by LiSe | 29. Dez. 2025 | Blog, Titelgeschichte
Und Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste war Michael Krüger auch (von 2013 bis 2019).
Von Katrin Diehl
Dieser Mann hat höchste Verdienste an der Literatur, der deutschen wie der internationalen. Er hat höchste Verdienste am literarischen Deutschland, an München als Kultur- und Literaturstadt, das unter seiner „Ägide“ noch mal so richtig – tja – zum Leuchten kam. Und selbstverständlich hat er auch ganz schön viel fürs deutsche Verlagswesen getan, denn der vergleichende Blick blieb den Kolleg*innen ja nicht erspart. Wie schwer ist es, wirtschaftlich zu bleiben und sich dennoch dem Schönen, Guten, Seltenen, Anspruchsvollen und immer wieder auch der Lyrik … in schmucken Ausgaben zuwenden zu können? (mehr …)
by LiSe | 29. Dez. 2025 | Blog, Kolumne
Haben Sie mal versucht, außerhalb Ihrer vier Wände in Ruhe zu lesen? So zumindest mein Vorsatz für das neue Jahr: mehr lesen, nicht auf dem Smartphone, sondern smarte Bücher – überall, unterwegs, Seite für Seite, alles drumherum vergessen. Dem „wandering mind“ ein Schnippchen schlagen. Denkste! (mehr …)
by LiSe | 29. Dez. 2025 | Blog, Lyrische Kostprobe
Sie schnüren die Schuhe fester und prüfen vorsichtig die Schärfe der Sägezähne: Auf gehts zum Kreuzfällen! Daniel Bayerstorfer und Tobias Roth entfesseln eine mythographische Parforcejagd auf jenes bedrohliche Weltbild, das im Gipfelkreuz sein doppeltes Gesicht zeigt: als abergläubische Sehnsucht nach Jenseitigem und als hemmungsloser Besitzanspruch auf Diesseitiges. Es geht also nicht nur um Religion, es geht ebenso sehr um das Klima und die Beziehung von Mensch und Natur, um Besitzverhältnisse und Besitzansprüche. Es geht um die Feier gebirgiger Schönheit und die Fragilität des Menschen in ihrem Angesicht. Nicht zuletzt schäumt die Fabulierlust und erträumt sich in lyrischen Schlaglichtern eine Kulturgeschichte des Kreuzfällens, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht – und die es nie gegeben hat. (mehr …)
by LiSe | 29. Dez. 2025 | Blog, Vermischtes
„Der Lion (ohne Nasal)“ ist ein Münchner
Und auch ihn (Lion Feuchtwanger) verjagte die Stadt
Von Katrin Diehl
Die Familie war groß und hatte hier am schönen Sankt-Anna-Platz 2 – Vater, Mutter, eine Kinderschar – von 1898 bis 1900 ihr Zuhause gefunden. Davor lagen die Adressen Thiersch- und Hildegardstraße, außerdem ein aufregender Wohnungsbrand. Lion war der Erstgeborene (von neun), war 1884 in München auf die Welt gekommen und hatte also als Bub die auslandend herrschaftliche St. Anna Kirche vor Augen und vor der Haustür. Die Schule lag in der Nachbarschaft. Erst ging’s paar Jahre in die Sankt-Anna-Volksschule, dann aufs wohlangesehene Wilhelmsgymnasium, in dem der Lion den Lehrern gleich als lesehungrig, schlau und schreibgewandt aufgefallen ist. (mehr …)
by LiSe | 29. Dez. 2025 | Blog, Rezension
Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für Januar diese Neuerscheinungen
Hayley Gelfuso: Das Buch der verlorenen Stunden
dtv
An einem schicksalhaften Abend ändert sich für Lisavet alles. Um ihr Leben zu retten, versteckt ihr Vater, ein bekannter Uhrmacher, sie in einer Bibliothek, die unabhängig von Raum und Zeit existiert, und in der alle menschlichen Erinnerungen in Büchern gespeichert sind. Nur wenige wissen von diesem Ort, und Zeithüter entscheiden darüber, welche Erinnerungen an die Vergangenheit konserviert oder unwiederbringlich gelöscht werden. Als ihr Vater nicht zurückkehrt, beginnt Lisavet, die Erinnerungen, die die Welt vergessen soll, in ihrem eigenen Buch zu sammeln. Bis sie auf den Zeithüter Ernest trifft. Was folgt, wird nicht nur die beiden, sondern auch den Lauf der Geschichte verändern. (mehr …)
by LiSe | 29. Dez. 2025 | Blog, Kurzgeschichte
Von Franz Oberhofer
Ingrid war eine Stimme. Und was für eine Stimme! Sie sprach durch die Menschen hindurch – täglich, stündlich – zur Orientierung, zum Halten, zum Aussteigen und zum: „Zurückbleiben bitte!“
Drei Jahrzehnte lang hatte sie die Hauptstadt mit ihrer Stimme durchmessen, ohne je selbst ein Zeichen gesetzt zu haben. Ingrid war eine in sich gekehrte Person mit dem sonderbaren Ehrgeiz, verstanden zu werden – durch Tonlage, Rhythmus und Präzision. (mehr …)