Der Bibliothekar und Redakteur Johann Christoph Adelung definierte den Spielraum als „Raum, innerhalb dessen sich ein Körper frei und ungehindert bewegen kann.“ Für die Kunst gewährleistete dieser Raum seit der Aufklärung und bis vor kurzem die Freiheit, Sprache und Zeichen für sich wandelnde Lebenswirklichkeiten immer neu zu finden. Doch dieser Freiraum gerät zunehmend unter Druck.
Ein Grund ist die stetig zunehmende Kommerzialisierung des Buchs: Als Dienstleistung für die Leser*in soll Literatur sich schnell verkaufen und wird entsprechend am Markt ausgerichtet. Ein weiterer Aspekt ist das, was der Literaturwissenschaftler Steffen Martus „gekränkte Sprachfreiheit“ nennt. Gemeint ist eine wachsende Sensibilität für Diskriminierungen, verletzende Sprache oder Triggerpunkte – eine berechtigte Entwicklung, die jedoch in künstlerischen Gestaltungsprozessen zur Selbstzensur werden kann.
Wie lassen sich die Bedingungen von Sprache in einer polarisierten Öffentlichkeit befragen? Wie und wo entstehen Sprachdiktate – und welche Formen von (Selbst-)Zensur ergeben sich daraus?
In der Woche der Meinungsfreiheit widmen sich die Autor*innen und Gastgeber*innen Dagmar Leupold und Norbert Niemann diesen Fragen im Gespräch mit Lektor Georg M. Oswald.
Auch Sie sind herzlich eingeladen mit zu diskutieren – in entspannter Atmosphäre bei Wein, Käse & Trauben.
Eintritt frei / ohne Anmeldung
