb genommen. Um Nutzerinnen und Nutzer sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen und den allgemeinen Auflagen zu Hygiene und Abstandswahrung zu entsprechen, erfolgt die weitere Wiederöffnung stufenweise. (mehr …)

[Lise 05/20] Villa Waldberta: Ein Refugium für die Künstlerseele

Dr. Martin Rohmer leitet das internationale Residenzprogramm der Stadt München.
Die LiteraturSeiten haben ihn befragt.

LiteraturSeiten München (LSM): Die Villa Waldberta ist das Residenzhaus der Stadt München für internationale Stipendiatinnen und Stipendiaten, gelegen ist die Villa aber am Starnberger See, in Feldafing. Wie ist es dazu gekommen?

Dr. Martin Rohmer: Die Villa Waldberta wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut und hat eine wechselvolle Geschichte, schön aufbereitet in Tobias Mahls Buch „Kosmopolitentreff und Künstlerhaus. Die Villa Waldberta als Spiegel des 20. Jahrhunderts“. Die Villa stand auch in Privatbesitz schon immer für Kunst, Kultur und Begegnung. Die letzte Eigentümerin der Villa, Bertha Koempel, stiftete das Anwesen der Landeshauptstadt München, und seit 1983 ist hier das Artist-in-Residence-Programm derStadt angesiedelt. Internationale Gastkünstler*innen wohnen auf Zeit, arbeiten und präsentieren sich selbst und ihre Arbeit der Öffentlichkeit. (mehr …)

[Lise 05/20] Kolumne: Grandiose Störungen

Sind schon eine große Chance für Umarmungen, diese Zeiten der Covid-19-Pandemie, für große Verbal-Umarmungen des einen Präsidenten dort, des anderen Landesvaters hier, vor allem aber auch der vielen kleinen Großschwätzer, Nervensägen und Welterklärer, als wären eigentlich sie das Virus: Selbst gedanklich leblos aber sich ansaugend an fremde Lebewesen und diese zerstörend – naja, Moment mal, nun wollen wir aber doch nicht gleich übers Ziel schießen. Aber was ist das Ziel? Ganz klar: Der Impfstoff!

Und vorher: Innehalten, Streaming anklicken, Gedichte lesen, Rilke z. B., diese Duineser Elegien, etwa die zehnte, in der vom Postamt „am Sonntag“ die Rede ist, das zu ist, rein und „enttäuscht“ – ein enttäuschtes Postamt, also eine Sache als Subjekt, kann auch nur einem Lyriker einfallen, tolle Idee, das. Ein Haus, etwa, enttäuscht, dass der Bewohner geht. (mehr …)