[LiSe 05/19] Preisträger „and the winner is …“

Große Auszeichnung für eine bayerische Wissenschaftspublikation: Der zum ersten Mal ausgelobte mediaV-Award – in der Kategorie „Sonderpublikation-Print“ – ging im April 2019 an das Buch „Wildtier Monitoring Bayern / Band 4“, das der Grafik-Designer und Art Director der LiteraturSeiten München, Michael Berwanger von der Agentur Tausendblauwerk, gestaltet hatte. Wir gratulieren. RED

Mehr zu allen Preisen unter: www.media-v-award.de/preistraeger/

[LiSe 04/19] Literaturpreis: Freiheitsliebe, Wahrheitssuche

Husch Josten erhält den mit 20.000 Euro dotierten Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung 2019. Aus der Begründung der Jury: Die Schriftstellerin greift heikle Themen unserer Gegenwart auf wie Terrorismus und Fundamentalismus in Europa, Globalisierungsangst und Glaubensmut, ideologische Verfestigung und religiöse Indifferenz, Freiheit des Gewissens und Menschenwürde. Husch Josten erinnert an die enorme Bedeutung des literarischen Erzählens im Informationszeitalter und verteidigt den Wahrheitsanspruch der Dichtung. Der Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung wird seit 1993 an Autoren verliehen, die der Freiheit das Wort geben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören u.a. Sarah Kirsch, Hilde Domin, Louis Begley, Herta Müller, Uwe Tellkamp und Arno Geiger.
red

[LiSe 04/19] Literarische Archive (Folge 3): Spuren eines dichterischen Lebens

Lion Feuchtwangers schriftliche Hinterlassenschaften

Von Antonie Magen

Wenn einer ins Exil geht, nimmt er nicht viel mit. Er hat die Kleider bei sich, die er auf dem Leib trägt, und vielleicht noch einen oder zwei Koffer mit persönlichen Habseligkeiten. Was er zurücklassen muss, sind Bücher, Arbeitsunterlagen, Manuskripte, Briefe, kurz all das, was bei einem Schriftsteller Instrument und Produkt seiner Arbeit ist.

So ähnlich ging es Lion Feuchtwanger, der im November 1932 zu einer Vortragsreise nach England und in die USA aufbrach. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im Januar 1933 kam er nicht mehr nach Deutschland zurück. Die Rückkehr auf den europäischen Kontinent war eine Rückkehr nach Frankreich, wo er mit genau dem Gepäck ankam, das er für die Reise gepackt hatte. Seine umfängliche Bibliothek blieb in Berlin, ebenso Manuskripte und Arbeitsunterlagen. Das Haus im Grunewald, das Feuchtwanger seit Mitte der 20er-Jahre bewohnte, wurde von der SA geplündert, Papiere vernichtet. Aber auch Frankreich bot nur vorübergehend Schutz. Nach der Internierung im Lager Les Milles war er in ein zweites Exil gezwungen: 1940 emigrierte er in die USA, wo er bis zu seinem Tod 1958 in Los Angeles lebte. (mehr …)

[LiSe 04/19] Buchtipps aus erster Hand

Die Internationale Jugendbibliothek empfiehlt für April diese beiden Neuerscheinungen:

Frida Nilsson:
Ich und Jagger gegen den Rest der Welt
Gerstenberg Verlag 

Was macht jemand mit Leuten, die einem das Leben zur Hölle machen, so wie der achtjährige Bengt, der von den Nachbarskindern gepeinigt wird? Jagger, ein obdachloser und sprechender Hund, weiß es ganz genau. Man muss es ihnen heimzahlen. Kompromisslos und radikal leuchtet Frida Nilsson in ihrem neuesten Kinderroman die Beweg- und Abgründe menschlichen Verhaltens aus, erzählt ohne Zensur, ohne Filter von Weggucken und Feigheit, von Traurigkeit, Einsamkeit und Ohnmacht und beweist einmal mehr, welch Ausnahmeautorin sie ist. (mehr …)

[LiSe 03/19] Junge Literatur: The winner is …

Die PULS-Lesereihe 2019 des Bayerischen Rundfunks hat ihren Sieger im „Bahnwärter Thiel“ (Schlachthof-Quartier) ermittelt. Zum Motto „Habt ihr keine anderen Probleme“ präsentierten fünf Autor*innen unter 30 Jahren aus ganz Bayern vor etwa 250 Zuhörern zwischen Schiffswracks und Jahrmarktschaukeln im großen Finale ihre Storys. Dazwischen donnerte die bayerische Rapgruppe Bavarian Squad ihre Verse, die viele Besucher auswendig mitsangen. Zum Sieger wählte das jugendliche Publikum den Münchner Max Slowioczek, 28, dessen Text Männer-Freundschaft, Flüchtlingskrise und Fußball geschickt montiert und das Recht auf Privatheit betont. Er wird mit einer Reise zur Leipziger Buchmesse und einem „exklusiven Schreibworkshop“ am Deutschen Literaturinstitut belohnt. Zu hören sind alle Texte als Podcast unter www.br.de. Im kommenden Dezember folgt die nächste Ausschreibung!

Wolfram Hirche

[LiSe 03/19] Literarische Archive (Folge 2): Ich fühle mich so am Ende, dass es mir geradezu gut geht

Herbert Achternbuschs literarisches Archiv in der Monacensia

Von Katrina Behrend Lesch

Sätze wie diesen hat er drauf, der bajuwarische Universalkünstler Herbert Achternbusch. Da muss man erstmal lachen, verliert sich aber dann in der dissonanten Melancholie, die jedem Komiker eigen ist. Achternbusch ist ein weiser Sprachspieler, ein Wort- und Witz-Jongleur, der mit seinem Widerborst und Eigenwillen alle Grenzen sprengt oder, wie er selbst sagt, „zerdeppert“ und dabei den „Deppen“ bewusst in Kauf nimmt. Bekannt ist er ja vor allem durch seine Filme, aber die kamen später. Angefangen hat er als Bildender Künstler, dann verlegte er sich auf Anraten von Kollegen und Freunden wie Hans Erich Nossack, Günter Eich und Martin Walser aufs Schreiben. Vieles hat dieser kreative Geist zu Papier gebracht, dieser unermüdlich kreative Geist, muss man sagen, Lyrik und Prosa und natürlich die Drehbücher für seine Filme. 2005 kaufte die Monacensia Achternbuschs literarisches Archiv an, und wer will, kann Einsicht nehmen in Original–Typoskripte, in Skizzen, illustrierte Briefe oder Aquarelle und Kleinplastiken bewundern wie zum Beispiel einen aus gebrauchten Teebeuteln geformten Buddha.  (mehr …)