[LiSe 02/23] Empfehlungen: Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat Februar diese Neuerscheinungen:

Behzad Karim Khani: Hund Wolf Schakal
Hanser Verlag

Zwei Brüder fliehen mit ihrem Vater während des Irak-Krieges aus dem Iran nach Deutschland. Der Vater ist ein gebrochener, beschädigter Mann. Er landet mit seinen Söhnen im arabisch dominierten Bezirk Berlin-Neukölln, wo sie sich doppelt fremd fühlen. Saam, der ältere Bruder, versucht die Rolle des Familien-Oberhauptes zu übernehmen und seinen jüngeren Bruder Nima zu beschützen. Dabei gerät er in den Sog der Straßen-Gangs und rutscht immer weiter ab. Der Roman erzählt in melancholischer Sprache von den beiden Jungen, die mit Mut und
Leidenschaft versuchen, ihren Weg zu finden. (mehr …)

[LiSe 02/23] Rezension: Dachauer Verhältnisse

Florian Göttlers Roman über Dachau während der NS-Zeit

Von Michael Berwanger

Dachau zwischen 1933 und 45? Automatisch denkt man, dazu sei doch schon alles geschrieben worden. Bei genauerer Betrachtung drehen sich die meisten historischen Werke zu Dachau während der NS-Zeit aber um das Konzentrationslager, das im März 1933 bei Dachau auf dem Gelände der ehemaligen „Königlichen Pulver- und Munitionsfabrik“ in Betrieb genommen worden ist. So schreibt Stanislav Zámečník in seinem Standardwerk „Das war Dachau“ über die Greuel im KZ und Sybille Steinbacher in „Dachau – Die Stadt und das Konzentrationslager in der NS-Zeit“ über das Verhältnis des Marktes Dachau zu jenem Lager, das die Münchner NS-Größen Himmler und Wagner den Dachauer*innen aufgenötigt hatten (was durchwegs auf die Zustimmung und das Wohlwollen des Gemeinderates und der Kaufleute traf). (mehr …)

[LiSe 01/23] Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfeh-len für den Monat Januar diese Neuerscheinungen:

Cho Nam-Joo: Miss Kim weiß Bescheid
Kiepenheuer & Witsch

In acht Kurzgeschichten erzählt die südkoreanische Autorin von verschiedenen Frauen. Dabei beleuchtet sie deren Alltag in Südkorea und zeigt, mit welchen gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten sie konfrontiert sind. In nüchterner Sprache schildert sie Frauen unterschiedlichen Alters, die mit Hass im Netz, dem heimlichen Filmen von Frauen in der Öffentlichkeit konfrontiert sind oder sich über weibliche Identität im Alter Gedanken machen. Gerade ihre glasklare Sprache bewirkt, dass diese Kurzgeschichten besonders beeindrucken und lange nachwirken. (mehr …)

[LiSe 01/23] Rezension: „Sie fehlt nicht, wenn sie fehlt.“

Auch Monika Mann gehörte zu den Mann-Kindern! Von den Eltern, Thomas und Katja Mann, wie den Geschwistern wird sie kaum beachtet
und despektierlich behandelt. Kerstin Holzer widmet ihr jetzt, voller Empathie, ein ganzes Buch.

Von Katrin Diehl

Es gibt wohl keine zweite deutsche Künstlerfamilie, die so von Spannungen durchzogen, so von eigener Dynamik getrieben und geprägt war, wie „die Manns“. Und dabei war der Literaturnobelpreisträger Thomas Mann – ganz Familienoberhaupt – bei weitem nicht der alleinige „Verursacher“ der familiären Schieflage, auch wenn er es gewesen sein mag, der für all seine Kinder unerreichbare, künstlerische Maßstäbe vorgelegt und sie damit unter Druck gesetzt hat. (mehr …)

[LiSe 12/22] Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat Dezember diese Neuerscheinungen:

Nikki Erlick: Die Vorhersage
Heyne

Als Nina eines Morgens ihre Wohnungstür öffnet, findet sie eine schlichte Holzbox. Darin verbirgt sich ihr Lebensfaden. Wenn sie die Box öffnet, wird sie erfahren, wie viele Jahre ihr noch bleiben. Und sie ist nicht die Einzige, die dieses »Geschenk« bekommt. Überall auf dem Globus hat jeder Volljährige eine Box erhalten und fragt sich: Will ich wirklich wissen, wann ich sterben muss? – Einfühlsam und klug erzählt Nikki Erlick, was mit der Gesellschaft, mit Beziehungen und mit jedem einzelnen Individuum passiert, wenn uns die eigene Sterblichkeit drastisch vor Augen geführt wird. (mehr …)

[LiSe 12/22] Empfehlungen der Redaktion

Wie immer zur Weihnachtszeit empfehlen Redaktionsmitglieder der LiteraturSeiten München ihre Lieblingsbücher des Jahres.

Fischerteppiche
Von Michael Berwanger

Eine fast vergessene Geschichte aus der Geschichte: Wegen eines mehrjährigen Fangverbots, das 1928 an der Ostsee in Kraft tritt, wird den Pommerschen Fischern das Teppichknüpfen beigebracht, damit sie sich ihre Existenzgrundlage sichern können. Ein österreichischer Tapisserist lehrt die Fischer, die geschickt sind im Netze Knüpfen, die wichtigsten persischen Teppichknoten. (mehr …)