by LiSe | 2. Juli 2017 | Blog, Vermischtes
Das Programm „Mit Kinderlyrik in den Mai“, mit dem die Internationale Jugendbibliothek (Blutenburg) im Vorjahr in den Frühsommer gestartet ist, war ein großer Erfolg. Deshalb folgt am 23. Juli 2017 (11:00 Uhr) ein neues Kinderlyrikfest. Nach einer Lesung vergnüglicher, hintersinniger und tierischer Verse von Erich Kästner, James Krüss, und Paul Maar und vielen anderen heißt es: Ran an die Stifte! Die bekannten Bilderbuchkünstler Nadia Budde, Julia Friese, Regina Kehn und Michael Roher laden in ihren Werkstätten Groß und Klein zum Mitmachen ein. Reimen, Dichten, Malen, Zeichnen – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Lesung: Uwe-Michael Gutzschhahn. Das Projekt ist eine Kooperation der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Stiftung Internationale Jugendbibliothek und der Stiftung Lyrik Kabinett.
red
Eintritt frei.
Anmeldung unter Tel. 089/891211-60 oder kinderbibliothek@ijb.de
by LiSe | 2. Juli 2017 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Christine Wunnickes neuer Roman „Katie“
Von Katrina Behrend Lesch
Im viktorianischen England boomte der Glaube an das Übersinnliche. Medien hatten Popstar-Status, Séancen waren gesellschaftliche Ereignisse, über Klopfzeichen und Tischerücken korrespondierte man mit seinen Lieben im Jenseits. Dass wir uns gleichzeitig im Jahrhundert des großen wissenschaftlichen Aufschwungs befinden scheint kein Widerspruch zu sein. Das Nebeneinander von Theoriebildung und Geisterglaube entwickelte eigene Reize, und denen geht Christine Wunnicke in ihrem neuen Roman leichtfüßig und wahrheitsgemäß nach. Denn tatsächlich gab es jene Florence Cook, das „berühmteste materialisierende Medium in Ost-London“, und es gab William Crookes, veritabler Physiker, Chemiker, Parapsychologe und Herausgeber der Chemical News, der das Thallium entdeckte und radioaktive Strahlung nachweisen konnte. Als bei Florence immer öfter die walisische Piratentochter Katie aus dem 17. Jahrhundert auftaucht, wird er als Gutachter hinzugezogen. Dass er gerade auf der Suche nach dem vierten Aggregatzustand einer „strahlenden Materie“ ist, trifft sich gut – so lassen sich Forschung und Spiritismus in eine inspirierende Gemengelage bringen. Um 1870 stand man auf der Schwelle bahnbrechender Entdeckungen, da kann einem Wissenschaftler eine sich aus Licht materialisierende attraktive junge Frau schon gelegen kommen. (mehr …)
by LiSe | 30. Mai 2017 | Blog, Titelgeschichte
Eine Ausstellung der Monacensia im Olaf-Gulbransson-Museum in Tegernsee geht Schriftstellern und Künstlern nach, die dort zwischen 1900 und 1945 lebten.
Von Katrina Behrend Lesch
Zuerst waren es zwei fromme adlige Brüder, die es ins Tegernseer Tal zog und dort Mitte des 8. Jahrhunderts an einem „besonders schönen und sonnigen Uferstück“ ein Kloster gründeten. Offenbar stand die Wahl dieser höchst anmutigen Gegend nicht in Widerspruch zu ihrem bußfertigen Rückzug aus der Welt. Nach der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts ging die Benediktinerabtei in den Besitz der Wittelsbacher über, in deren Gefolgschaft siedelten sich weitere Adlige an, sozusagen als Vorreiter für die bald nachziehende Künstler- und Literatenschar. Zusammen genoss man die freie Natur, die frische Luft, das harmonische Miteinander von Gebirge und See. (mehr …)
by LiSe | 30. Mai 2017 | Blog, Kolumne
Der Kaiser tot, der Joachim Kaiser – kann nicht sein, wird nicht akzeptiert! Niemand protestiert mehr gegen Hagelschlag, soll er gesagt haben, bezogen auf seine Kritiken, so unvermeidlich, unwiderleglich gingen sie nieder – jedenfalls mit einer Prise Selbstironie, doch, das trauen wir ihm zu, jederzeit, bei aller – sozial durchaus kompatiblen – Eitelkeit. Aber sein Abschied ist für Menschen, die in den Sechzigern oder Siebzigern erwachsen wurden und zur SZ griffen, die schon früher Radio hörten, diese Kaiser-Sendungen im BR, schlichtweg nicht akzeptabel. J. K. gehört dazu, fast wie die Sonne, die Wolken, das Grün. Man konnte sich mal über ihn ärgern, an seinen Silvesterquizfragen qualvoll scheitern, aber dann auch wieder wohl begründet, sich aufrichten, wenn er gegen den Mainstream für manchen sperrigen Walser-Roman plädierte, für Böll, für den späten Hemingway („Über den Fluss und durch die Wälder“) oder auch, beispielsweise, für die gelungene Orchestrierung der Chopin- Klavierkonzerte, die er bewunderte, wie man dies als Musik-Laie ohnehin schon längst getan hatte. (mehr …)
by LiSe | 30. Mai 2017 | Blog, Vermischtes
Spielort, Kulturveranstalter und Stadtteilarchiv im Münchner Norden
Die Mohr-Villa Freimann
Von Simone Kayser
Das Kulturzentrum Mohr-Villa in der Situlistraße besticht schon von außen durch seinen schönen Garten und beim Eintreten durch das rege kulturelle Angebot. Das Gelände mit dem Haupthaus und den ehemaligen Stallungen trägt seinen Namen von der Familie, die hier Ende des 19. Jahrhunderts noch herrschaftlich residierte. Danach wurde das Anwesen teils als Wohnraum für Angestellte der Rüstungsfirma Krupp KG genutzt, als Betsaal für die wachsende protestantische Gemeinde, als Wachlokal der Roten Garde und nach 1925 als Wohnhaus des Reichsbahnpräsidenten. Als in den 1980er Jahren dem inzwischen verwahrlosten Gebäude der Abriss drohte, kämpften Freimanner Bürgerinnen und Bürger für die Rettung der Villa und des unverbauten Grundstücks. Heute gehört das Haus der Stadt, und der Mohr-Villa-Verein betreibt es als Kulturzentrum. (mehr …)
by LiSe | 30. Mai 2017 | Blog, Lyrische Kostprobe
Angriff, postwendend
Instinktiver Reflex
Binnen Sekunden
Vernichtend
Der rote Stier
An der Westfront
Flucht, verzögert
Gedankengebremst
Vorausschauend
Scheues Wittern
In der Dämmerung
Blaue Rehe
Totstellen, taub
Alle Drähte gekappt
Unerreichbar
Bei sich
Gelbe Kuh
Auf freier Weide
Ihr göttlicher Ton
Wolfgang Wurm
(Franz Marc Museum, Kochel am See)
by LiSe | 30. Mai 2017 | Blog, Vermischtes
Unter dem Motto „Rebell, Weltbürger, Erzähler“ steht die aktuelle Ausstellung im Literaturhaus, die dem Schriftsteller Oskar Maria Graf gewidmet ist. Beleuchtet wird vor allem sein Leben und Schreiben in den Jahren des Exils. Oskar Maria Graf und seine Frau Mirjam lebten von 1933 bis 1938 in Wien und Brünn und ab 1938 in New York. Als Autor von weltliterarischem Rang schrieb er in dieser Zeit zahlreiche seiner großen Werke. (mehr …)
by LiSe | 30. Mai 2017 | Blog, Kurzgeschichte
Von Angela Gutschmidt
Wandertag, Treffpunkt acht Uhr im Klassenzimmer, weil: um neun Uhr zehn fährt die BOB am Hauptbahnhof weg! Fünf Minuten Fußweg zum U-Bahnhof, zwölf Minuten U-Bahnfahrt und dann noch mal fünf Minuten zu Fuß quer über den Hauptbahnhof. Bleiben schlappe achtunddreißig Minuten zwischen Treffpunkt und Zugabfahrt. Die lassen sich aber locker damit füllen, auf fehlende Schüler zu warten, die noch mal eben aufs Klo geflitzt sind, fünfunddreißig mal die Frage zu beantworten, wo es denn eigentlich hin geht und – natürlich! – die Expedition zur wenige Minuten entfernten U-Bahnhaltestelle. (mehr …)