by LiSe | 10. Okt. 2025 | Blog, Vermischtes
Der Kulturausschuss des Stadtrats und der Vorstand des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern haben beschlossen, den mit 10.000 Euro dotierten Geschwister-Scholl-Preis 2025 an Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey für ihr Buch „Zerstörungslust. Elemente des demokratischen Faschismus“ (Suhrkamp) zu vergeben. Mit dem in diesem Jahr zum 46. Mal vergebenen Geschwister-Scholl-Preis wird jährlich ein Buch ausgezeichnet, das von geistiger Unabhängigkeit zeugt und geeignet ist, bürgerliche Freiheit, moralischen und intellektuellen Mut zu fördern und dem verantwortlichen Gegenwartsbewusstsein wichtige Impulse zu geben. (mehr …)
by LiSe | 10. Okt. 2025 | Blog, Vermischtes
Der diesjährige Tukan-Preis wird an Pierre Jarawan für seinen Roman „Frau im Mond“ (Berlin Verlag) vergeben. Dies hat der Kulturausschuss des Stadtrats nun auf Empfehlung einer Jury beschlossen. Der mit 8.000 Euro dotierte Tukan-Preis zeichnet jährlich eine sprachlich, formal und inhaltlich herausragende literarische Neuerscheinung aus. In die Auswahl kommen alle belletristischen Veröffentlichungen von Münchner Autorinnen und Autoren. Zur Diskussion standen in diesem Jahr 67 Bücher.
Auszug aus der Jurybegründung
„Hier wagt ein Vertreter der jungen Gegenwartsliteratur die Langstrecke, vertraut ganz nonchalant auf die alte Magie des Erzählens – und darauf, dass ihm die Leser*innen ausreichend Lebenszeit schenken. Was nicht selbstverständlich ist, denn Pierre Jarawan scheut weder Umwege noch kühne Ausschweifungen, in denen man sich verlieren könnte. Doch er behält er alle Fäden in der Hand, soviel in den 100 Jahren kanadisch-libanesischer Geschichte, die sein Roman umspannt, auch geschieht. (…) ‚Frau im Mond‘ ist bildintensiv erzählt, in warmem, leichtem Ton, denn Jarawan liebt seine Figuren. Und doch ist dieses Buch kein kulinarischer Pageturner, durch den man sich mühelos hindurchsuchten könnte. Zu schwer sind die Themen: Menschen, die Flucht und Vertreibung erfahren, zwischen den Kulturen um Identität ringen. Der Genozid an den Armeniern zu Anfang des 20. Jahrhunderts kommt ebenso vor wie die Weltwirtschaftskrise, der Zweite Weltkrieg oder die aktuelle, desaströse Situation im Libanon. Das Buch steuert auf Beiruts ultimative Katastrophe zu, die verheerende Explosion im Hafen 2020. In 50 Kapiteln zählt Pierre Jarawan bis zu diesem Moment herunter, eine Hommage an Fritz Lang, der in seinem Film ,Frau im Mond‘ einst den Countdown erfand.“
Pierre Jarawan wurde 1985 in Amman, Jordanien, als Sohn eines libanesischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren. Er kam im Alter von drei Jahren nach Deutschland und wuchs in Kirchheim unter Teck auf. Er studierte an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film. Seine Romane „Am Ende bleiben die Zedern“ (2016) und „Ein Lied für die Vermissten“ (2020) wurden mit Preisen bedacht und in zahlreiche Sprachen übersetzt.
Zudem spricht die Jury zwei weitere Buchempfehlungen aus
– Slata Roschal: „Ich brauche einen Waffenschein / ein neues bitteres Parfüm / ein Haus in dem mich keiner kennt“ (Wunderhorn Verlag)
– Ralf Westhoff: „Niemals Nichts“ (Rowohlt Berlin)
Die Preisverleihung findet am 2. Dezember im Literaturhaus München statt. Weitere Informationen zum Preis unter stadt.muenchen.de/infos/tukanpreis.
by LiSe | 10. Okt. 2025 | Blog, Vermischtes
Der Geschwister-Scholl-Preis 2025 geht an Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern e. V. und die Landeshauptstadt München verleihen ihnen den Preis am 25. November 2025 für ihr Buch „Zerstörungslust. Elemente des demokratischen Faschismus“ (Suhrkamp). (mehr …)
by LiSe | 9. Okt. 2025 | Blog, Vermischtes
KRIMIFESTIVAL MÜNCHEN: KRIMI-HERBST 2025
Hochkarätige internationale Bestsellerautoren präsentieren im Oktober und November ihre aktuellen Krimis und Thriller an diversen Tatorten.
Highlights sind die Lesungen mit Arne Dahl, Liza Marklund, Rita Falk & Christian Tramitz, Volker Kutscher, Andreas Föhr, Su Turhan u.a.
Tatorte sind u.a. das Polizeipräsidium, Haftanstalt, Pathologie, Amerikahaus, NS-Dokumentationszentrum, Haus der Kunst, Amerikahaus, Komödie im Bayerischen Hof.
Sachdienliche Hinweise: www.krimifestival-muenchen.de
by LiSe | 1. Okt. 2025 | Blog, Titelgeschichte
Von Michael Berwanger
Städtische Bibliotheken sind heute ein unverzichtbarer Bestandteil öffentlichen Lebens, die allen Personen einen kostenfreien Zugang zu Bildung gewährleisten. Städte und Kommunen wenden einen nicht unwesentlichen Teil ihres Kulturetats für den Erhalt ihrer Bibliotheken auf. In Zeiten von Sparzwang und Umverteilung öffentlicher Gelder sehen viele mit Sorge in die Zukunft. Rückläufige Nutzerzahlen und sich ändernde Lesegewohnheiten scheinen dabei die staatlichen Sparvorstellungen zu bestärken. (mehr …)
by LiSe | 1. Okt. 2025 | Blog, Kolumne
Alexander von Humboldt war ein Forscher und Abenteurer, furchtlos und neugierig. Für seine Zeit ein wahres Genie. Mit Sextant und Quadrant, mit Thermo- und Barometer bewaffnet – und allem, was sich noch an Meterware zum Messen eignete –, wagte er sich in die entlegensten Winkel der Erde, sammelte und zählte aus Leidenschaft. Selbst die Läuse auf dem Kopf der Einheimischen waren nicht sicher vor ihm. Würde er heute noch leben, hätten ChatGPT & Co. ihre helle Freude. Humboldts Messungen würden den größten Datenhunger jeder künstlichen Intelligenz stillen. (mehr …)
by LiSe | 1. Okt. 2025 | Blog, Lyrische Kostprobe
Weil nicht viel Platz ist, zudem der Titel von Slata Roschals neuestem Lyrikband – so umschweifend wie exakt – lang, dies vorneweg: Nehmen Sie ihn sich zur Hand. Als Münchner*in ohnehin. München spielt immer mal wieder hinein (und sogar die „Münchner Literatur Seiten“ haben ihren Auftritt). Orte werden benannt, durch die sich das lyrische Ich bewegt, zuhause und nicht-zuhause ist. Irgendwo dort (ist es noch in „München Neuperlach Süd“?) dann das: (mehr …)
by LiSe | 1. Okt. 2025 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für Oktober diese Neuerscheinungen:
Maddalena Fingerle: Mit deinen Augen
Luchterhand
Alles ist perfekt. Doch dann wird Gaia verlassen von der Frau, die ihre große Liebe war. Dank Veronica hatte Gaia das Gefühl, sich endlich lossagen zu können von ihrer Familie. Die wohlhabenden Eltern zelebrieren – seit Jahrzehnten in München lebend – ihre italienische Herkunft, laden an den Wochenenden zu ausufernden Mittagessen und männlichen Gästen aus gutem Hause. Schließlich soll die Tochter eine gute Partie machen. Jetzt, nach der Trennung, fühlt Gaia sich davon eingeengter denn je und weiß nicht mehr, wer sie selbst eigentlich ist. Also beschließt sie, so zu werden wie ihre Exfreundin. Sie rasiert sich die Haare ab, verkauft ihre Erbstücke und bestellt billigen Modeschmuck. Und als sie erfährt, dass Veronica einen Mann heiraten wird, zwingt auch sie sich, einem alten Verehrer Beachtung zu schenken. Doch: Wer wird sie sein, wenn sie fertig ist mit ihrer Verwandlung? (mehr …)