[LiSe 05/22] Empfehlungen: Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat Mai diese Neuerscheinungen:

Heidi Pitlor: Die Heldin der Geschichte
Eichborn

Die Ghostwriterin Allie bringt sich und ihren Sohn Cass gerade so durch. Von ihrem Idealismus in Bezug auf Mutterschaft und feministische Erziehung musste sie sich längst verabschieden zu Gunsten der pragmatischen Frage, wo eigentlich die Miete für den nächsten Monat herkommen soll. Doch dann ergattert sie einen hochkarätigen Auftrag: Sie soll ein Buch für die bekannte feministische Aktivistin Lana schreiben. Die ist ebenfalls Mutter, kennt jedoch keine wirtschaftlichen Nöte. Die Zusammenarbeit der beiden ungleichen Frauen birgt ungeahnten Zündstoff. Ein brillanter Roman über Idealismus und Privilegien, über Mutterschaft und Autonomie. (mehr …)

[LiSe 05/22] Rezension: Das Jahr ohne Sommer

Das neue Buch von Timo Feldhaus spiegelt die gesellschaftlichen Zustände am Ende der Napoleonischen Zeit.

Von Stefanie Bürgers

1816 in Europa, ein Jahr ohne Sommer. Das Jahr zuvor war auf einer der Inseln Indonesiens ein Vulkan ausgebrochen und das wirkte weltweit nach. Im Sommer fällt Schnee. Die Tage bleiben dunkel. Die Ernte fällt aus. Hungersnöte sind die Folge. In dieser Zeit sucht Mary Godwin – nach der Heirat wird aus ihr Mary Shelley werden – ihren Weg, beladen mit dem fordernden Vermächtnis der Mutter, einer überzeugten Feministin. (mehr …)

[LiSe 04/22] Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat April diese Neuerscheinungen:

Evelyn Schlag: In den Kriegen
Hollitzer

Ein Krieg ist gerade zu Ende gegangen. Drei Männer und eine Frau machen sich auf den Weg über verlassene Landstriche zu einer mythischen Halbinsel. Tanjas Verlobter Andrij ist gefallen. Jens und Iwo, zwei Deutsche, haben als Freiwillige an der Seite der ukrainischen Nationalisten gekämpft, Andrij war einer von ihnen. Vitalij, der Vierte, ist ein junger Dichter. Der Überfall der Deutschen 1941, an dem auch der Urgroßvater von Jens teilgenommen hat, ist nach wie vor lebendig in der Geschichte der Ukraine … In diesem pazifistischen Roman über den Krieg werden Schrecken und Tod durch den Aberwitz der Akteure konterkariert. (mehr …)

[LiSe 04/22] Rezension „Wir müssen Brot haben!“

Das Tagebuch eines jungen Mannes lässt erahnen, wie brutal Zwangsarbeit unter den Nationalsozialisten abgelaufen ist.

Von Katrin Diehl

Es gibt gerade bei Tagebüchern eine gewisse Banalität der Wiederholungen, die einem den immer auch voyeuristisch-neugieren Blick ins Private dieser oder jener Bekanntheit etwas vergällen kann. Aber so ist halt der Alltag. Mal ist einem wohl, dann wieder weniger. Mal wacht man früh auf, dann ein wenig später. Und auch die Jahreszeiten kehren ja immer wieder, die ersten Blüten, der erste Schnee … Ja, ja. (mehr …)

[LiSe 03/22] Rezension: Wie sich Literatur feiern lässt

Die Jahre des Petrarca-Preises

Von Katrin Diehl

Natürlich hat dieser Band etwas Wehmütiges. Vielleicht hatte man sich ja mal wieder getroffen, hat einmal tief durchgeatmet und gesagt, „da sollte ja eigentlich schon was bleiben von diesem Preis …, eine Art Chronik …, das müsste doch machbar sein …“ Vielleicht hat dieses Treffen ja in der Schackstraße gleich beim Siegestor stattgefunden, dort bei H. Burda, wo die Idee vor fast 50 Jahren ihren Anfang genommen hatte. (mehr …)

[LiSe 02/22] Empfehlungen: Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat Februar diese Neuerscheinungen:

Gerda Blees: Wir sind das Licht
Zsolnay

Die Geschichte einer stillen Radikalisierung: Eine Wohnung, drei Frauen, ein Mann. Eine der Frauen ist tot. Als der Notarzt eintrifft, herrscht eine ruhige, ja unheimliche Atmosphäre, und er stellt fest: Elisabeth ist – vor den Augen ihrer Mitbewohner – verhungert. Muriel, Petrus und Elisabeth haben, jede*r auf eigene Art, den Halt im Leben verloren. Der Verzicht auf Nahrung scheint diese Lücke zu füllen. Was sich von innen – bis in den Tod – richtig anfühlt, ist von außen nur sehr schwer zu fassen. Der Debütroman erhielt zahlreiche Preise und war das Lieblingsbuch der niederländischen Buchhändler*innen 2020. (mehr …)