Steffen Popp erhält den mit 15.000 Euro dotierten Lyrikpreis München 2024

Erstmals wird zudem ein Preis für Junge Lyrik vergeben

Der mit 15.000 Euro dotierte Lyrikpreis München 2024 geht an den Lyriker, Essayist und Romancier Steffen Popp.  Der 1978 in Greifswald geborene Schriftsteller, der für seine Lyrik bereits unter anderem mit dem Leonce und Lena-Preis (2011) und dem Peter Huchel-Preis (2014) ausgezeichnet wurde, überzeugte die Jury mit seinem Wettbewerbsbeitrag „Sieben Stufen Nacht“. (mehr …)

[LiSe 07-08/24] Erich Kästner (und Walter Trier!) zum Soundsovielten

Eine Ausstellung in der Internationalen Jugendbibliothek in Schloss Blutenburg

Von Katrin Diehl

Die Finte geht schon in Ordnung. Zwar liegt eindeutig Erich Kästner vorne, was runde „Lebensdaten“ angeht, da jährt sich 2024 nämlich sowohl dessen 125. Geburts- wie sein 50. Todestag, und Walter Trier (1890-1951) hat diesbezüglich nur Krummes zu bieten, aber Erich Kästner, wie wir ihn kennen und lieben, ist eben ohne den Illustrator Walter Trier weder zu denken noch zu haben. Und deshalb darf der Name des Jubilars im Ausstellungstitel ruhig ein wenig nach hinten rutschen. Der lautet „Walter Trier. Der frech-fröhliche Illustrator von Erich Kästners Kinderbüchern.“ und lädt bis zum 22. September in die Internationale Jugendbibliothek in der Blutenburg ein, die die größte Sammlung von Originalen Triers, so um die 60 sind‘s, zu Kästners Bearbeitung von den Kinderbuchklassikern – von „Eulenspiegel“ über „Münchhausen“ bis zum „Gestiefelten Kater“ – besitzt. (mehr …)

[LiSe 07-08/24] Kolumne: BB-Day (1)

Es gibt ja für fast alles einen Tag. Neu in diesem Jahr war der „Tag der deutschen Erdbeere“. Fand unter echt viel deutscher Aufmerksamkeit am 24. Mai statt. Wann der „Tag der Liechtensteiner Erdbeere“ ist, weiß ich grad nicht so genau und vielleicht wachsen in Liechtenstein ja auch gar keine Erdbeeren. Sollte man es schaffen, ein Schälchen deutscher Erdbeeren samt Sahnehäubchen in den nächsten Tag zu retten, kann man mit ihm auf dem Beistelltisch neben dem deutschen Liegestuhl den „Tag der Tolkien-Lektüre“ genießen, bevor drei Tage später der „Tag des Unkrauts“ am Horizont aufzieht. (mehr …)

[LiSe 07-08/24] Neues aus der Monacensia: Sich treffen, wo man übers Schreiben spricht

Annegret Liepold übernimmt die Monacensia-Schreib-Residency 2024

Bis Oktober wird die Münchner Autorin Annegret Liepold wirkender Gast in der Monacensia, der Künstler*innen-Villa in Bogenhausen, sein. Ihr erstes eigenes Romanprojekt (an ihrem zweiten sitzt sie bereits) nähert sich so peu à peu seinem Ende. Das bedeutet, dass der Text, in dem es um eine der rechtsradikalen Szene zugetane junge Frau geht, seinen Verlag gefunden hat, und jetzt also die Phase intensiver Lektoratsarbeit beginnt. Außerdem ist Liepold für die Bayerische Akademie des Schreibens im Münchner Literaturhaus tätig. (mehr …)

[LiSe 07-08/24] Unabhängige Verlage, letzter Teil: Lyrik aus dem Wohnzimmer

hochroth in München

Von Markus Czeslik

Im Kollektiv sind auch die Kleinverlage groß. Für die Lyriker und Literaturvermittler Tim Holland und Tristan Marquardt bot sich 2017 die Gelegenheit, an den hochroth Verlag anzuknüpfen, der bereits 2008 in Berlin gegründet worden ist. Da damals für viele Talente aus dem süddeutschen Raum der geeignete Publikationsort fehlte, nutzten sie die Chance. (mehr …)

[LiSe 07-08/24] Empfehlungen: Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für die Sommermonate diese Neuerscheinungen:

Daphne Palasi Andreades: Brown Girls
Luchterhand

Queens, New York. Hier kämpft eine Gruppe von Mädchen darum, die Migrationsgeschichten ihrer Familie mit der amerikanischen Kultur in Einklang zu bringen. Rastlos durchstreifen sie die Stadt, singen aus voller Kehle Mariah Carey, sehnen sich nach Jungs, die unerreichbar sind. Eins ist für sie klar: Sie wollen für immer Freundinnen bleiben. Doch das Älterwerden macht auch vor ihnen keinen Halt und stellt die Freundschaft vor ungeahnte Herausforderungen. Ein kollektives Porträt vom Erwachsenwerden und weiblicher Freundschaft vor dem Hintergrund von Rassismus und Ausgrenzung im gegenwärtigen Amerika. (mehr …)

[LiSe 07-08/24] Kurzgeschichte Luna

Von Tania Rupel Tera

  • Was noch? Denk nach, sicher gibt es andere Varianten.
  • Hm, vielleicht ist er einfach ein Türspion am unendlichen Himmelstor. Was sagst du?
  • Gut, interessant.
  • Man könnte das Bild selbstverständlich weiterentwickeln. Was gibt es hinter dieser Tür und so weiter.
  • Ja, was noch?

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[LiSe 07-08/24] Empfehlungen der Redaktion – Bücher für den Sommerurlaub

Schlichtweg groß
Von Michael Berwanger

Einst ein umstrittener Bestseller, jetzt schlichtweg große Literatur: Der Wagenbach Verlag hat Elsa Morantes Werk „La Storia“ in neuer Übersetzung noch mal herausgegeben. Es ist die Geschichte der verwitweten Lehrerin Ida, die in den Jahren 1941 bis 1947 bis zur Erschöpfung in Rom zwischen den Armenvierteln San Lorenzo und Testaccio hin- und her hetzt. Sie müht sich ab, ihre beiden Söhne durchzubringen. Nino, der ältere Sohn und präpotente Schwarzhemdträger, will schnellstmöglich das Lyzeum verlassen und in den Krieg ziehen – später findet er sich bei den Partisanen wieder. Der Kleine, Useppe – gezeugt bei einer Vergewaltigung durch einen jungen deutschen Wehrmachtsoldaten –, stets heiter und neugierig, verbringt seine Tage allein in der Wohnung, oft nur in Gesellschaft des Hundes Blitz. Inmitten von Bombenangriffen, Hunger und Deportationen wächst Idas Angst, ihre jüdischen Vorfahren könnten der Familie zum Verhängnis werden. Mit unendlicher Zuneigung für ihre Figuren verknüpft Elsa Morante die Geschichte einer Welt in Flammen mit dem Schicksal einer Frau und ihrer Kinder.

Elsa Morante: La Storia
Roman
Übersetzt von Maja Pflug und Klaudia Ruschkowski
Gebunden, 768 Seiten
Verlag Klaus Wagenbach Berlin 2024
38 Euro (mehr …)