[LiSe 12/18] Ausstellung „So leben sie noch heute“

Europa  illustriert die Grimms

Die Grimms, das sind die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm, deren Kinder- und Hausmärchen das weltweit meist übersetzte Werk deutscher Sprache ist. Die neue Ausstellung der Internationalen Jugendbibliothek zeigt mit Illustrationsbeispielen aus 17 Ländern, wie originell, kühn, witzig oder bissig unsere Märchen in anderen europäischen Ländern bildnerisch umgesetzt und in die Gegenwart geholt werden. So lässt Roberto Innocenti Rotkäppchen durch den Großstadtdschungel irren, bei Sophia Martineck sind Hänsel und Gretel Comicfiguren, die Bremer Stadtmusikanten werden von Claudia Palmarucci als Arbeiterparabel erzählt. Gerade durch die Sicht von Illustratoren aus unseren Nachbarländern wird deutlich, wie dehnbar die Märchenstoffe, eine Ikone deutscher Kultur, doch sind.
red

Internationale Jugendbibliothek, Schloss Blutenburg,
Mo-Fr 10-16 Uhr, Sa/So 14-17 Uhr.

[LiSe 12/18] Ausstellung „Im Auge des Betrachters“

Werkschau von Christoph Niemann

Die Ausstellung „Im Auge des Betrachters“ im Literaturhaus ist die erste Werkschau von Christoph Niemann, dem international renommierten Illustrator, hierzulande bekannt durch Arbeiten für ZEIT- und SZ-Magazin. Sein Ansatz ist die Reduktion, die Essenz der Idee. Nur noch die soll beim „Leser“ seiner Bilder ankommen. „Der wahre Zauber findet nicht auf dem Papier statt, sondern entsteht im Kopf des Betrachters“, sagt er und lädt dazu ein, Poesie einmal ganz anders zu erleben: verspielt intellektuell, multimedial und überraschend in den Möglichkeiten, die unsere eigene Phantasie uns bietet. Die Ausstellung führt mit Einzelwerken, darunter die Cover für das US-Magazin The New Yorker, mit Serien, z. B. seinen „Sunday Sketches“, politischen Illustratio-nen, Photodrawings, Reiseaquarells, Filmen und Animationen durch das breite Spektrum von Niemanns Arbeiten. Christoph Niemann zeigt, dass wir alle – als Betrachter – die visuelle Sprache beherrschen, mühelos und in jedem Alter. Wie kaum ein Künstler lässt er uns dabei teilhaben am eigenen kreativen Schaffensprozess. Ein poetischer Kunstgenuss für die ganze Familie.
red

Literaturhaus, Salvatorplatz 1
Mo-Fr 10-19 Uhr, Sa/So
Feiertage 10-18 Uhr. 6/4 €.

[LiSe 11/18] Das Künstlerbuch – ein Kunstwerk

AAP Archiv Künstlerpublikationen

Im „Haus der Kunst“ ist Hubert Kretschmers Archiv noch  bis zum 9. Juni 2019 zu sehen.

Von Christine Erfurth

“Autoren schreiben keine Bücher: nein, sie schreiben Texte, die zu gedruckten Objekten werden“, sagt Roger Chartier – ein Satz, der für die Arbeit des Münchner Sammlers Hubert Kretschmer geschrieben zu sein scheint.

Der Künstler, Lehrer und Verleger sammelt seit 1980 vielfältige Künstlerpublikationen und archiviert mittlerweile rund 50.000 Medien aus insgesamt 76 Ländern in der Münchner Türkenstraße. Sein „Archive Artist Publications“ ist aktuell und noch bis zum 9. Juni 2019 (10 bis 20 Uhr) in Form einer beachtenswerten kleinen Ausstellung im „Haus der Kunst“ in der Prinzregentenstraße zu Gast. (mehr …)

[LiSe 11/18] Buchempfehlungen vom Buchpalast

Die Buchhandlung „Buchpalast“ in der Kirchenstraße 5  empfiehlt diese beiden Neuerscheinungen.

Susanna Partsch: Schau mir in die Augen, Dürer
Beck Verlag

In der Woche der unabhängigen Buchhandlungen wird der Buchpalast zur Bühne seiner Palastschätze. Am Autorensamstag (3.11.) können Sie bei uns mit der Kunsthistorikerin Susanna Partsch ins Gespräch kommen. Ihr erhellendes Buch über die Kunst der alten Meister fesselt wie ein Krimi. Sie liefert wohldosierten Einblick, Aha-Erlebnis und packendes Detail im rasanten Wechsel. Ein Buch mit Weihnachtsgeschenkpotential für Jung & Alt, mit dem man gleich ins nächste Museum laufen möchte. (mehr …)

[LiSe 11/18] Preis für Buchhandlung Wilma Horne

Seit vier Jahren wird der Deutsche Buchhandlungspreis vergeben. Mit dem Preis werden inhabergeführte Buchhandlungen mit Sitz in Deutschland ausgezeichnet, die ein literarisches Sortiment oder ein kulturelles Veranstaltungsprogramm anbieten, die innovative Geschäftsmodelle verfolgen oder sich im Bereich der Lese- und Literaturförderung engagieren.

Eine der Preisträgerinnen ist in diesem Jahr die Buchhandlung Wilma Horne in Haidhausen. Da die Preisverleihung am 31. Oktober in Kassel stattfand, stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest, in welcher Kategorie die Münchner Buchhandlung ausgezeichnet werden würde.

Die LiteraturSeiten München gratulieren Wilma Horne und ihrem Team zu dieser herausragenden Auszeichnung, die die Besonderheit der Buchhandlung am Bordeauxplatz unterstreicht. ber

[LiSe 10/18] Dichter-Denkmäler in München (Folge 11)

Vor Schiller den Hut ziehen

Das Schiller-Denkmal am Maximiliansplatz

Von Christine Erfurth

Friedrich von Schiller (1759–1805) hat Bayern weder bereist, noch persönlich am geistigen Leben in München teilgenommen. Eine tiefe kulturelle Kluft trennte den katholischen Süden vom protestantischen Norden. Die großen Dichterfürsten, Schiller und Goethe, verspotteten in ihren „Xenien“ (1797) das Kurfürstentum als Land der irdischen Freuden, das keinen Sinn für das geistig Schöne habe: „Donau in B[ayern]. Bacchus, der lustige, führt mich und Komus, der fette, durch reiche Triften, aber verschämt bleibt die Charis zurück.“ Das Interesse der Bayern und insbesondere ihrer Könige Ludwig I. und Ludwig II. an Schiller hingegen war groß. (mehr …)